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Ostholstein Heiligenhafen: Lidl will exklusiven Neubau
Lokales Ostholstein Heiligenhafen: Lidl will exklusiven Neubau
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20:30 04.03.2016
Lidl benötigt mehr Platz. Quelle: bg

Baut Lidl einen neuen Markt am Sundweg? Und wenn ja, wie groß darf er werden? Und darf auch ein Drogeriemarkt hinzukommen? Dieser Themenblock beschäftigte den Stadtentwicklungsausschuss Heiligenhafen, der unter der Leitung von Dr. Theodor Siebel (SPD) tagte. Einstimmig beschlossen wurde ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Zuvor hatte Stadtplaner Karl Wefers deutlich gemacht, dass es zunächst um eine Beschlussvorbereitung für die Stadtvertretung gehe. „Für das Bauvorhaben gibt es auch noch keinen Vorentwurf“, betonte er. „Sie geben hier ein Signal und versetzen Lidl in die Lage, mit den drei Eigenheimbesitzern zu verhandeln.“

Diese drei Eigenheime liegen direkt neben dem jetzigen Lidl- Markt. Wie Niklas Ostendorf als Vertreter von Lidl mitteilte, solle die jetzige Bestandsimmobilie an die DM-Drogeriekette untervermietet werden. Lidl selbst möchte daneben ganz neu bauen und brauche die drei angrenzenden Grundstücke. Das künftige Objekt habe ein völlig anderes Aussehen mit moderner Architektur und großzügigem Eingangsbereich. „So etwas gibt es bisher nur zwei oder drei Mal in Deutschland“, teilte er mit. Lidl plane eine Verkaufsfläche von 1350 Quadratmetern für sich selbst und von 650 Quadratmetern für DM. Die vergrößerte Verkaufsfläche sei notwendig, da die Regale nicht mehr so hoch wie früher aufgestellt sein sollen. Die Warenpräsentation gehe mehr in die Breite. „Es ist also keine Sortimentserweiterung geplant“, betonte Niklas Ostendorf.

„Das ist ja nun eine komplett andere Nummer“, wandte Stephan Karschnick (CDU) angesichts der gewünschten Erweiterung ein. „Es sollte ursprünglich doch nur das bestehende Gebäude erweitert werden.“

Ostendorf wies auf die wirtschaftlichen Gesichtspunkte hin, die seine Firma zu der genannten Planung geführt hätten. „Wir müssen uns positionieren und neu aufstellen“, so der Lidl-Vertreter.

Fraglich erschien den Ausschussmitgliedern, ob der DM an dieser Stelle einziehen solle. „Wir haben DM bei Aldi/Edeka abgelehnt“, erinnerte Dr. Theodor Siebel. „Jetzt soll er hier hin. Das müssen wir noch diskutieren.“

Eine ausführliche Betrachtung über die Einkaufssituation in Bezug auf die Lebensmittelmärkte in Heiligenhafen gab anschließend Sandra Emmerling vom Büro Dr. Lademann und Partner aus Hamburg. Sie befürwortete die Lidl-Pläne. „Jeder Markt will sich zeitgemäß aufstellen“, erläuterte sie. Natürlich bedeute dies, dass sich die Märkte gegenseitig die Umsätze wegnehmen würden.

Im Zusammenhang mit der Lidl- Planung steht eine mögliche Veränderung der Verkehrssituation. Ostendorf wies darauf hin, dass in dem Bereich zurzeit eine Geschwindigkeit von 60 km/h erlaubt sei. Bei stärkerer Frequentierung des Marktes sei daher eine Kreisverkehrlösung die bessere Variante für die Verkehrssicherheit. Entsprechende Flächen für einen Kreisverkehr würde Lidl einplanen.

Ein weiteres Thema war der geplante Wohnpark Heiligenhafen. Dieser soll nach den Planungen des Investors Zocher zwischen Dazendorfer Weg und Lütjenburger Weg gebaut werden. Die Abstimmung erfolgte mit fünf Ja- und vier Nein- Stimmen für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Das Projekt sieht eine Seniorenresidenz mit 79 Pflegeplätzen und 20 Wohneinheiten für „Betreutes Wohnen“ vor.

Außerdem sollen 95 Eigentumswohnungen entstehen, die sich über mehrere Gebäude verteilen. bg

Möglichkeiten eines städtebaulichen Konzeptes

Die Stadt verändert sich in vielen Bereichen. Braucht Heiligenhafen daher auch ein städtebauliches Konzept für die Innenstadt? Dieses Thema wurde kurzfristig auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses gesetzt.

Stadtplaner Karl Wefers hatte damit die Gelegenheit, den Mitgliedern einen Überblick über die Möglichkeiten eines solchen Konzeptes zu geben. Es fehle bislang ein Entscheidungsmaßstab wie auch ein Leitbild, erläuterte der Planer. „Möchten Sie das alte Heiligenhafen als Leitbild?“, fragte er. „Haben Sie das im Kopf — oder etwas anderes?“ Darüber müsse also Klarheit geschaffen werden, ebenso über den Einzugsbereich des Konzeptes. Nach einer Bestandsaufnahme müsse dann die Aufgabenstellung und die Vorgehensweise betrachtet werden. Anscheinend sei es so, dass die bisherige Gestaltungssatzung „nicht konkret genug“ sei, sagte Wefers.

„Wir werden diskutieren, ob wir das Konzept brauchen“, fasste Ausschussvorsitzender Dr. Theodor Siebel die Präsentation zusammen. Der Vortrag des Stadtplaners wird allen Parteien zur Verfügung gestellt, damit diese sich zunächst intern abstimmen können. bg

LN

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