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Ostholstein Historisches Werk an die Stadt Oldenburg übergeben
Lokales Ostholstein Historisches Werk an die Stadt Oldenburg übergeben
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20:10 18.08.2015
Bürgermeister Martin Voigt (v.l.), Ernst Richard Matthiensen und Jens Boye Volquartz präsentieren den wertvollen Band. Quelle: T. Klatt
Oldenburg

Jahr für Jahr kommen die Eheleute Matthiensen aus Boston/USA zum Wallfest nach Oldenburg. In diesem Jahr hatte das Ehepaar ein ganz besonderes „Gepäckstück“ dabei: Gestern überreichten sie Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) eine Landesbeschreibung der damaligen Herzogtümer Schleswig und Holstein aus dem Jahr 1652.

Das kostbare Werk stammt aus dem Nachlass von Ernst Matthiensen (1900 — 1980). Der gebürtige Oldenburger zählte zu den führenden Bankiers des deutschen Wiederaufbaus. Mit dem Buch der Autoren Danckwerth (Text) und Mejer (Karten) stellte Matthinsens Sohn Ernst Richard jetzt erneut seine Verbundenheit zur Heimatstadt seines Vaters unter Beweis. In früheren Jahren hatte er bereits zwei Mal historische Werke seines Vaters an die Stadt übergeben.

Jens Boye Volquartz vom Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität Kiel stellte den Anwesenden — darunter auch Vertreter der Stiftung Oldenburger Wall — Auszüge vor, die die Halbinsel Wagrien und die Stadt Oldenburg betreffen. Er würdigte das „enorme topografische und geografische Wissen“ des Autorenduos. Dabei stieß das Werk seinerzeit auf Ungnade bei den Fürstenhäusern.

Insbesondere die Darstellung der fürstlichen Rechtsverhältnisse sei Danckwerth übel genommen worden.

Dennoch belegte die für damalige Zeit hohe Auflage des Werkes den Nutzen für die hiesige Bevölkerung. Volquartz gab einige Stellen aus der Beschreibung der Oldenburger Geschichte wieder. So auch die Bedeutung des Oldenburger Grabens als wichtige Anbindung an die Seefahrt. Mit dem Wegfall dieser Anbindung habe auch der wirtschaftliche Verfall Oldenburgs eingesetzt, das laut Danckwerth bezüglich seiner Wirtschaftskraft schließlich zu den „letzten Städten in Schleswig- Holstein“ gezählt habe.

Volquartz spann auch den Bogen zwischen Danckwerth und Matthiensen: Beide hätten viel für ihr Land getan und ein starkes Interesse an historischen Vorgängen gehabt. Lobend erwähnte Volquartz auch das Wallmuseum, das der Geschichtsforschung die Möglichkeit gebe, einen Teil ihrer Arbeit zu präsentieren und den Besuchern ein Gefühl für eine vergangene Epoche vermittle.

Bürgermeister Martin Voigt zeigte sich aufrichtig dankbar für den historischen Schatz, den Ernst Richard jetzt abermals der Stadt vermachte. Die Schenkung war das eine, der Transport das andere: „Wir mussten uns erstmal schlau machen, wie wir ein solches Werk durch den Zoll und dann weiter nach Oldenburg bekommen“, sagte Voigt.

„Enormes topografisches und geografisches Wissen.“
Jens Boye Volquartz

Thomas Klatt

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