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Ostholstein „Historische Niederlage“ für die Liberalen
Lokales Ostholstein „Historische Niederlage“ für die Liberalen
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23:15 23.09.2013
Einpacken bei Ostholsteins Liberalen: FDP-Ortsvorsitzender Ernst-Günther Schneider sammelt am Morgen nach der Wahl in Bosau Plakate ein. „Unser Kandidat ist nicht schuld“, sagt Schneider. Quelle: Foto: Holger Marohn

Als „schallende Klatsche“ bezeichnete Bernd Buchholz, der Direktkandidat für den Wahlkreis Ostholstein/Stormarn- Nord, am Sonntag das Wahlergebnis für die FDP.

Andere FDP-Politiker sprechen von einer „historischen Niederlage“ und von „wahnsinniger Enttäuschung“. Die Liberalen suchen nach Ursachen und hoffen, dass die Partei durch personelle Veränderungen wieder Aufwind bekommt.

Jörg Hansen, Kreisvorsitzender der FDP Ostholstein, ist von dem schlechtem Ergebnis zwar schwer enttäuscht, aber nicht überrascht: „Dieses Votum hat sich seit längerem abgezeichnet. Gerade durch die aggressive Zweitstimmenkampagne wurde die FDP auf eine reine Mehrheitsbeschaffungspartei ohne Inhalt reduziert.“ Das Ergebnis von 6,1 Prozent in Ostholstein sei dem Engagement aller Unterstützer zu verdanken. Keine Kritik übt Hansen an Buchholz, den er zusammen mit Wolfgang Kubicki als zwei „wichtige strategische Persönlichkeiten“ bezeichnet, die „in der jetzigen Phase Verantwortung übernehmen sollen“. Für Uwe Tychsen, FDP-Delegierter zum Landesparteitag und langjähriges FDP-Mitglied in Neustadt, ist das Wahlergebnis „ein harter Schlag“, doch habe es in der Geschichte der Liberalen immer Höhen und Tiefen gegeben. Die Zeit nach einer herben Niederlage könne auch eine politisch sehr fruchtbare Phase für die Partei sein, „da werden die Kräfte wieder munter“, so der 80-Jährige.

Personelle Umstrukturierungen blieben in so einer Phase nicht aus.

Jens-Uwe Dankert, Fraktionsvorsitzender der FDP Eutin, hätte sich mehr Unterstützung von der CDU gewünscht: „Hätte Merkel nicht gefordert, auch die Zweitstimme der CDU zu geben, hätte die schwarz-gelbe Regierung weiter regieren können“, so Dankert.

In Timmendorfer Strand konnte die FDP mit 10,1 Prozent das beste Wahlergebnis in Ostholstein erzielen, was Ulrich Herrmann, Vorsitzender des Ortsverbandes, als „Lichtblick im Dunkeln“ bezeichnet. Verantwortlich für das bundesweit schlechte Ergebnis der Partei sei die mediale Berichterstattung über die FDP, die „von Häme geprägt“ gewesen sei, aber auch die Bundeskanzlerin, die es „versteht, den Koalitionspartner nicht vorkommen zu lassen“. Herrmann fordert personelle Konsequenzen in der Parteispitze: „Meine persönliche Vorliebe wäre eine Doppelspitze mit Christian Lindner und Wolfgang Kubicki“, so Herrmann.

Jörg Hansen weiß, was nun zu tun ist: „Die liberale Idee wieder mit Inhalt, Persönlichkeiten und Leben zu erfüllen, das wird jetzt unser Job sein.“

lin

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