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Ostholstein Heimspiel für Hümme
Lokales Ostholstein Heimspiel für Hümme
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20:47 11.10.2017
Am Gemälde „Havarie am Pier“ von Andreas Achenbach aus dem Jahr 1861 weist Dr. Julia Hümme auf spätromantische Anklänge hin. Quelle: Fotos: Astrid Jabs
Eutin

Der Sommer stand ganz im Zeichen der großen Playmobilausstellung, die mit 14 500 Besuchern in drei Monaten ein voller Erfolg gewesen ist. Jetzt kehrt mit der Ausstellung „Mensch und Meer. Gemälde der Düsseldorfer Malerschule“ die Kunst zurück ins Ostholstein-Museum und aus ihrer Freude darüber macht Museumsleiterin Dr. Julia Hümme keinen Hehl: „Es ist schön, nach den drei intensiven Monaten wieder Bilder an der Wand zu haben“, sagt die Kunsthistorikerin. Und was für Bilder: 59 Werke zum Thema Mensch und Meer hat Dr. Hümme im Magazin der Dr. Axe-Stiftung in Kronenburg/Eifel ausgesucht.

Die Wände des Ostholstein- Museums in Eutin zieren wieder Bilder. 59 Gemälde der Düsseldorfer Malerschule aus der Sammlung der Dr. Axe-Stiftung sind in den Räumen zu sehen. Sie zeigen auch Landschaften der Nord- und Ostseeküste. Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet.

Die Auswahl zeigt nicht nur die Bandbreite von Landschaftsmalerei, Genrebildern und Mischformen aus beidem. Sie bildet auch die Entwicklung der renommierten Düsseldorfer Kunstschule vom 19. bis in das frühe 20. Jahrhundert ab. In den Bildern aus einem Entstehungszeitraum von rund 70 Jahren lassen sich Veränderungen in Maltechnik und Naturwahrnehmung erkennen. Das Spannungsfeld zwischen spätromantischen Elementen etwa in Andreas Achenbachs „Havarie am Pier“ und modernen Anklängen wie in August Kauls Blick auf die Kirche St. Severin in Keitum auf Sylt wird durch die motivische Hängung intensiviert.

Die Küste von Nord- und Ostsee, niederländische Hafen- und Strandlandschaften und das Alltagsleben der Fischer und Seeleute waren für die Künstler der Düsseldorfer Schule ein natürlicher und ursprünglicher Gegenpol zur zunehmend von Technik und Industrialisierung geprägten urbanen Welt. Mit Staffelei und Pinsel begaben sich die Maler auf neuen Wegen auf Reisen gen Norden. In Pleinair (Freiluft)-Studien und durchkomponierten großformatigen Gemälden setzten sie sich mit der unverwechselbaren Farbpalette von Himmel und Meer und den Lebensumständen der Menschen auseinander. Die Faszination der Künstler überträgt sich bis heute ganz unmittelbar und auch in der vertieften Auseinandersetzung auf den Betrachter.

Für Julia Hümme ist die Düsseldorfer Schule ein intellektuelles Heimspiel. Sie hat über einen ihrer Vertreter, den Maler Gregor von Bochmann, promoviert. Auf die Schau „Mensch und Meer“ ist sie vor sechs Jahren in Keitum aufmerksam geworden. Die Sammlung von Gemälden der Düsseldorfer Schule des Versicherungsunternehmers Dr. Hans Günther Axe (1920-2008) bildete den Grundstock für ein ständig anwachsendes Kontingent an Bildern dieser Herkunft. Für das Ostholstein-Museum rundet die Ausstellung ein Jahr ab, das im März mit drei Malern der Gruppe der Norddeutschen Realisten und deren Blick auf die Lübecker Bucht begonnen hat.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Mensch und Meer“ wird am Sonntag, 15. Oktober, um 11.30 Uhr in Anwesenheit von Kreispräsident Ulrich Rüder eröffnet. Sie ist bis Sonntag, 28. Januar 2018, zu sehen. Das Ostholstein-Museum, Schlossplatz 1, in Eutin ist mittwochs bis freitags von 15 bis 17 Uhr sowie sonnabends, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Astrid Jabs

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