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Ostholstein Horchturm-Pläne stoßen auf Ablehnung
Lokales Ostholstein Horchturm-Pläne stoßen auf Ablehnung
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18:16 02.04.2016

Rolf Hoffmann (80) aus Großenaspe will den Horchturm in Pelzerhaken nutzen. Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) hat Bedenken bezüglich der Finanzierung und erteilt dem Vorhaben eine Absage. „Es fehlt ein Konzept und die Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben“, betont sie. Dennoch soll die Idee noch einmal im Hauptausschuss vorgestellt werden. Schließlich entscheidet dieser, ob die Planung vorangetrieben wird.

Die Sanierung des Turmes dürfte teuer werden. Dies schreckt Investoren ebenso ab, wie das angrenzende FFH-Gebiet. Quelle: Rosenkötter

Rolf Hoffmann versichert gegenüber den LN, eventuell entstehende Kosten tragen zu wollen. „Eigentlich müsste ja die zuständige Gemeinde einen notwendigen Flächennutzungsplan erstellen. Aber wir würden in diesem Sonderfall — bei angemessenen Übernahmebedingungen — die Kosten für die F-Plan-Erstellung wohl am einfachsten mit dem Kaufpreis erstatten oder gegebenenfalls mit einer Vorauszahlung eines vereinbarten 30-Jahre-Pachtpreises.“ Zudem betont er, bereits ein Nutzungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept an die Stadt gesandt zu haben. In diesem versichert er, dass der Verein „Ee-nitiative“

mit Kosten von etwa 17500 Euro rechne, wenn der Betrieb im April beginne. Mit dem Geld könnte eine Pflanzen-Kläranlage gebaut werden.

In den weiteren Jahren würden rund 23500 Euro benötigt, um einen Infostand zu errichten, Veranstaltungen auszurichten und den Wiederaufbau des Geländes voranzutreiben. Der Turm spielt nach aktuellem Stand keine Rolle, könnte höchstens als Lagerstätte für Kunstwerke von Hoffmanns Vater Georg genutzt werden (die LN berichteten). Dies begründet Rolf Hoffmann mit mehreren Unklarheiten. Er geht davon aus, dass der Betonturm asbestbelastet ist. Darüber hinaus käme eine Nutzung nur in Frage, wenn ein zweiter Fluchtweg entsteht. „Da sind enorme Investitionen notwendig“, so Bürgermeisterin Batscheider. Deshalb verwundert es sie nicht, dass es keine weiteren Interessenten gibt.

Rolf Hoffmann hingegen will aktiv werden und kündigt an, nicht locker zu lassen. Rund um das 83 Meter hohe Bauwerk will er zeigen, wie Mensch und Natur „modellhaft verträglich und prosperierend leben können“. Gemeinsames Malen, Gärtnern, Singen, Tanzen und Beten gehöre dazu. „Wir bieten eine pantheistische Religion an. Hier könnte eine Art ,Kloster für Wandermönche‘ entstehen.“

Der Großenasper sagt, dass keine der Ideen zu einer Verschlechterung des Grundstücks führen würde und ihm bewusst sei, dass es mitten in einem Fauna-Flora-HabitatGebiet (spezielles Naturschutzgebiet) liege.

Edda Disselhoff vom Neustädter BUND sieht dies ganz anders. „Wir werden nicht mit Herrn Hoffmann kooperieren — und das aus zwei Gründen: Die Umsetzung des Konzeptes würde zu einer Verschlechterung führen, da das Gelände belebt würde. Außerdem lockt Hoffmann Menschen an, um Geld für seine Investitionen zu erwirtschaften. Hinzu kommt, dass der Inhalt des Konzeptes nicht zum BUND passt.“

Von Sebastian Rosenkötter

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