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Ostholstein Halbzeitbilanz: Jörg Weber drei Jahre im Amt
Lokales Ostholstein Halbzeitbilanz: Jörg Weber drei Jahre im Amt
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21:04 30.04.2018
Jörg Weber auf dem Balkon seines Dienstzimmers im Rathaus. Quelle: Foto: Gjs

Sie sind der erste Sozialdemokrat, der Bürgermeister von Fehmarn wurde. Wirken die Wahlkampf-Blessuren von 2015 noch nach?

Jörg Weber: Manches nehme ich heute nicht mehr so persönlich. Damals fragten einige: Wie gesund ist der Bürgermeister? Bisher habe ich nicht einen Tag krankgefeiert.

Wie ist das politische Klima?

Nach den vielen Fraktionssprüngen kommt am 6. Mai wieder Ordnung rein. Die Bürger entscheiden.

Mit welchen Konsequenzen für den Bürgermeister?

Ich denke, ich habe gezeigt, dass man „den Weber“ nicht in eine rote Kiste stecken kann. Wenn ein guter Vorschlag von der CDU kommt, ist er auch ein guter. Ich bin für alle da, außer für die Rechten.

Können Sie sich noch an Ihr „100-Tage-Programm“ von 2015 erinnern?

Viel ist umgesetzt. (Weber blättert im Flyer.) Parkraumkonzept, Tourismus-Service in ruhigem Fahrwasser, Kultur-Treff Petersdorf kurz vorm Vertragsabschluss . . .

Aber nicht der Wirtschaftsförderer?

Da bin ich noch nicht fertig. Er ist zur Zeit politisch nicht gewollt, dabei hätte es sogar Fördergelder vom Land gegeben. Ich bleibe dabei: Das kann ein Bürgermeister nicht einfach so nebenbei leisten.

Welche Erfolge sind Ihnen wichtig?

Fehmarn hat erstmals ein Kinder- und Jugendparlament. Tourismusdirektor und Bürgermeister arbeiten heute als Team. Es gibt große Konzepte für Einzelhandel, Feuerwehren oder den Sport. Aber auch das kleine Ziel Fair-Trade-Insel oder die Bauhöfe, deren Handschrift inselweit gut erkennen ist.

Wo gab es Misserfolge?

Als „Mopsy“ zum Verkauf stand und dort ein großes Verwaltungsgebäude geplant war, habe ich echt Lehrgeld bezahlen müssen.

Und die feste Beltquerung?

Dass ich weiter dagegen bin, ist bekannt. Als Stadt müssen wir aber gucken, das Beste für uns herauszuholen, wenn sie denn kommt.

Aussichtsreich oder nicht?

Keiner spricht mit Fehmarn vor Ort. Die fahren aber alle nach Dänemark, sprechen dort mit Politikern, Bürgern, Befürwortern. Bis nach Fehmarn ist Bundeskanzlerin Merkel aber noch nicht gekommen, obwohl wir sie eingeladen haben.

Liegt das an der kritischen Position der Insel zum Belttunnel?

Natürlich ist der „europäische Gedanke“ wichtig. Aber für mich als Bürgermeister stehen die Interessen Fehmarns an erster Stelle.

Welche Herausforderungen bleiben?

Obenan das Dauerthema Südstrand. Früher hieß es: Die Holländer kommen nicht, weil wir keine Infrastruktur schaffen. Das machen wir jetzt.

Macht Ihr Amt im Burger Rathaus nach drei Jahren noch Spaß?

Natürlich, aber es ist nur mit einer funktionierenden Familie zu schaffen. Manchmal ist die Zahl der Abendtermine grenzwertig. Aber ich habe um diesen Job gekämpft.

Zur Person

Im März 2015 wurde Jörg Weber zum neuen Bürgermeister der Stadt Fehmarn gewählt. Er war damit Nachfolger von Otto-Uwe Schmiedt (parteilos), der nach zwölf Jahren nicht wieder kandidiert hatte.

Der Sozialdemokrat setzte sich in einer Stichwahl mit 63,1 Prozent gegen Gunnar Mehnert (WUW, zuvor SPD) durch. Weber trat sein Amt am 1. Mai 2015 an. Der heute 51-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Interview: Gerd-J. Schwennsen

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