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Ostholstein Haus des Gastes: Riesiger Schreck — dieser Brunnen ist weg
Lokales Ostholstein Haus des Gastes: Riesiger Schreck — dieser Brunnen ist weg
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22:16 17.03.2016
Der Brunnen vor dem Haus des Gastes war schon lange kein Schmuckstück mehr. Nun ist er ganz verschwunden. Quelle: Lutz Roeßler

Der Brunnen vor dem Haus des Gastes ist weg. „Ich bin entsetzt!“, teilte gestern der Eutiner Stadtverordnete Malte Tech (Freie Wähler) mit und kritisierte: „Ohne Beschlüsse der Stadtvertreter hat der Bürgermeister den Brunnen vor dem Haus des Gastes abreißen lassen.“ Das Entsetzen begründet Tech unter anderem damit, dass der Brunnen von dem bekannten Gartenarchitektenbüro Maasz- Fenne entwickelt wurde.

„Es wird abgeholzt und abgerissen, was das Zeug hält.“ Malte Tech, FWE

Dabei verhehlt Tech nicht, dass der Brunnen zuletzt alles andere als ein Schmuckstück war. „Auch wenn dieser Brunnen durch fehlende Unterhaltung des letzten Jahrzehnts stark gelitten hat, hätte er doch mit geringen Mitteln seiner Bedeutung wieder zugeführt werden können.“ Was mit dem Brunnen geschehen sei, lasse jedoch jede Sensibilität gegenüber der Gartenkunst vermissen. Stattdessen werde „abgeholzt und abgerissen, was das Zeug hält“, um „Platz zu schaffen für irgendwelche Buden und Zelte“ und das für nur etwa 160 Tage. Tech weiter: „Es wäre für jeden Gartenarchitekten ein Leichtes gewesen, den Brunnen in die Gestaltung der Landesgartenschau mit einzubeziehen.“

Tatsächlich ist die Landesgartenschau der Grund dafür, dass der Brunnen jetzt „zurückgebaut“ wurde, wie Stadtsprecherin KerstinStein-Schmidt auf Anfrage mitteilte. Im Unterschied zum Abriss sei damit keine Zerstörung des Brunnens verbunden. Er habe Platz machen müssen für die Gastronomie zur LGS, die dort einen ihrer Plätze habe.

Ob der Brunnen nach der Gartenschau wieder aufgebaut werde, darüber sei noch nicht befunden worden, so Stein-Schmidt weiter. „Es ist aber nicht unmöglich.“ Allerdings sei das Bauwerk „in keinem guten Zustand und als marode einzustufen“.

Per Bürgerentscheid hatten sich die Eutiner vor einem Jahr dafür ausgesprochen, das Haus des Gastes zu erhalten. Die Politik hatte für den Abriss des Hauses votiert. Der Rückbau des Brunnens, erläuterte Stein-Schmidt, habe nichts mit dem Bürgervotum zu tun. „Der Bürgerentscheid umfasst nur das Haus, nicht das Umfeld.“

Tech sieht sehr wohl eine Verbindung von Haus und Brunnen. „Die Kunst eines Gartenarchitekten ist es, Alt und Neu gestalterisch zu verbinden, so dass es sich zu einer neuen Einheit zusammenfindet.

Wer sich den Brunnen und das Haus des Gastes bewusst angeschaut hat, konnte erkennen, dass der Gartenarchitekt Fenne den Grundriss und die Höhenstaffelung des Gebäudes vom Eutiner Architekten Udo Stücker sensibel übernommen hat. So eine Gestaltung verstehe ich unter Gartenkunst.“

Von Susanne Peyronnet

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