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Hilfe für pflegende Männer

Eutin Hilfe für pflegende Männer

Pflegestützpunkt und Männerforum starten ersten Kursus.

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Der Pflegekursus findet unter der Leitung von Pastor Henning Ernst statt. Ansprechpartnerinnen beim Pflegestützpunkt sind die Beraterin Jutta Heymann und die Koordinatorin Heike Steinbach-Thormählen (l.).

Quelle: A. Jabs

Eutin. Noch sind sie im öffentlichen Bewusstsein weniger präsent als die Frauen, aber natürlich übernehmen auch Männer die Aufgabe häuslicher Pflege für Angehörige und Partnerinnen oder Partner. Nach aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Soziales sind 30 Prozent aller pflegenden Angehörigen Männer, in der Gruppe der über 60-Jährigen liegt ihr Anteil bei mehr als 50 Prozent. „Nach unserer Erfahrung fragen Männer weniger nach Hilfe, brauchen sie aber genauso“, berichtet Henning Ernst. Unter der Leitung des Pastors, der im Männerforum der Nordkirche für die Männerarbeit in Schleswig-Holstein verantwortlich ist, soll am 25. Februar ein wöchentlicher Pflegekursus über zwei Monate speziell für Männer beginnen.

Unter dem Motto „Pflegen mit Herz und Verstand“ wurde in enger Kooperation mit dem Pflegestützpunkt im Kreis Ostholstein ein Programm konzipiert, das praktische Grundlagen, rechtliche Hintergründe und Hilfsmöglichkeiten ebenso beinhaltet wie das persönliche Miteinander in einer festen Gruppe. „Unser Eindruck war, dass es an dieser Stelle eine Lücke im Pflegesystem gibt“, erläutert Ernst. Das erlebt auch Jutta Heymann als Beraterin im Pflegestützpunkt Standort Eutin so: Von den insgesamt 2500 Beratungen, die der Pflegestützpunkt seit April 2014 an den Standorten in Eutin, Bad Schwartau und Oldenburg geleistet habe, seien rund 30 Prozent von Männern wahrgenommen worden. Viele kämen erst dann, wenn das System zusammenzubrechen drohe: „Es empfiehlt sich, möglichst früh anzusetzen mit wirksamen Angeboten. Die gibt es, aber sie sind noch wenig bekannt.“

Ein Stichwort, das auch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kursus steht, ist die „Verhinderungspflege“: Wenn der Pflegende an einem Vormittag anderweitig beschäftigt ist, kann er die Pflege für diesen Zeitraum einer anderen Person überantworten. So ließe sich beispielsweise die Kursus-Teilnahme organisieren. Dafür könne ein vorbereitender Beratungstermin sinnvoll sein. Generell sei es ein wesentliches Ziel, den Männern, die generationsbedingt mit Pflege und Haushalt häufig Neuland betreten, Sicherheit zu vermitteln und sie in ihrem Tun zu bestärken: „Ihr macht das gut und ihr macht das richtig“ soll die zentrale Botschaft sein.

Entsprechend weitgefächert sind die Kursus-Inhalte: Informationen zur Pflegeversicherung, Krankheiten im Alter, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Krankenzimmer und Körperpflege, Lagerung und Mobilisation, Ernährung und Kochen, Wohnen im Alter, Umgang mit Inkontinenz, Demenz und auch Loslassen, Sterben und Trauern werden behandelt. Dafür sind zu jedem der Termine qualifizierte Referenten eingeladen. Ausgehend von den jeweiligen Impulsreferaten sollen an wechselnden Veranstaltungsorten in Malente und Eutin, darunter eine Pflegeeinrichtung, ein Hospizzentrum und ein Krankenhaus, Praxisbezug und Anschaulichkeit gewährleistet werden. Gleichzeitig will Pastor Henning Ernst einen geschützten Raum bieten, in dem zwischen den Teilnehmern auch das zur Sprache kommen kann, was sonst hinter einer Fassade verborgen gehalten wird.

Eine Fortsetzung des Angebotes unter Einbeziehung eventueller Rückmeldung ist, Zuspruch vorausgesetzt, für die Initiatoren denkbar, denn der Bedarf, da sind sie sicher, besteht.

Das Programm — Anmeldung und Information
Der Kursus wird vom 25. Februar bis zum 28. April jeweils donnerstags von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr stattfinden. Er ist kostenlos, konfessionsunabhängig und offen für alle interessierten Männer.

Erstmalig treffen sich die Teilnehmer am 25. Februar in den Räumen des Pflegestützpunktes in Eutin, Janusstraße 5.



Der elfte Termin ist als kleines Abschlussfest geplant.

Anmeldungen und weitere Informationen zum Projekt gibt es bei Henning Ernst unter der Telefonnummer 0431/55779-180 und beim Pflegestützpunkt Ostholstein unter Telefon 04521/
8306630.

Astrid Jabs

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