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Ostholstein Hafenfesttage: Guildo Horn predigt sein „Schlager Unser“
Lokales Ostholstein Hafenfesttage: Guildo Horn predigt sein „Schlager Unser“
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16:27 22.07.2016
70er-Jahre-Deko auf der Hafenbühne: Guildo Horn powerte in Heiligenhafen zwei Stunden lang. Quelle: Fotos: Peter Mantik (3)

Krawatte mit Teppich-Design, schreiend grünes Hemd und dazu eine Schiebermütze: Der „Meister“ trifft in Heiligenhafen ein. Horst Köhler alias Guildo Horn checkt mit den „Orthopädischen Strümpfen“ im Hotel „Meereszeiten“ ein. Vor dem Soundcheck noch schnell was essen. „Schnitzel oder Fischplatte“, wird Guildo Horn gefragt. „Schnitzel.“ Kurze Pause.

„Wenn es länger dauert, doch ’ne Wurst.“ Horn ist der Top Act, die Attraktion der Hafenfesttage. Das Schnitzel wird in Rekordzeit serviert. „Das ist ganz wichtig, ich brauch’ jetzt Power.“

Anschließend ist Soundcheck. Der Profi spitzt die Ohren. Heiligenhafen, das ist für die nächsten Stunden sein Lebensmittelpunkt.

Der Meister und seine Orthopädischen Strümpfe rocken zwei Stunden lang in Heiligenhafen – Die LN begleiteten ihn exklusiv in der Warderstadt.

Um 20 Uhr steht er auf der Hafenbühne, blickt in Hunderte Gesichter und gefühlt noch mehr Handys und Smartphones. Auch das gehört dazu. „Deshalb bin ich auch froh, dass ich in der Zweiten Liga im oberen Drittel mitspiele und ansonsten nicht auf Schritt und Tritt verfolgt werde“, sagt Horn.

Der FC St. Pauli der Musikbranche findet diese Rolle auch viel reizvoller als die nie endenden Blitzlichtgewitter. Selfie-Inszenierungen oder auch lancierte Bild-Titel- Stories sind nicht seins.

„Mein Horror ist immer der Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna.“ Dann gleiten die Scanner seiner Umwelt über ihn und seinen Bauch hinweg. Horst Köhler alias Guildo Horn kann damit umgehen. Seine Welt ist aber die Bühne. Wenn die Masse seine Lieder mitgröhlt, regiert bei ihm die Intuition. Guildo eins-zu-eins. Das ist echt.

Privat ist er ebenfalls er selbst. Keine Spur von Star-Getue. Er lebt in einem 94-Seelen-Dorf, ist mit der fünfjährigen Tochter beim Sport, erledigt den Einkauf oder begleitet seine Frau zum Flüchtlingstreffen im Kindergarten. Dort weiß niemand so genau, was er beruflich treibt. „Erklär’ mal einem Syrer, wer ich bin. Das ist Quatsch. Da geht es um andere Dinge.“ Konzert – Privat – Konzert – Privat – Vollgas – Bremse – Vollgas – Bremse. Wann müssen die Bremsbeläge mal ausgetauscht werden? Horn: „Meistens merkt man es ja erst, wenn es so weit ist.“ Das Suchtpotenzial sei groß, weil die Auftritte ja irre viel Spaß machten. Doch zuletzt hat es ihn dann doch erwischt. Vier Tage Krankenhaus. „Meine Stimme war mit einem Mal weg.“ Glücklicherweise sei ein HNO-Arzt in der Nähe gewesen. „Der hat mir geholfen und meine Stimme wieder zurückgeholt.“

In Heiligenhafen ist er ganz der Alte, predigt er das „Schlager Unser“ – seine Art von „Dehnungsschlager“, ein Mix aus vielen Musikrichtungen. Zwei Stunden Horn-Wahnsinn, hemmungslose Bühnenperformance. Er spielt auch eine Version des Peter-Alexander-Songs „Hier ist ein Mensch“. „Der Text passt einfach super in die Zeit“, sagt Horn. Ende August soll auch das neue Video dazu herauskommen.

Heiligenhafen ist an diesem Abend ganz bei ihm und er bei den Nordlichtern. „Ihr seid das beste Publikum, dass ich je gesehen habe“, sagt er gleich zur Begrüßung. Das habe er zwar bisher immer gesagt, vorher sei dies aber immer eine Lüge gewesen. Dann steht Horn unter Strom, kraftvoll hüpft, singt und tanzt er zu allen Musikrichtungen von Folk, Pop bis Rock durch den Abend.

„Danach bist du alle, sitzt noch gemütlich zusammen, trinkst ein Wasser oder Wein“, sagt Guildo Horn. „Nur das Rauchen gehört nicht mehr dazu. Tut echt gut.“ Letztes Jahr hat eine Band im Hotel in einem Zimmer gewütet, was denn von ihm zu erwarten sei? „Ich bin bekannt dafür zu schnarchen. Vielleicht vibriert das Hotel von meinem Gesäge.“ Die Nacht verläuft aber ruhig.

Am nächsten Morgen verabschiedet Guildo Horn sich um 7 Uhr, der Meister reist ab. Ab auf die A 1. In Hamburg-Fuhlsbüttel wartet sein Flieger. Sonnabend steht er in Bonn auf der Bühne. „Aber Heiligenhafen ist wunderschön“, sagt er noch. Man sieht sich.

Horn alias Köhler

Guildo Horn wurde als Horst Köhler am 15. Februar 1963 in Trier geboren. Er ist zum zweiten Mal verheiratet, lebt im Bergischen Land, hat je ein Kind aus jeder Ehe.

Berühmtheit erlangte er 1998 beim Eurovision Song Contest mit „Piep piep piep, Guildo hat euch lieb“.

Infos gibt es im Internet auf der Guildo-Horn-Seite (www.guildo-horn.de) auf www.Guildo.info.

 Peter Mantik

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