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Heiligenhafens Kommunalhafen: Von Willy Freter bis heute

Heiligenhafen Heiligenhafens Kommunalhafen: Von Willy Freter bis heute

Ob Stellnetzfischerei-Verordnung oder Fahrgastschiffs-Richtlinie — der Fischereihafen in Heiligenhafen hat schon bessere Zeiten erlebt. Die LN reisten in die Vergangenheit.

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Schwarz-Weiß-Fotografie aus den 50er Jahren, noch mit Holzkisten. Die Fischverwertungs-Genossenschaft wurde 1949 gegründet.

Quelle: Foto: hfr

Heiligenhafen. Es ist ein Tag, an dem man glatt meinen könnte, es sei heile Welt. Die Sonne strahlt, Möwen kreischen und Passanten schlendern am Fischereihafen Heiligenhafen.

Ein Friede, der ein wenig täuscht. Denn die Betriebe am Hafen haben wegen politischer Entscheidungen zu kämpfen, müssen teilweise um ihre Existenz fürchten. Die Fischer stehen wegen der Stellnetz-Verordnung mit dem Rücken zur Wand, die Fahrgastschifffahrt ihrerseits wegen nationaler Richtlinien (LN berichteten).

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Schwarz-Weiß-Fotografie aus den 50er Jahren, noch mit Holzkisten. Die Fischverwertungs-Genossenschaft wurde 1949 gegründet.

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Lange vorbei sind die goldenen Zeiten, in denen mit Fischerei, Angelfahrten und Butterdampfern richtig Geld verdient werden konnte. Die LN erinnern sich mit Zeitzeugen. Gretel Flindt und ihr Gatte Uwe sitzen in der neuen Fischhalle, genießen einen Kaffee mit Blick auf den Hafen. 1962, mit gerade einmal 15 Jahren, ging sie hier in ihre kaufmännische Ausbildung, von 1984 bis 2007 war sie schließlich Geschäftsführerin der Fischverwertungs-Genossenschaft Heiligenhafen, die sich heute Küstenfischer Nord eG nennt.

Klaus Grunert gesellt sich dazu. Der 49-Jährige arbeitet mittlerweile auch für die Küstenfischer Nord. Als er mit 18 Jahren in die Branche einstieg, fuhr er aber noch in der Flotte des großen Willy Freter. Der war damals einer der größten Arbeitgeber Heiligenhafens. „In den 80er Jahren“, erinnert sich Grunert, „herrschte immer noch die große Euphorie aus den 70ern. Die Geschäfte im Hafen boomten, da war reichlich Leben.“

Im Hafen legt gerade ein Fischer ab. Flindt beobachtet dies und sagt: „Heutzutage haben diese Ein-Mann-Betriebe zu kämpfen. Dabei muss doch die Politik begreifen: Unsere Gäste wollen keinen Museumshafen, die wollen maritimes Leben erfahren.“ Aber natürlich weiß Flindt: „Die große Politik in Berlin nimmt uns nicht wahr.“ Auch mit Blick ins Landeshaus nach Kiel sagt die 66-Jährige: „So lange dort Dr. Habeck Minister ist, habe ich große Sorge um unsere Branche.“ Die aktuelle Flotte der Küstenfischer Nord hat in Heiligenhafen zwölf Boote liegen, in der gesamten Genossenschaft mit Kappeln und Maasholm zusammen 27. „Früher“, erzählt Grunert, „gab es 70 bis 80 Angelkutter und Fischereiboote, dazu die Butterdampfer.“ Ende der 60er Jahre bis in die tiefen 80er Jahre, das war die Glanzzeit in Heiligenhafen. Freter allein habe eine ganze Flotte gehabt. Er stieg 1962 ins Geschäft ein, um die Arbeiter zum Bau der Fehmarnsundbrücke zu transportieren. Später hatte er bis zu 14 Kutter. Gigant Freter war es auch, der Busunternehmen finanziell unterstützte, damit Gäste aus Berlin und Hamburg für einen Pfennig in die Warderstadt reisen konnten. Flindt hat die Bilder noch im Kopf: „Damals waren die Parkplätze voll mit Bussen.“ Zum Vergleich: Heute kostet eine Angeltour 35 Euro.

Angefangen hat alles 1949 mit der Gründung der Fischverwertungs-Genossenschaft. Damals herrschte wie heute eine Hafen-Idylle — nur rustikaler. Die Fänge wurden in Holzkisten verpackt, Lkw transportierten den mit Eis überschütteten Fisch auf offenen Ladeflächen. Für 80 000 Mark wurde 1952 eine Eisfabrik am Westende des Hafens übernommen. Ein Anfang war getan. Mit der neuen Fischhalle, so hoffen die Küstenfischer heute, wurde ebenfalls eine erfolgreiche Zukunft eingeläutet. Verabschiedung am Willy-Freter-Platz. „Wissen Sie was“, sagt Gretel Flindt, „die Fischerei wird es immer geben.“

• Fotos auf www.facebook.com auf der Seite „KFK Heiligenhafen“

„Die Fischerei wird es immer geben.“
Gretel Flindt, ehemals Geschäftsführerin

Peter Mantik

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