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Ostholstein Heiligenhafen: Der Kampf um Gosch
Lokales Ostholstein Heiligenhafen: Der Kampf um Gosch
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21:59 07.12.2017
„Gosch zieht.Heiko Müller Bürgermeister

Das geschieht ausgerechnet bei einem Projekt, für dessen Realisierung Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) sowie die HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel und Manfred Wohnrade – überraschend – an einem Strang ziehen. Die Weichen schienen bereits gestellt, doch mit einem Mal kommt Gegenwind auf. Kritische Bürger im Ausschuss (und bei Facebook), dazu einige Gastronomen mit Ulrich Elsner (Küstenfischer Nord) an der Spitze, begehren gegen die Gosch-Pläne auf. Elsner hatte gegenüber den LN mehrfach Qualitätsgastronomie für Heiligenhafen gefordert. Er selbst schafft im ehemaligen Rettungsschuppen gerade ein hochwertiges Restaurant – das allerdings mit Gegenwind der anderen Gastronomen im Hafen . . .

Elsners Kurs überrascht auch deswegen, weil er ja mit den HVB mehrere Projekte – wie das Hafenhotel – realisiert hat.

Tourismus-Chef Manfred Wohnrade sagt angesichts steigender Übernachtungszahlen: „Wir benötigen dringend noch mehr Gastronomie. Die kann auch ganz außergewöhnlich sein.“ Die bestehenden Anbieter seien auch in der Nebensaison stets voll besetzt. Der Bedarf sei vorhanden. Sein Kollege Joachim Gabriel untermauert diese Aussagen mit Zahlen: „Im Jahr 2007 hatten wir noch 453000 Übernachtungen, aktuell liegen wir bei 700000.“ Zusätzlich seien 750000 Tagesgäste verteilt übers Jahr im Ort.

Gosch wolle 250 Sitzplätze, die Hälfte draußen, schaffen. Das Ganze mit 28 Ganzjahresarbeitsplätzen sowie weiteren 15 saisonalen Jobs. Dies alles müsste laut Gabriel neben dem attraktiven Gosch-Angebot – mit Yachtanlegeplatz – eine Rolle spielen. Auch Bürgermeister Müller ist begeistert und sagt: „Gosch zieht, und zwar für die anderen Mitbewerber gleich mit.“ Es handle sich um eine etablierte Marke.

Müller, HVB und Gosch-Vertreter trafen sich gestern nochmals in Heiligenhafen. Jetzt soll auch die Politik mehrheitlich überzeugt werden. Aktuell scheint die 19-köpfige Stadtvertretung in mehrere auch innerparteiliche Lager gespalten. Müller meint: „Besser wir vertagen das Thema, ehe wir das Projekt leichtfertig riskieren.“

Von Peter Mantik

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