Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Happy End für zwei Entenküken
Lokales Ostholstein Happy End für zwei Entenküken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:52 16.06.2016
Piepsen können die flauschigen Küken sehr laut – und bald wird wohl ein Schnattern daraus. Quelle: Fotos: S. Latzel
Anzeige
Ahrensbök

Sie sind klein, aber wirklich laut, und letztere Eigenschaft hat ihnen vermutlich das Leben gerettet. Zwei mutterlose Stockenten-Küken haben auf dem Hof Steindamm, der Nutztier-Arche in Ahrensbök, ein neues Zuhause gefunden – nach einer aufwändigen Rettungsaktion in der Lübecker Innenstadt.

„Daisy“ und „Donald“ leben seit ihrer Rettung auf dem Arche-Hof in Ahrensbök.

Der Rechtsanwalt Bernd Klein, der seine Kanzlei in der Lübecker City hat, entdeckte zunächst die Entenmutter, die verwirrt auf einem Parkplatz nahe der Beckergrube umherlief. „Da dachte ich mir gleich, dass etwas nicht stimmt“, sagt er. Ein Entenküken saß unter einem Auto. „Ich habe es ins Büro getragen und es ins Wasser gesetzt, damit es sich ein bisschen erholt“, berichtet Klein. Wieder auf dem Parkplatz, habe er lautes Piepsen aus einem Regenrohr gehört. „Ich habe dann die Feuerwehr gerufen.“

Ein Feuerwehrmann habe zwei weitere Küken behutsam aus dem Rohr befreit. „Zunächst wollte ich die Tiere selbst aufziehen“, meint Klein. „Aber es erschien mir doch besser, sie Profis anzuvertrauen.“

Von verschiedenen Besuchen kannte er den Hof Steindamm, auf dem sich jede Menge Federvieh tummelt. „Deshalb habe ich die Küken dort abgegeben.“

Für ein Küken war die Aufregung zu viel, es ist verendet. Die anderen beiden aber sind putzmunter. Derzeit sind sie noch mit weiteren Entenküken „in der Heizung“ untergebracht, wie Andrea Weber, die Chefin der Nutztier-Arche, erklärt: „Im Heizungsraum herrschen permanent 28 Grad.“ Aufgepäppelt werden die flauschigen, kleinen Wasservögel mit speziellem Kükenfutter, und Namen haben sie mittlerweile auch: Sie wurden „Daisy“ und „Donald“ getauft.

Tatsächlich soll es sich um eine Ente und einen Erpel handeln. „,Daisy‘ ist kleiner und hat einen gelblichen Schnabel, ,Donald‘ ist größer und hat einen braunen Schnabel“, erklärt Andrea Weber. Ihr Mann Thorsten Heide kennt ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. „Bei den Enten quaken die Weibchen viel lauter als die Männchen, das ist wie im richtigen Leben“, sagt er und lacht. Das tatsächliche Geschlecht der Lübecker Küken wird sich wohl spätestens Ende Juli zeigen, wenn sich ihr Federkleid ausgebildet hat.

Dann werden „Daisy“ und „Donald“ auch flügge. „Vielleicht fliegen sie ja einfach weg“, meint Andrea Weber, „es sind schließlich wilde Enten.“ Ansonsten könnten die beiden auf dem Hof auch einfach „mitlaufen“: „Hier gibt es so viele Enten, da kommt es auf zwei mehr nicht an.“ Wobei „Daisy“ und „Donald“ auf dem Hof Steindamm durchaus „Exoten“ sind: Zwar sind Stockenten die am weitesten verbreitete Wildenten-Art Europas – doch auf dem Hof gab es bislang keine. So müssen sich die wieselflinken Kleinen zwischen Pommern-, Lauf-, Hauben- und Flugenten behaupten. Aber auch diese Herausforderung werden sie wohl meistern.

 latz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige