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Ostholstein Hinterlandanbindung: Feuerwehrhaus und Sportplatz sollen weichen
Lokales Ostholstein Hinterlandanbindung: Feuerwehrhaus und Sportplatz sollen weichen
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06:31 17.04.2018
Der Bahnübergang Hasselburg (Gemeinde Altenkrempe) wird täglich von Tausenden Fahrzeugen passiert. Für die Schienenanbindung muss die Straße nach Schönwalde verlegt werden. Quelle: Fotos: Rosenkötter

Die LN treffen Bürgermeister Peter Zink (ABA) im Feuerwehrgerätehaus gleich neben dem Sportplatz des BCG Altenkrempe. Ein Großteil des ehrenamtlichen Gemeindelebens findet hier statt. Noch. Geht es nach Bahn und Land müssen die Fußballfelder verlegt und die Heimat der Retter abgerissen werden. Zink fürchtet Millionenkosten, die für Neubauten fällig werden könnten, und hofft auf eine 100-prozentige Entschädigung. Die Bahn will einen externen Sachverständigen einsetzen, um eine Summe zu ermitteln. „Es sollen wohl rund 850000 Euro sein“, sagt Peter Zink. Dies sei viel zu wenig, gehe er doch von mindestens benötigten zwei Millionen Euro aus.

Die Auswirkungen der geplanten festen Fehmarn- beltquerung könnten in der Gemeinde Altenkrempe besonders heftig ausfallen. Der Bahnübergang Hasselburg muss weichen, damit die Züge dort mit bis zu 200 km/h fahren können. Eine Folge: Die L 216 wird verlegt.

Noch mehr Infos

Altenkrempes Gemeindevertreter tagen am Donnerstag, 19. April. Ab 19.30 Uhr geht es im Mehrzweckhaus Kassau, Plunkauer Weg 12, unter anderem um den Bahnübergang Hasselburg. Bürgermeister Peter Zink will einen Sachstandsbericht präsentieren. Zudem stehen der Vorschlag von Schöffen sowie die Bestätigung des Sierhagener Ortswehrführers auf der Tagesordnung.

Bürgermeister will Tunnel, Bahn bevorzugt Brücke

Der Bürgermeister betont, dass bislang keine endgültige Entscheidung über den Verlauf der Landesstraße vorliege, er lediglich einen Sachstand wiedergebe und es Gespräche mit dem Verkehrsunternehmen gebe. Fakt ist: Die Bahn hat eine Variante, mit der sie in das Planfeststellungsverfahren gehen möchte. Für den Bereich Altenkrempe soll dies laut Bahnsprecher Peter Mantik voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres beginnen.

Angedacht ist, die L 216 wenige Dutzend Meter vor dem derzeitigen Übergang zu verschwenken. Die Straße würde in einem Bogen zurück zur derzeitigen Fahrbahn unweit der angrenzenden Gärtnerei sowie des Friedhofs geführt (siehe Grafik). Dabei muss die Strecke die Bahngleise queren. Dies ist ein weiterer strittiger Punkt. Während Peter Zink einen Tunnel bevorzugt, setzt die Bahn auf eine Brücke.

Sie begründet das mit den Baukosten und dem hohen Grundwasserspiegel.

Natur- und Denkmalschutz schränken Alternativen ein

Andere Routen, die in den vergangenen Monaten diskutiert wurden, scheinen vom Tisch. Peter Mantik erläutert: „Wir gehen mit der Variante ,Fußballplatz’ in die Planfeststellung, da die Variante östlich der Trasse durch das anstehende FFH-Gebiet und die Alternative am Gut Hasselburg durch den dort anliegenden Denkmalschutz geschützt ist.“ Peter Zink weiß um die Problematik, regt jedoch an, sich das spezielle Naturschutzgebiet noch einmal anzuschauen. Eventuell könne der Randkanal Kremper Au verlegt werden. Dies wäre eine Art Renaturierung. „Wir fordern, dass diese Variante geprüft wird“, sagt Zink. Dann wäre eine Bündelung von Bahn und Straße machbar.

Doch ganz gleich, welche Strecke es für Autofahrer irgendwann einmal geben wird, die Auswirkungen für das Ortsbild und die Anwohner werden enorm sein. „Es gibt keine zufriedenstellende Lösung“, verdeutlicht Zink. Äußerst wichtig sei indes, dass das neue Gerätehaus der Feuerwehr vor dem Abriss des bestehenden gebaut werde. „Da sind wir uns mit der Bahn einig“, sagt er. Beim Sportplatz gebe es keinen Konsens. „Wenn der Spielbetrieb für ein Jahr eingestellt werden müsste, dann wäre der Verein tot.“

 Sebastian Rosenkötter

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