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Ostholstein Heiligenhafen: Sturm spült den kompletten Strand weg
Lokales Ostholstein Heiligenhafen: Sturm spült den kompletten Strand weg
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20:38 01.11.2017
Obwohl das Hochwasser niedriger ausfiel als beim Orkan „Axel“ im Januar, ist der Sand sogar an den Dünenfüßen abgetragen worden. Quelle: Foto: Hfr
Heiligenhafen

Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) inspizierte gestern den Hauptbadestrand auf dem Steinwarder. „Der Strand ist weg, auch an den Testbuhnenfeldern“, sagt Müller. Experte Thomas Langmaack vom LKN wurde über den Schaden informiert. Ihm wurden bereits Bilder zugesandt. „Noch in dieser Woche wird sich eine Kollegin von mir vor Ort umschauen“, sagt Langmaack.

Nach Sturm „Axel“ im Januar hat jetzt „Herwart“ zugeschlagen. In Heiligenhafen hat er den kompletten Strand weggespült. Das Ausmaß ist so gravierend, dass nun der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) anrückt und sich der Sache annimmt.

Außerdem werden vom LKN im Bereich der beiden Testbuhnenfelder Messungen in Auftrag gegeben, um echte Daten über das Ausmaß des Sandverlustes zu erhalten. Dies sei ein wichtiger Teil im Zuge des Monitorings, das eine Laufzeit von fünf Jahren habe. Langmaack: „Die Daten, die wir jetzt ermitteln können, werden wichtige Informationen liefern.“

Am Ende des Prozesses werde spätestens in gut vier Jahren anhand der ermittelten Daten entschieden, ob die Buhnenfelder erweitert werden, oder das Projekt eingestellt und die Suche nach alternativen Lösungen fortgesetzt werden muss.

In Heiligenhafen wird parallel in den sozialen Netzwerken im Internet eine Diskussionen über Sinn und Unsinn der beiden Testbuhnenfelder geführt. Die unterschiedlichen Positionen werden kontrovers diskutiert. Die einen huldigen die Holzpfähle als Allheilmittel und sehen nach dem Sturm sogar Erfolge am Strandbild. Die Kritiker hingegen fühlen sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass bei den Testbuhnen Geld in der Ostsee versenkt werde. Sicher ist, dass die Aufspülungen vergebens waren – der Sand ist vollends verloren.

Langmaack nimmt bereits all denen Wind aus den Segeln, die sich durch die Testbuhnen neue Sandgewinne versprechen. „Die Buhnen sollen den Strand stabilisieren und Sandverluste minimieren. Die Strömungen verlaufen weiter draußen. Die Ostsee wird den Strand daher nicht von alleine mit Sand versorgen.“ Schwierig für Einheimische sei die Beurteilung von Ursache und Wirkung. Wichtig sei es jetzt, dass die Buhnenfelder anders als im Januar nach Sturmtief „Axel“, unberührt blieben.

Was Bürgermeister Müller umtreibt, ist die Küstenschutzsituation am Heiligenhafener Graswarder. Nach Abstimmung mit dem LKN sagt er: „Es hilft hier nichts, wenn einzelne Hausbesitzer für sich Maßnahmen ergreifen.“ Denn die würden im Zweifel den Nachbarn Schaden zufügen. Eine Aufgabe sei es, hier eine gemeinschaftliche Lösung herbeizuführen.

Küstenschutz

Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN): 725 Mitarbeiter haben die Aufgabe, das Land zu schützen. Dies sind 536 km Ostsee- und 466 km Nordseeküste, ebenso wie die 30000 Kilometer Bäche und Flüsse und die über 300 Seen.

350000 Menschen leben in potenziell überflutungsgefährdeten Küstenniederungen.

Organisation: Fünf Geschäftsbereiche, 28 Standorte, 110 Millionen Euro Jahresumsatz.

Peter Mantik

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