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Ostholstein Halloween: Gruselspaß in der „Todesschleuse“ von Klingberg
Lokales Ostholstein Halloween: Gruselspaß in der „Todesschleuse“ von Klingberg
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20:53 30.10.2017
In einem Schuppen lagern Hunderte Utensilien für Halloween.

Dieter Oest ist Kaiarbeiter im Lübecker Hafen. Rund um Halloween nimmt er Jahr für Jahr ein paar Wochen Urlaub. Statt Cocktails unter Palmen gibt es für ihn Holzarbeiten. Nach und nach entstehten ein Brennofen für Leichen, ein Friedhof und eine Guillotine. „Ich baue fast alles selbst. Das ist mein Hobby“, sagt Oest. Plötzlich ertönt Wolfsgeheul. Es ist der Handyton des 50-Jährigen. Einer seiner 13 Unterstützer ruft an, will letzte Details vor dem Horror klären.

Gräber, Skelette, eine Kettensäge, Masken aus Horrorfilmen und Kunstblut: Dieter Oest ist bereit für Halloween 2017. Auf seinem Grundstück in Klingberg lädt er zum gemeinsamen Gruseln ein. Diesmal bittet er Besucher in die „Todesschleuse“. Los geht es, wenn es dämmert.

Aus einer Kinderfeier wird ein Erlebnis für die Nachbarschaft

Rückblick: Es ist das Jahr 2002. Die Tochter von Dieter Oest ist sechs Jahre alt und möchte gerne eine Halloween-Party feiern. Patricias Wunsch geht dank Papa in Erfüllung. Oest bastelt Puppen aus Altkleidern. Der Halloween-Spaß packt den 50-Jährigen. Schnell ist ihm klar, dass er mehr will. Aus einer einmaligen Feier wird ein jährliches Event. Masken, Körperteile in Weckgläsern, Kunstnebel und Schockeffekte mit Elektromotoren kommen hinzu. Auch der Weg wird immer länger. Ging es anfangs vom Gartentor bis zur Haustür, setzt Oest mittlerweile auf einen knapp 20 Meter langen Horrortunnel.

Diese Konstruktion aus Pavillongestellen und Planen baut er meist als erstes auf. In diesem Jahr zu früh. Sturm „Herwart“ wütet auch in der Gemeinde Scharbeutz. In der Nacht auf Sonntag zerlegt der Wind den Tunnel in Einzelteile. „Ich bin aus meinem Bett raus und habe versucht, alles zu retten“, schildert er die Ereignisse. Mit Klebeband gelingt es ihm, den Gang wieder aufzubauen.

Kinder sind mutiger, Eltern bekommen einen Schnaps

Sein Tunnel ist längst kein Geheimtipp mehr. Fernseh- und Radiosender haben über Oest berichtet. Viele Mädchen und Jungen warten sehnsüchtig auf sein neustes Werk. „Die Kinder fragen mich schon, was es dieses Jahr zu sehen gibt. Das macht Spaß“, sagt er. Rund 100 Kinder und etliche Erwachsene seien im vergangenen Jahr gekommen. Die Kinder seien meist mutiger. „Es gibt Eltern, die sich gar nicht hereintrauen“, sagt Oest. Wer die „Todesschleuse“ bewältigt, erhält – je nach Alter – eine Süßigkeit oder einen Schnaps.

Was genau es in diesem Jahr im Gruseltunnel zu sehen geben wird, verrät Dieter Oest den LN nicht. 2015 standen Horrorcharaktere im Fokus. Masken aus dem Film „Der Exorzist“, von Serienkiller Freddy Krüger und Mörderpuppe Chucky sorgten für Angstschweiß. Besonders wird das Erlebnis durch den Einsatz von rund zehn Freunden und Bekannten. Diese schminken und verkleiden sich passend zu Halloween, verstecken sich im Tunnel und sorgen so für extra Schockmomente. Da kann es auch mal passieren, dass Besucher einer Kettensäge begegnen.

Doch bei all der Faszination für ein paar schreckliche Momente, geht es Dieter Oest vor allem darum, den Kindern eine Freude zu machen. „Die sind ganz begeistert und freuen sich so sehr“, betont Oest und denkt schon über den Gruseltunnel für das Jahr 2018 nach.

Den Horrortunnel im Video und in Echt erleben

Die Anfahrt: Das Haus von Dieter Oest ist in der Gärtnerstraße 46 in Klingberg (Gemeinde Scharbeutz).

Der Eintritt ist kostenfrei. Gegruselt werden kann sich ab 17 bis etwa 20 Uhr.

Die Kinderversion: Für junge Besucher gibt es eine Lightversion, so dass sie das Erlebnis gut verkraften.

Ein Video von den Vorbereitungen gibt es auf www.LN-Online.de/Videos

 Sebastian Rosenkötter

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