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Ostholstein Holsteinische Schweiz wartet auf Urlauber
Lokales Ostholstein Holsteinische Schweiz wartet auf Urlauber
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22:15 29.08.2017
Wenig los auch an heißen Sommertagen: Am Dieksee können Urlauber so richtig entspannen. Quelle: Fotos: Felix König, Aj, Bz, Ben
Ostholstein

Der Tourismus an der Küste boomt: In Schleswig-Holstein sind bis Juni dieses Jahres 894000 Übernachtungsgäste in den größeren Beherbungsstätten und auf den Campingplätzen angekommen. Das Gästeaufkommen stieg nach Angaben des Statistikamtes Nord damit gegenüber Juni 2016 um 13,4 Prozent. Allein an der Ostsee erhöhte sich die Zahl der Übernachtungen bis Juni 2017 im Gegensatz zum Vorjahr um 6,3 Prozent. In Ostholstein werden neue Unterkünfte gebaut, 7134 Betten im Bereich Hotellerie und Ferienwohnungen kommen bis 2018 hinzu. Bei aller Euphorie bleibt der Tourismus in der Holsteinischen Schweiz jedoch auf der Strecke.

Übernachtungszahlen sinken – Hotels und Tourismusstruktur fehlen.

Während an der Küste die Zahlen stetig steigen, sank die Zahl der Übernachtungen von Januar bis Juni 2017 in den Hotels, Gasthöfen und Pensionen im Gegensatz zum Vorjahr um acht Prozent. „Die Holsteinische Schweiz hinkt hinterher“, sagt Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus.

In den Küstenorten ist Bewegung und neue Anziehungspunkte für Urlauber werden geschaffen. Im Binnenland gibt es kaum Investoren, die neue Unterkünfte bauen. Zwar werden neue, große Projekte wie das Gut Rothensande in Malente (Fertigstellung Frühjahr 2019), die Ferienanlage Whitman in Ascheberg (Fertigstellung Ende 2017) realisiert. Auch die Landesgartenschau in Eutin vergangenes Jahr lockte viele Touristen in die Region. „Wir brauchen jedoch mehr Leuchtturmprojekte“, erklärte Lauritzen. Im Jahr 2006 gab es 850 000 Übernachtungen, 2016 waren es 970 000. Lauritzen ist allerdings skeptisch, dass die Zahlen weiter steigen. „Es zeichnet sich nicht ab, dass der Trend anhält“, sagt die Tourismus-Expertin.

„Wir haben tatsächlich ein strukturelles Problem“, sagt Caroline Backmann, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz, und nennt einen Grund für die derzeitige Lage. Die Vermieterstruktur in Pensionen ist oft überaltert. Die Mehrzahl der Ferienwohnungen weisen auch nicht mehr die Qualität auf, die heute gefragt ist. Mancherorts herrscht noch Kirchturmdenken, sagt Backmann. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse die gesamte Region jedoch an einem Strang ziehen und neue Wege beispielsweise im Bereich der Buchungen einschlagen. Deshalb wurde im Jahr 2010 die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz gegründet.

Nur noch ein Viertel der Gäste bleibe inzwischen über Nacht in der Holsteinischen Schweiz; drei Viertel der Urlauber sind Tagesgäste. Die Bettenkapazität in der Hotellerie ist von 100 im Index 2006 auf 82 Betten 2016 gesunken. Es gebe eine stärkere Nachfrage als Angebote, bestätigt Backmann. „Wir müssen Leben reinbringen. Die Holsteinische Schweiz hat Potenzial“, sagt Katja Lauritzen. So sei das Campingsegment ein wichtiger Faktor, der bedacht werden muss.

In Eutin ist gerade ein neuer Wohnmobilstellplatz entstanden, der sehr gut angenommen wird. Die Tourismusorte an der Küste und die Holsteinische Schweiz müssten stärker kooperieren und Angebote für die Urlauber schaffen, sagt Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). „Die Entfernung zum Wasser ist gegeben. Die Regionen könnten sich gegenseitig befruchten. Das könnte der Weg sein.“

Beke Zill

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