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Ostholstein Hansi Feist und sein 25. Vogel
Lokales Ostholstein Hansi Feist und sein 25. Vogel
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02:23 26.06.2013
Hans-Joachim Feist hofft auf die Fortsetzung der Tradition im Hause. Die Enkel Eneais (12, Mitte) und Josias (10) sind mit Eifer dabei. Quelle: Foto: gem

Am kommenden Montag feiert auch die Großenbroder Gilde das Vogelschießen. Und wie es die Tradition vorschreibt, wird am Abend der neue König auf den Rathaustreppen stehen. Er wird mit seinem glücklichen Schuss die Reste des Vogels von der Stange geholt haben.

Grund zur Freude besteht dann auch in der Nordlandstraße. Seit nunmehr 60 Jahren wird hier der Gildevogel der „Olen Gill von 1771“ gebaut. 1953 fertigte das Großenbroder Urgestein Fritz Karo (1991 verstorben) seinen ersten Vogel für das Gildefest. Schwiegersohn Hans-Joachim (Hansi) Feist setzte die Tradition fort. Zunächst lernend, mit den Jahren aber mit immer mehr Freude am Werke, übernahm er 1988 allein den jährlichen Bau des Adlers. In diesem Jahr fertigte er nun seinen 25. Vogel. „Fritz“ soll auch er heißen, beschloss der Vorstand bei der traditionellen „Vogelabnahme“, in Erinnerung an sein langjähriges, fleißiges Mitglied.

„Bedingt durch neue Sicherheitsvorschriften musste sich der Holzvogelbau 2008 stark verändern. Aus einem Baumstumpf, die Holzart war egal, haben wir damals das Holz zugeschnitten und in Form gehobelt“, erläutert Hansi Feist den Vogelbau mit den alten Werkzeugen. Manche Vögel waren so stabil, dass man einen zweiten Tag für den Königsschuss brauchte, weil die Dunkelheit einen Abbruch des Wettbewerbes erzwang. Heute verleimt Feist acht, jeweils 19 Millimeter dicke Tischlerplatten. Vorher in Form gesägt und mit Ausschnitten versehen, in die später die Zentren des Vogels — Flügel, Krallen, Kopf, Schwanz und Flattern eingefügt werden. „Aus 29 Einzelteilen wird der Vogel heute zusammengefügt“, sagt Hansi Feist. Erhalten geblieben sind Fragmente eines Metallvogels aus den Anfangsjahren der Gilde. Im Archiv findet man die Kopie eines Dokumentes aus dem 18. Jahrhundert, das ein Schießen auf solche Ziele aus Gründen der Sicherheit verbietet — seitdem feuert man am Sund auf Holzvögel.

Karlheinz Gemoll

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