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Ostholstein Fährverkehr auf dem Binnensee geplant
Lokales Ostholstein Fährverkehr auf dem Binnensee geplant
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18:23 04.01.2019
Elektrofähren fuhren während der Landesgartenschau in Eutin auf dem Großen Eutiner See und sollen jetzt in Heiligenhafen zum Einsatz kommen. Quelle: HFR
Heiligenhafen

Bereits 2017 hatten die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) mit dem Gedanken gespielt, künftig eine Elektrofähre auf dem Binnensee schippern zu lassen. Als Vorbild galt der Einsatz solcher Boote bei der Landesgartenschau in Eutin. Damals gescheitert, wird die Idee in Heiligenhafen jetzt wieder aufgegriffen. Dabei setzen die Verantwortlichen auch auf einen Informationsaustausch mit der Stadt Plön.

Nachdem auch Plön auf dem Großen Plöner See einen Elektro-Fährverkehr plant, haben die HVB im September 2018 wieder den Kontakt mit dem Kreis Ostholstein aufgenommen. „Wir gehen in der Sache jetzt strukturierter vor und haben diesmal deutlich bessere Chancen als beim ersten Versuch vor etwa anderthalb Jahren“, erläutert Joachim Gabriel, Geschäftsführer der HVB.

Prüfung naturschutzrechtlicher Vorgaben

Die HVB seien in einem engen Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises. Welche Bereiche des Binnensees genutzt werden können und zu welchen Zeiten, das soll eine FFH-Verträglichkeitsprüfung ergeben, die in Abstimmung mit der UNB bereits in Auftrag gegeben wurde und die wegen der Nähe zum Vogelschutzgebiet „Graswarder“ und der Bedeutung des Binnensees für Rastvögel erforderlich ist.

Die HVB bauen bei der touristischen Maßnahme Elektrofähres auch auf Gespräche mit der Plöner Verwaltung, die allerdings dem Fahrplan etwas hinterherhinkt. „Wir warten auf den Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie“, sagt Plöns Bürgermeister Lars Winter (SPD). Die Studie hätte schon längst auf dem Tisch liegen sollen. Aber dennoch habe man seine bisherigen Erkenntnisse gerne den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben mitgeteilt.

Keine Konkurrenz mit Plön

„Wir freuen uns, wenn das Projekt auch in Heiligenhafen zum Tragen kommt. Wir sehen uns nicht als Konkurrenten, wenn die Ostholsteiner schneller zum Zuge kommen sollten“, betont Winter. Man arbeite gut zusammen, der eine könne vom anderen lernen. Ursprünglich wollte Plön die gebrauchte Fähre aus Eutin kaufen. Da Plön aber ohne Studie noch nicht zugreifen kann, besteht die Gefahr, dass andere Interessenten beim Fährbesitzer schneller zum Zuge kommen.

Die Eutiner Fähre ist in Heiligenhafen kein Thema. Denn die HVB streben eine Förderung über die Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn an und die ist, laut Gabriel, wohl im Rahmen der Integrierten Entwicklungsstrategie nur bei einer neuen Fähre möglich. „Wir möchten aber eine ähnliche Elektrofähre wie auf dem Eutiner See einsetzen. Diese Fahrzeuge verfügen über Gel-Batterien, sodass es keine Beeinträchtigung des Binnenseewassers gibt“, erklärt Gabriel. Die Aufladung der Batterien erfolge über die Stadtwerke Heiligenhafen dann mit sogenanntem blauen Strom aus Wasserkraft.

Vier Anlegestellen am Binnensee

Die Fähre soll barrierefrei sein, da sie wegen ihrer Konstruktion über keine Bordwand verfügt. Mobilitätseingeschränkt oder mit Kinderwagen könnte die Fähre problemlos genutzt werden, sagt der HVB-Geschäftsführer. Es sind vier Anlegestellen an Schwimmstegen im Binnensee geplant. Der Fährverkehr ist ausschließlich in der Saison außerhalb der Rastvogelzeiten vorgesehen.

Der Fährverkehr soll dabei nicht nur ein zusätzliches Angebot an die Gäste und die Einwohner Heiligenhafens sein. Angestrebt wird damit auch eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs während der stark belasteten Sommermonate rund um den Binnensee. Eine Realisierung ist für 2020 angedacht. „Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt“, sagt Joachim Gabriel.

Markus Billhardt

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