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Ostholstein Politiker halten am Lärmschutz fest
Lokales Ostholstein Politiker halten am Lärmschutz fest
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18:46 07.12.2018
Die Hinterlandanbindung soll frühestens 2028 fertig sein. Quelle: Irene Burow
Timmendorfer Strand

 Die Zeit drängt: Eigentlich hätte der Forderungskatalog von Timmendorfer Strand zur Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung längst beim Land auf dem Tisch liegen müssen. Doch wegen der Einigung auf einen gemeinsamen Bahnhof mit Ratekau hat sich die Situation in Timmendorfer Strand wieder geändert. Deshalb diskutierten die Timmendorfer Politiker im Hauptausschuss noch über Änderungen. Dabei ging es auch um die Ortschaft Groß Timmendorf, die nahe der geplanten Trasse liegt. Um die Situation vor Ort noch einmal näher zu beleuchten und den Sachstand der Hinterlandanbindung zu erfahren, berichteten Experten des Nahverkehrsverbunds Nah.SH, der Bahn und dem Kreis Ostholstein.

Bezüglich der geplanten Hinterlandanbindung wurde überprüft, ob der Busverkehr zwischen dem neuen Bahnhof und Timmendorfs Zentrum auch über die alte Bahntrasse geführt werden kann. Nach einer Beobachtung und Bewertung der Stauproblematik und der Verkehrssituation zwischen Ratekau und Timmendorf ergibt sich für Nah.SH jedoch keine Notwendigkeit, den Bus über die Bädertrasse zu leiten. Doppeldecker-Busse sollen im 30-Minuten-Takt zwischen dem Bahnhof in Ratekau und Timmendorf auf den Straßen pendeln, berichtete Timmendorfs Bürgermeister Robert Wagner (parteilos). „Das überzeugt mich nicht. Hemmelsdorf wird dann noch mehr beansprucht“, sagte er. Timmendorf könnte ohne Zuganbindung abgeschnitten sein, warnten die Fraktionen. Horst Weppler (Kreis Ostholstein) erklärte: „Ein Zug ist unrealistisch.“ Er riet, vom Land Funktionalität und Qualität bezüglich der Anbindung einzufordern.

Schallwerte in Groß Timmendorf unter den Grenzwerten

Einfordern wollen die Politiker auch einen Lärmschutz für Groß Timmendorf. Im Beschlussvorschlag sollte auf einen übergesetzlichen Lärmschutz verzichtet werden. Der Grund: die Absage an einen eigenen, neuen Bahnhof im Ort. Zwei Bahn-Mitarbeiter präsentierten dazu das Schallgutachten. Der Dezibel-Grenzwert in Wohngebieten liegt bei 49, erst wenn diese Zahl überschritten wird, handelt die Bahn. In Groß Timmendorf liegen die Berechnungen bei 48 Dezibel. Timmendorfer Strand sei eine von wenigen Gemeinden, in denen kein Schallschutz notwendig sei, erläuterten die Referenten der Bahn.

Die Situation für Groß Timmendorf könnte sich jedoch ändern, wenn die Forderung von Ratekau, die Trasse in einem Bogen um Ruppersdorf herumzuführen, zugelassen wird. Dann könnte die Trasse näher an die Ortschaft heranrücken. „Wenn der Ruppersdorfer Bogen kommt, dann entstehen neue Schutzmaßnahmen“, sagte Weppler. Tourismus-Direktor Joachim Nitz ärgerte sich, dass vor allem die starken Westwinde in den Schallberechnungen nicht berücksichtigt wurden. „Das ist nicht realitätsnah“, sagte er und bekam Applaus.

Am Ende war sich die Politik einig, dass die Gemeinde nicht auf den übergesetzlichen Lärmschutz im Forderungskatalog verzichten kann. Mehrheitlich stimmten sie gegen den Beschlussvorschlag, auf die Maßnahme zu verzichten. Zudem wurden redaktionelle Änderungen wie eine zwingende Anbindung vom Bahnhof an das Zentrum, die Forderung nach Funktionalität der Nachnutzung sowie das Zulassen von technischen Innovationen abgenickt.

Beke Zill

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