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Ostholstein Herbergen sind komplett ausgebucht
Lokales Ostholstein Herbergen sind komplett ausgebucht
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21:22 03.07.2013
Von Christina Düvell-Veen
Lagebesprechung für einige der 15 Betreuer und Betreuerinnen, die etwa 100 Kinder und Jugendliche der Sportjugend Uelzen nach Scharbeutz begleitet haben. Diese Organisation gehört seit mehreren Jahrzehnten schon zu den Stammgästen der Jugendherberge. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen
Scharbeutz

Hoteliers und Pensionswirte klagen über fehlende Gäste. Obwohl jedes aktuelle Kalenderblatt den Sommer anzeigt, machen sich Ostseeurlauber vielerorts rar.

Eine große Ausnahme gibt es in Ostholstein allerdings. Es ist das Jugendherbergsprojekt Scharbeutz, zu dem die Jugendherbergen mit den festen Häusern in Klingberg und Scharbeutz sowie das Jugendgruppencamp in Scharbeutz gehören. „Wir sind komplett ausgebucht“, berichtet Herbergsleiter Stephan Hasse. Der 57-Jährige, der gemeinsam mit Assistentin Wencke Ahmling (27) und seinem etwa 50 Personen starken Team seit vier Jahren die Geschicke der Einrichtung leitet, hat derzeit über 900, zumeist junge Menschen zu Gast. Belegt sind zunächst einmal die 183 Betten in den komfortabel eingerichteten sowie mit WC und Dusche ausgestatteten Zimmern in der Herberge an der Strandallee, dann die 262 Betten in der idyllisch in der Natur gelegenen Jugendherberge an der Uhlenflucht in Klingberg und auch die 470 Betten in den 61 Zelten des Camps.

Vereinzelt sind dort noch Schulklassen auf Reisen, zumeist aber sind es schon Sport- und Freizeitgruppen, die ihre Ferien gemeinsam an der Ostsee verbringen und viel erleben wollen.

Einige von ihnen kommen schon seit mehreren Jahren, andere sogar seit Jahrzehnten an den Scharbeutzer Strand. Dazu zählt die Sportjugend Uelzen, die auch jetzt wieder mit etwa 15 Betreuern sowie rund 100 Kindern und Jugendlichen angereist ist. „Wenn die kommen, gibt es hier immer einen ganz großen Aufschlag“, sagt Hasse. In Lastwagen werden Sportgeräte, besondere Zelte und viel Material angeliefert. Eben alles das, was in den 16 Ferientagen so benötigt wird.

Zu den Stammgästen in Ostholstein gehören auch Mitglieder des Sportvereins ETSV Fortuna Glückstadt. Betreuer und Vorstandsmitglied Peter Engelbrecht ist bereits zum achten Mal mit von der Partie. Dem 61-Jährigen hat die heute zu Ende gehende Ferienfreizeit mindestens ebenso gut gefallen wie den jungen Sportlern und Sportlerinnen. Er beschwert sich — augenzwinkernd — nur über eines: „Beim vorherigen Besuch hat der Koch uns gleich dreimal den leckeren Wackelpudding gekocht, und in diesem Jahr gab es gar keinen.“

Dennoch ist Peter Engelbrecht, ebenso wie die allermeisten anderen Besucher der Jugendherbergen und des Jugendcamps begeistert von dem, was der Spitzenkoch Henning Soldmann (24) mit seiner etwa 15 Mann und Frau starken Küchencrew alles auf die Tische zaubert. Während morgens und abends zumeist die unterschiedlichsten Speisen an einem Selbstbedienungsbüfett aufgebaut werden, gibt es mittags nach dem Hauptgericht immer noch ein Dessert. Gestern kamen Putensteak mit Rosmarin-Kartoffeln und Brokkoli auf die Teller sowie Pfirsich-Quarkspeise in die Schälchen. Heute wird Soldmann „Nudeln Bolognese“ anbieten. Dafür wurden schon 60 Kilogramm Nudeln, 50 Kilogramm Rinderhack, 60 Liter Tomaten, aber auch Parmesankäse, Staudensellerie und jede Menge Gewürze gekauft. Dass Soldmann, der vorher in einigen Restaurants der gehobenen Klasse gearbeitet hat, auch gelernter Diätkoch ist, kommt ihm in Scharbeutz sehr zugute. „Immer mehr Kinder leiden an einer Laktose-Intoleranz oder an einer Gluten-Unverträglichkeit. Es gibt kaum eine Besuchergruppe, in der nicht mindestens ein Kind ein besonderes Essen haben muss“, hat Soldmann im Laufe der Jahre beobachtet. Natürlich richtet er sich bei der Zusammenstellung der Speisepläne auch nach dem Geschmack der Kinder: „Hier wird es weder Birnen, Bohnen und Speck noch Labskaus geben.“ Und auch der Hagebuttentee, der vor vielen Jahren als einziges Getränk zur Jugendherbergsverpflegung gehörte, ist fast ganz verschwunden.

Da auch sonst in den Herbergen und im Camp auf die Wünsche der Gruppen individuell eingegangen wird, macht sich Hasse um die Zukunft keine Sorgen. Bis weit ins Jahr 2016 hinein zeichnet sich eine sehr gute Buchungslage ab, und auch für 2017 gibt es schon Bestellungen. Fest verplant sind auch zwei Festtage in 2014. Dann wird der zweite deutsche Jugendtourismustag stattfinden, und alle etwa 500 Mitarbeiter des DJH-Landesverbandes treffen sich zur 100-Jahr-Feier des Herbergswerkes.

536 Jugendherbergen in Deutschland
Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Hauptsitz in Detmold. Er gliedert sich in 14 Landesverbände sowie in 218 ehrenamtlich tätige Orts- und Kreisverbände und zählt mehr als zwei Millionen Mitglieder.


Bundesweit gibt es 536 Jugendherbergen, davon 48 in Schleswig-Holstein und davon wiederum fünf im Kreis Ostholstein, und zwar in Malente, Burg, Dahme, Scharbeutz und Klingberg.


Eine Mitgliedschaft beim DJH ist die Voraussetzung für eine Übernachtung in einer deutschen Jugendherberge.


Im Ausland können DJH-Mitglieder in zu „Hostelling International“ zusammengeschlossenen Häusern übernachten oder bekommen dort Preisnachlässe.

Christina Düvell-Veen

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