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Ostholstein Heimspiel in Oldenburg: Physik-Professor analysiert Star Trek
Lokales Ostholstein Heimspiel in Oldenburg: Physik-Professor analysiert Star Trek
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20:26 22.08.2016

Physikalische Gesetze und Berechnungen sind nicht jedermanns und -fraus Sache. Doch wenn Metin Tolan über sie spricht, wird daraus schnell ein amüsanter und kurzweiliger Abend. Der Professor für Experimentelle Physik mit ostholsteinischen Wurzeln erklärte am Sonnabend in Oldenburg die „Star Trek Physik“ und traf dabei auf zahlreiche Freunde und alte Bekannte.

Metin Tolan nahm sich auch Zeit, Bücher zu signieren. Quelle: Bruinessen

„Kommt her, hier ist noch Platz“, winkt Metin Tolan eilig vier Nachzügler ganz nach vorne in die erste Reihe. Und freut sich sichtlich, dass die ehemaligen Schulkameraden es doch noch geschafft hatten. „Es ist immer etwas besonderes, einen Vortrag in meiner alten Heimat zu halten“, so der 1965 in Oldenburg geborene Physiker. Und auch für ehemalige Weggefährten, Schulkameraden als auch Lehrer, scheint der Besuch Tolans eine gute Gelegenheit zu sein: zur gemeinsamen Erinnerung und zum Auffrischen alter Bande.

Natürlich habe er noch Verbindungen in die alte Heimat, erzählt Metin Tolan, der am Freiherr-von- Stein-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, „meine Schwester lebt hier und auch einige Freunde von mir“.

Und so wird aus einer Vortragsveranstaltung dann ganz schnell eine kleine Wiedersehensfeier: „Da wird zusammen gesessen und was getrunken, wie das eben so ist, wenn man alte Freunde wiedertrifft“, erklärt der Physiker und freut sich sichtlich auf den Ausklang des Abends.

Doch vor dem Vergnügen steht erst einmal die Arbeit. Obwohl man während des Vortrags schnell merkt, dass dem 51-Jährigen diese auch großen Spaß bereitet. Mit einem guten Schuss Humor, einer ausreichenden Prise Selbstironie und jeder Menge verständlich aufbereiteter physikalischer Fakten unterhält er gekonnt sein Oldenburger Publikum. Weit über 100 Zuhörer haben den Weg in die Buchhandlung „Ton & Text“ gefunden und lassen sich mitnehmen auf eine Reise in die unendlichen Weiten des Star-Trek-Universums.

In nur 90 Minuten erklärt Tolan, warum die Erforschung des Weltraums eine eher schwierige Angelegenheit ist, macht deutlich, dass wir, auch wenn es weiteres Leben „dort draußen“ gäbe, noch lange warten müssten, bis wir davon erfahren würden und stellt den Unterschied zwischen Impuls- und Warp-Antrieb dar. Schnell wird deutlich, dass die dargestellten Phänomene und Errungenschaften der Star-Trek-Serien und -Filme zum größten Teil tatsächlich physikalisch richtig sind. „Wozu die jedoch Trägheitsdämpfer benötigen, das muss mir mal einer erklären“, flachst Tolan und erklärt unter Zuhilfenahme von Einstein und Alcubierre, dass rein physikalisch die Besatzung der „Enterprise“ trotz Warp-Antriebs keine hohen Beschleunigungen aushalten muss.

So faszinierend die Welt von Kirk, Picard, Spock und Co. auch sein mag – in der realen Welt gibt es Grenzen. Auch das macht Metin Tolan deutlich: „Physikalische Gesetze, die heute gelten, gelten auch in 100 oder 200 Jahren noch.“ Und so komme es, dass die „Enterprise“ eigentlich nur 158 Kilogramm wiege und das Beamen definitiv keine Fortbewegungsmöglichkeit der Zukunft sein werde.

cvb

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