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Ostholstein Herz für Außenseiter - Schauspieler Vadim Glowna gestorben
Lokales Ostholstein Herz für Außenseiter - Schauspieler Vadim Glowna gestorben
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11:28 26.01.2012
Der Schauspieler und Regisseur Vadim Glowna auf der58. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt/Main. Quelle: dpa

Der gebürtige Schleswig-Holsteiner spielte seit Mitte der 60er

Jahre in mehr als 160 Kino- und Fernsehfilmen mit. „Vielleicht sind

zehn sehr wichtig und eindrucksvoll gewesen“, sagte Glowna einmal in

einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Für sein Regiedebüt

„Desperado City“ (1981) wurde er in Cannes ausgezeichnet. Er drehte

mit Claude Chabrol, Romy Schneider und Klaus Kinski. Der aus ärmsten

Verhältnissen stammende Schauspieler stand für Regisseure wie Gustaf

Gründgens und Peter Zadek auf der Bühne.

Glowna wurde am 26. September 1941 im schleswig-holsteinischen

Eutin geboren und wuchs in Hamburg auf. Sein Familienname stammt von

seinem polnischstämmigen Adoptivvater. Während der Ausbildung zum

Schauspieler schlug er sich als Nachtpage und Seemann durch. Noch

keine 20 Jahre alt wurde er 1961 von Gründgens am Hamburger

Schauspielhaus von einer Statisten- zu einer Sprechrolle in „Faust

II“ befördert - der Beginn seiner Bühnenkarriere. Es folgten

Auftritte am Bremer Theater und an den Münchner Kammerspielen.

Sein Filmdebüt gab Glowna 1964 in Johannes Schaafs „Im Schatten

der Großstadt“. Er brillierte in zahlreichen Literaturverfilmungen

wie Feuchtwangers „Exil“, Frischs „König Blaubart“, Walsers „Ein

fliehendes Pferd“ und Bölls „Gruppenbild mit Dame“. International

bekannt wurde Glowna mit Filmen wie Chabrols Remake von „Stille Tage

in Clichy“ oder Sam Peckinpahs Kriegsfilm „Steiner - Das eiserne

Kreuz“.

In der Fernsehdokumentation „Tschechow in meinem Leben“ begleitete

Glowna mit der Kamera seine damalige Frau Vera Tschechowa nach

Russland. Für Oskar Roehlers „Die Unberührbare“ wurde er für einen

Deutschen Filmpreis nominiert. Glowna war in „Schwabenkinder“

und „Mein Name ist Bach“ zu sehen, bei Krimis wie „Der Alte“ oder

„Siska“ führte der Wahl-Berliner auch selbst Regie. Zuletzt stand

Glowna unter anderem für den ZDF-Sechsteiler „Borgia“ und Rudolf

Thomes Film „Ins Blaue“ vor der Kamera.

LN

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