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Ostholstein „Heaven 111“ trifft Jesus Christ Superstar
Lokales Ostholstein „Heaven 111“ trifft Jesus Christ Superstar
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20:36 12.10.2016
Der Chor „Heaven 111“ bereitet sich auf die beiden Aufführungen am zweiten November-Wochenende in Gleschendorf vor. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Sommer 2015 im Hamburger Opernhaus: Die Scharbeutzer Kantorin Lena Sonntag sieht sich das Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber an und weiß plötzlich: „Das ist genau unser Stück.“ Die 33-Jährige sieht in Gedanken sogar schon Sänger und Sängerinnen ihres Gospel- und Popchores „Heaven 111“ in den Hauptrollen.

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Pop- und Gospelchor aus Scharbeutz studiert Musical ein – zwei Aufführungen im November in Gleschendorf.

Mit ihrem Vorschlag wagte sie sich zum nächsten Übungsabend. „Die Idee ist vielleicht ein bisschen verrückt, aber was haltet Ihr von einem Musical?“, fragte sie die etwa 60 Chormitglieder, die zwischen 23 und 75 Jahre alt sind. Lena Sonntag erinnert sich: „Nicht alle waren gleich davon überzeugt, aber irgendwann entwickelte sich eine riesige Eigendynamik.“ Mittlerweile sind alle mit großem Engagement und Ehrgeiz dabei. Einstudiert wird seit Mai, die beiden Aufführungen sind im November. Demnächst kommen auch die Profis der „Friend’tett-Musical-Band“ aus Lübeck zu den Proben dazu.

Anders als bei den bisherigen Auftritten mit Gospels und Popsongs wird bei „Jesus Christ Superstar“ auch getanzt und geschauspielert. Außerdem tragen die Sänger Kostüme, und ein Bühnenbild gibt es auch. Für all das gab es spontane Unterstützung: Sylvia Brühl erklärte sich bereit, alle Kostüme zu nähen, Claudia Steinhäuser und Tanja Toth unterstützen in Sachen Tanzchoreographie. Für das Bühnenbild zeichnet Claudia Büring verantwortlich, und die Opernsängerin Katharina Kühn aus Rostock arbeitet mit an der schauspielerischen Bühnenpräsenz der Darsteller.

Lena Sonntag, die seit fünf Jahren an der Küste als Kantorin arbeitet, zeigt sich „sehr zufrieden“ mit ihrem Chor. Besonders stolz ist sie auf eines: „Wir besetzen alle Rollen mit eigenen Sängern und Sängerinnen, brauchen also niemanden von außerhalb. Damit ist es ganz alleine unser Projekt.“

Vor der ersten Aufführung am 12. November wird es noch so einige Proben in Scharbeutz geben. Denn Sicherheit, so weiß Lena Sonntag nur allzu gut, ist die beste Medizin gegen Lampenfieber. „Wir haben natürlich schon in voll besetzten Kirchen gesungen, aber das hier ist etwas ganz Anderes“, sagt sie und empfiehlt allen: „Üben, üben, üben.“ Denn nur die, die sicher in Text und Melodien sind, können sich auf der Bühne auch gut bewegen. Zu den singenden Tänzerinnen gehört Silvia Massa aus Timmendorfer Strand. Sie ist seit 14 Jahren bei „Heaven 111“ dabei, stieß also ein Jahr nach dessen Gründung dazu. „Ich war zu Anfang sehr skeptisch und zweifelte, ob wir das Musical schaffen würden“, gesteht die 48-Jährige. Fragen wie „Können wir das alles umsetzen?“ und „Finden wir die richtigen Solisten?“ beschäftigten sie sehr. Doch schon bald habe auch sie sich anstecken lassen von der Begeisterung für „Jesus Christ Superstar“.

Erst seit zwei Jahren dabei ist Lutz Rieken (61) aus Timmendorfer Strand. Er erzählte: „Lena Sonntag ist aus pädagogischer Sicht ja total fit.“ So habe sie ihn fast nebenbei gefragt, ob er mal „eine kleine Solorolle“ übernehmen wolle. Er habe sofort Ja gesagt und erst danach festgestellt, dass es sich um eine der Hauptpartien handelt. Rieken genießt das Chorleben, denn: „Wir pushen uns gegenseitig und applaudieren schon während der Probe, wenn etwas gut gelaufen ist. Das macht richtig Gänsehaut.“

Das Rock-Musical „Jesus Christ Superstar“ wurde im Oktober 1971 im Mark-Hellinger-Theater in New York City uraufgeführt. Die Musik wurde von dem damals noch unbekannten Andrew Lloyd Webber geschrieben, Tim Rice schrieb die Liedtexte in Anlehnung an die Bibelerzählungen der letzten sieben Tage Jesu. Die deutsche Fassung, die auch in Gleschendorf gesungen wird, stammt von Anja Hauptmann.

Die gesamte Aufführung in der Feldsteinkirche, die 270 Personen Platz bietet, dauert etwa zwei Stunden. Eingeplant ist eine Pause. Die Zuhörer können sich dann mit Getränken versorgen.

Aufführung im November

Das Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber wird aufgeführt am Sonnabend und Sonntag, 12. und 13. November, jeweils ab 18 Uhr in der Feldsteinkirche in Gleschendorf.

Eintrittskarten kosten 20, 15 oder acht Euro. Ermäßigungen um fünf Euro gibt es für Schüler und Studenten in den beiden ersten Preiskategorien.

Der Vorverkauf läuft mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Kirchenbüro

Gleschendorf und montags von 17.30 bis 18.30 Uhr im Alten Pastorat Gleschendorf. Bestellung und Versand erfolgen auch im Internet unter der Adresse www.kirchenmusik-gleschendorf.de.

 Christina Düvell-Veen

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