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Ostholstein „Hoffe, dass wir nicht belastet werden“
Lokales Ostholstein „Hoffe, dass wir nicht belastet werden“
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20:12 12.10.2016
David Härtel (2.v.l.) erläutert die Ergebnisse seines Gutachtens zur Umstellung der Göhler Biogasanlage auf Gülle. Quelle: Billhardt

„Wir hoffen, dass es bei einer Genehmigung so sein wird, wie die Gutachter festgestellt haben und und unsere Gemeinde nicht großartig belastet wird. Aber Theorie und Praxis sind manchmal verschieden“, sagt Göhls Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) am Rande eines Erörterungstermins zum geplanten Vorhaben, die Biogasanlage in der Gemeinde umzuwandeln in eine Anlage, die Gülle zur Energierzeugung nutzen kann (die LN berichteten).

„Unsere Prog- nose besagt, dass die Werte unter- schritten sind.“

Die Gutachter

Beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) waren fristgerecht bis zum 31. August insgesamt 116 schriftliche Einwendungen eingegangen. Um diese gemeinsam mit dem Betreiber und den Gutachtern sowie der Gemeinde und Bürgern zu besprechen, hatte das LLUR zu diesem Termin geladen. „Alles, auch das, was wir hier hören, fließt in das Verfahren mit ein“, betont Frank Meinert vom LLUR und Verhandlungsleiter der Veranstaltung im Sportlerheim, zu der allerdings nur wenige Interessierte erschienen waren.

Die Liste der Befürchtungen, die sich durch die Verwendung von tierischen Exkrementen in der Biogasanlage von Gut Kremsdorf ergab, ist lang und reicht von der Zunahme des Verkehrs und der Verschmutzung auf den Straßen über erhöhte Lärm- und Geruchsimmissionen bis hin zu befürchteten Gesundheitseinschränkungen und möglicher Verunreinigung des Grundwassers. Auch eine Wertminderung der Grundstücke wird befürchtet. „Das Bundesimmissionsschutzgesetz stellt hohe Anforderungen an solche Anlagen“, sagt Meinert. Die Gutachter David Härtel und Rene Pönisch stellten fest: „Unsere konservativ berechnete Prognose besagt, dass die Werte alle deutlich unterschritten sind.“ Den Berechnungen läge der Normalbetrieb zugrunde, aber nicht der Havariefall. Anlagenbetreiber Volker Friederichsen möchte künftig ein Drittel der Bioenergie durch Rinder- und Schweinegülle sowie Geflügelmist erzeugen und verdeutlicht: „Es wird auch durch die Politik angeregt, diese tierischen Exkremente bioenergetisch zu nutzen. Auch um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir schauen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Die Verantwortlichen des LLUR können die Ängste der Bürger verstehen, auch wenn künftig mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge verkehren, stellen aber auch fest: „Diese Entwicklung ist schwer aufzuhalten. Bei den Immissionen gibt es aber bei veränderten Werten immer Eingriffsmöglichkeiten.“

Bürgermeister Bauer meinte: „Seit sieben Jahren besteht die Biogasanlage. Bisher hatten wir keine Probleme und ich hoffe, dass es so bleibt“. Das Änderungsgenehmigungsverfahren könnte im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Es gibt dann aber immer noch Widerspruchsmöglichkeiten – sowohl für Nachbarn, die Gemeinde oder den Betreiber.

mb

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