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Ostholstein Kreis will aufrütteln: Kind statt Handy im Blick
Lokales Ostholstein Kreis will aufrütteln: Kind statt Handy im Blick
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15:43 12.02.2019
Sie stellten die Kampagne vor (v. l.): Nadine Müller (Familienzentrum), Frithjof Lörchner (Jugendamt), Angelika Wohlert (Fachdienstleiterin), Harald Werner (Kreispräsident), Alfred Grüter (Fachdienstleiter), Birgit Kommans Familienzentrum) und Silke Hüttmann (Kinderschutzbund). Quelle: Gäbler
Eutin

 Mit einer vierwöchigen Kampagne unter dem Motto „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ will der Kreis Ostholstein junge Eltern darauf aufmerksam machen, den eigenen Smartphone-Konsum zu überdenken und mehr mit ihren Kindern zu reden und zu spielen. Die Aktion startet am Freitag, 15. Februar, und wird vier Wochen lang von 95 Veranstaltungen, Vorträgen, Bastel- und Spieleabenden zwischen Fehmarn und Bad Schwartau begleitet.

„Die Medienlandschaft und vor allem die Mediennutzung haben sich stark verändert“, erläuterte Frithjof Lörchner, Jugendhilfeplaner des Kreises Ostholstein, bei der Vorstellung der Aktion im Eutiner Kreishaus Früher sei das Handy nur zum Telefonieren genutzt worden, heute verbringe man Stunden damit und vergesse darüber die Kommunikation mit den eigenen Kindern. Dabei könnten Eltern und Erziehungsverantwortliche viel Positives in der Entwicklung von Kindern bewirken, sagte Lörchner, wenn das Smartphone einmal liegen bliebe und man dafür mehr miteinander spiele und rede.

Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?

Doch die Realität sehe oftmals anders aus. Da seien Kinder alleine im Zimmer oder auf dem Spielplatz, während sich die jungen Eltern mit dem Smartphone beschäftigen – eine besorgniserregende Entwicklung für Lörchner. „Dass dieses Verhalten auch richtig gefährlich sein kann, das zeigen Badeunfälle, wo Eltern überhaupt nicht mitbekamen, dass ihr Kind im Wasser in Gefahr war“, gab Lörchner zu bedenken.

Plakate in Bussen und Schaufenstern

Darauf will der Kreis aufmerksam machen. In Bussen, in Schaufenstern und an Straßenlaternen werden Plakate aufgehängt, die junge Eltern mit der Frage konfrontieren „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“. „Dem Kreis geht es dabei aber nicht um die Verteufelung des Smartphones“, unterstrich Kreispräsident Harald Werner, vielmehr sollen die Eltern sensibilisiert werden.

Die Aktion gab es bereits 2016 in Mecklenburg-Vorpommern, in Schleswig-Holstein sind nun Ostholstein und Pinneberg Vorreiter. „Die Erfahrungen waren so positiv, dass wir gerne diese Idee aufgreifen“, sagte Werner. Einen ersten Test gab es 2018 in der Gemeinde Ahrensbök. Birgit Kommans vom dortigen Familienzentrum sagte, dass dies ein Thema sei, dass die gesamte Gesellschaft betreffe – von jungen Eltern bis hin zu den Großeltern, die man ebenfalls erreichen möchte.

Jede Menge Vorträge und Aktionen

Über die Familienzentren und ihre Netzwerke zu Ärzten, Volkshochschulen und in den Einzelhandel seien Vorträge, Spiele- und Bastelabende erarbeitet worden, die zwischen dem 15. Februar und 15. März junge Eltern zum Nachdenken anregen sollen. 95 Veranstaltungen in Kitas, Bibliotheken und Grundschulen haben die acht Familienzentren erarbeitet, das Programm findet sich im Internet (siehe unten).

Über 90 Aktionen kreisweit

Die Familienzentren im Kreis Ostholstein sind vor genau zehn Jahren – also 2009 – aus der Taufe gehoben worden. Mit vier ging es los, heute sind es acht Familienzentren. Anlässlich des Jubiläums sind alle mit eingestiegen in die Kreis-Kampagne, die am Freitag, 15. Februar, startet. Ziel ist, Eltern dafür zu sensibilisieren, das Smartphone einmal liegen zu lassen und stattdessen mit dem Kind zu spielen oder zu reden. Es gibt eine Reihe von Veranstaltungen, Vorträgen, Spiel- und Bastelabenden – insgesamt 95 Angebote zwischen Fehmarn und Bad Schwartau. Das komplette Programm finden Sie auf der Homepage der Familienzentren.

Wie wichtig die Beschäftigung mit Kindern ist, verdeutlichte Silke Hüttmann vom Kinderschutzbund am Beispiel der Mediennutzung: „Zehn Minuten am Handy erfordern eine Regenerationszeit bei Kleinkindern von 40 Minuten, bei Grundschülern von 30 Minuten, bei Jugendlichen von 20 Minuten.“

Louis Gäbler

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