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Ostholstein Heiligenhafener Ortsbild mit mehr Höhen als Tiefen
Lokales Ostholstein Heiligenhafener Ortsbild mit mehr Höhen als Tiefen
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22:02 15.01.2018
Die Erlebnisseebrücke in Heiligenhafen wie auch der Strandbereich wurden äußerst positiv von den Gutachtern bewertet. ARCHIVFOTO: MICHAEL KIRCHNER

Die Diskussion in der Stadt wird lebhaft geführt. Reicht es nun mit der Entwicklung? Braucht es weitere Projekte? Was ist mit der Innenstadt? Die LN skizzieren die wichtigsten Erkenntnisse aus einer Bürger-Befragung, an der 26 Personen von April bis Juni 2017 teilnahmen.

Berater

Die Firma dwif Consulting mit Sitz in München ist ein Berater für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Das Gutachten für Heiligenhafen erstellte Diplom-Geograf Markus Seibold.

Das bauliche Erscheinungsbild der Stadt bewerten 66,7 Prozent als zufriedenstellend, 4,2 Prozent mit „sehr zufrieden“, aber auch 29,2 Prozent mit „weniger zufrieden“. Unter touristischen Gesichtspunkten sind sogar 40 Prozent weniger zufrieden, dagegen 8,0 Prozent sehr zufrieden. 96,2 Prozent aller Befragten sehen weiteren Verbesserungsbedarf bei der touristischen Infrastruktur. Trotz der neuen Hotels, Binnenseepromenade, Kleinfischerbrücke und und und.

Abgestimmte Architektur, ausreichend Gastronomie

36,4 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass es wünschenswert wäre, wenn die Stadtvertreter über mehr Fachkenntnis verfügen würden. Es gab niemanden, der dieser Auffassung widersprach.

Vor allem wird deutlich, dass es für Bauprojekte nach Auffassung der Befragten kein Leitbild beziehungsweise eine klare Definition gibt.

Bei einer Begehung der Stadt durch Dwif-Gutachter wurde etwa in der Fußgängerzone positiv angeführt, dass Häuser architektonisch aufeinander abgestimmt seien, dass es aber auch „Bausünden“ wie das Kaufhaus Stolz gebe sowie wenige Sitzgelegenheiten und Bepflanzungen. Ähnliches Bild am Markt, auch hier müsse die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Dagegen positiv: Im Ort sei ausreichende und ansprechende Gastronomie vorhanden wie etwa Lütt Hus, Altdeutsche und Salzspeicher. Dennoch wird von dwif Consulting eine Innenstadtbelebung empfohlen. Der Stadtpark müsse zudem besser gepflegt werden. Grundsätzlich sei das Fußgängerleitsystem positiv, jedoch einzelne Schilder kaum lesbar.

Auch einige unattraktive Ecken

Die Begehung der touristischen Zonen ergab folgende Ergebnisse: unattraktiver Kursaal und unattraktiver wie überdimensionierter Ostsee-Ferienpark. Auch der Veranstaltungs-Pavillon sei unattraktiv wie auch die Gastronomiezeile am Ferienpark.

Sehr positiv bewertet werden die neu gestalteten Bereiche wie die Promenade, ein sauberer Strand, gute Strandzugänge, Sitzgelegenheiten, Seebrücke und der Graswarderweg mit vielen Geschäften.

Speziell hier sei die Aufenthaltsqualität „hoch“. Gut benotet wurde auch die Binnensee-Promenade. Der Kommunalhafen konnte schwer bewertet werden aufgrund der Bautätigkeiten zum Zeitpunkt der Begehung. Gastronomie sei hier aber ausreichend, nur die Werbeschilder seien zu aufdringlich. Durchweg positiv bewerten die Gutachter den Yachthafen.

Im Fazit schreibt dwif Consulting: Konkreter Handlungsbedarf besteht beim Marktplatz, im Stadtpark sowie am Ferienpark.

In Ostholstein wurden weitere Gutachten für Neustadt, Grömitz, Kellenhusen, Großenbrode und Fehmarn erstellt.

 Peter Mantik

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