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Ostholstein Historisches Pfarrhofensemble soll Naturerlebnisraum werden
Lokales Ostholstein Historisches Pfarrhofensemble soll Naturerlebnisraum werden
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00:00 17.10.2012
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Ostholstein

Kniehohes Gras und allerlei Gestrüpp wuchert im Schönwalder Pfarrgarten, die historischen Gebäude dienen teilweise als bessere Abstellkammern. Doch damit soll bald Schluss sein. Die Kirchengemeinde Schönwalde will ihr historisches Pfarrhofensemble mit dem umgebenden Gelände umgestalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Auf etwa 4,5 Hektar Fläche soll ein vielschichtiger Naturerlebnisraum entstehen. Ein Rundweg als Kreuzweg, ein renaturiertes Feuchtgebiet und ein umgestalteter Pfarr- und Obstgarten mit „Liturgischem Garten“ sollen Bürger, Pilger und Touristen anlocken. Gut 185 000 Euro kostet das Projekt. Geld, das zum Großteil von öffentlichen Förderprogrammen und Stiftungen sowie privaten Spendern kommt.„Dieses Gelände hat ein großes Potenzial. Das habe ich sofort gemerkt, als ich vor eineinhalb Jahren hierherkam“, schwärmt Pastor Dr. Arnd Heling. Eine Begeisterung, die in Schönwalde offenbar auf fruchtbaren Boden fällt. „Es ist absolut begrüßenswert, dass dort etwas passiert“, sagt Bürgermeister Hans-Alfred Plötner. Der Bereich sei lange Zeit eine Art kirchliches Sperrgebiet gewesen, das jetzt aus einem Dornröschenschlaf erwache. Er hoffe, dass auch Touristen das künftige Kleinod entdecken werden. „Das Gelände ist eine ideale Ecke, weil es ziemlich in der Ortsmitte liegt“, sagt Plötner.Kernprojekt des Konzeptes wird ein Rundweg als geistlicher Kreuzweg nach einer besonderen Vorlage des Theologen Jörn Zink sein. Der 89-jährige heute in Stuttgart lebende Zink gilt als einer der meistgelesenen christlichen Autoren der heutigen Zeit und setzt sich in seiner Vorlage an 15 Stationen mit dem Leiden Jesu auseinander. „Dieser Weg wird insbesondere für Pilgergruppen und kirchliche Reisegruppen, aber auch für Spirituelles suchende Einzeltouristen und nicht zuletzt für das kirchliche Leben der Gemeinde eine große Rolle spielen“, erwartet Heling. Von der Kirche aus wird der Kreuzweg zunächst durch den neu gestalteten Pfarrgarten führen. Zu diesem gehören eine Obstwiese, ein Staudengarten in den liturgischen Farben Weiß, Rot, Violett, Grün und Schwarz für den sonntäglichen Altarschmuck und ein Gemüsebeet, in dem auch der Kindergarten eine Parzelle erhalten soll. Die alte Pfarrscheune, heute als Geräte- und Lagerhaus genutzt, soll mit einer kleinen Terrasse Besuchern des Kreuzweges als Rastmöglichkeit dienen. Der Bereich um das alte Backhaus soll zum Zelt- und Pfadfinderplatz des neu gegründeten Stammes „Swetlana“ werden. Ein Feuchtgebiet im südlichen Bereich des Geländes soll wieder verstärkt vernässt werden und auf der Kirchenkoppel sollen Angusrinder und andere Tiere weiden können. „Wir wollen hier kein Disneyland, sondern einen naturnah gestalteten Erlebnisraum“, so Heling. Auf dem Gelände werde es auch weiterhin verwilderte Ecken geben. Heling sieht das Projekt auch als einen Neubeginn der Beteiligung der 2200 Mitglieder der Kirchengemeinde. „Die Menschen sollen sich das Kirchengelände ein Stück weit selbst erschließen“, sagt Heling. Es gehe dem Kirchenvorstand nicht darum, den Menschen etwas vorzusetzen. Ohnehin sei das Projekt erst am Anfang.

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