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Ostholstein Hochwasserschutz: „Wir brauchen eine Entscheidung“
Lokales Ostholstein Hochwasserschutz: „Wir brauchen eine Entscheidung“
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22:21 26.06.2013
Von Peter Mantik
So hoch soll die Hochwasserschutz-Baumaßnahme werden: Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) mit Bauamtsleiter Marcel Quattek (r.) und Henning Storbeck vom Ingenieurbüro Wald & Kunath. Quelle: Foto: Peter Mantik

Hochwasserschutz ist nicht allein in den jüngsten Katastrophengebieten wie in Lauenburg ein großes Thema. Auch an der Ostseeküste und speziell in Heiligenhafen wird es heiß diskutiert. Denn nasse Füße holte sich die Warderstadt in den Jahren 1995 und 2006 ebenfalls. Seither wurden in der Stadt zwischen sechs und acht Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Doch nun gelte es, den letzten und aus Sicht von Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) entscheidenden Schritt zu meistern. Müller sagt: „Auf dem Steinwarder und am Ferienpark sind die Bausteine eins und zwei bereits fast fertiggestellt. Nun aber braucht es den dritten und letzten Baustein, die Sicherung der Innenstadt.“

Gestern trafen sich Vertreter der Stadt mit Günter Göbel, dem Fachbereichsleiter Küstenschutz Schleswig-Holstein, sowie mit Frank Barten vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), um dieses Thema zu erörtern. „Wir haben uns über die angestrebte bauliche Maßnahme über eine Länge von etwa 650 Metern vom Steinwarderdamm bis zum Fischereihafen unterhalten“, erklärt Müller.

Auch sei natürlich über Fördergelder gesprochen worden. Müller dazu: „Die uns für 2013 in Aussicht gestellte Förderung von 1,3 Millionen Euro für die Gesamtinvestition von ursprünglich 1,4 Millionen Euro wurde aufgrund fehlender Stadtvertreterbeschlüsse gestrichen. Uns wurde aber signalisiert, dass wir für 2014 gute Aussichten hätten.“ Dafür müsse noch im August eine Stadtvertretersitzung einberufen werden. Die bisherige Hängepartie sei entstanden, weil die Stadtvertreter eine Kostenauflistung gefordert hätten, aber auf der anderen Seite immer wieder Altlasten auf den betroffenen Flächen aufgetreten seien, so dass die Verwaltung diese nicht liefern konnte. Müller: „Wir sind nun angehalten, für die Kostenermittlung alles aufzubuddeln, dann wieder zuzuschütten, um mit Baubeginn wieder alles aufzureißen.“ Kostenpunkt: 90 000 Euro. Dabei wäre die Stadt bei der gesamten Maßnahme laut Müller ohnehin „nur“ mit geschätzt 200 000 Euro dabei. Müller appelliert: „Ich denke, wir schmeißen hier Geld aus dem Fenster. Wichtig ist aber, dass wir diesen Schritt jetzt gehen und 2014 den Hochwasserschutz abschließen. Erst dann wird daraus eine Einheit, erst dann sind wir in unserer Stadt sicher.“

Müller gibt auch zu bedenken: „Gehen wir Schritt drei nicht, laufen wir Gefahr, so wurde es uns aus Kiel mitgeteilt, dass die für Schritt eins und zwei bewilligte 90-prozentige Förderung vom Land wieder zurückgefordert werden könnte.“ Der Bürgermeister skizziert sein Horrorszenario: „Wir investieren 90 000 Euro, um die Kosten zu ermitteln, dann gibt es keine Mehrheit in der Stadtvertretung und schließlich bittet uns das Land zur Kasse. Unvorstellbar.“ Positiv sei, dass sich das Hafenhotel „Meereszeiten“, das demnächst gebaut wird, sowie Geschäftsleute im Bereich Fischereihafen an der Maßnahme beteiligen wollten. Müller abschließend: „Wir wollen Küstenschutz mit einer Höhe von 2,50 Meter, um für die nächsten 200 Jahre sicher zu sein.“

„Der Hoch- wasserschutz ist noch nicht abgeschlossen.“
Heiko Müller,

Bürgermeister

Peter Mantik

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