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Ostholstein Horn-Ausstellung zum Sehen und Hören
Lokales Ostholstein Horn-Ausstellung zum Sehen und Hören
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07:57 07.10.2016
Kuratorin Susanne Petersen zeigt in den Ausstellungsräumen ein besonders schön verziertes Horn aus dem Barock. Quelle: Fotos: Beke Zill

 Uwe Bartels (82) und Manfred Hein (94) schenkten oder stellten der Stiftung Schloss Eutin ihre umfassende Sammlung leihweise zur Verfügung. Eine Auswahl an 100 Stücken kann in den hellen Räumen mit Blick in den Schlossgarten bewundert werden. „Wir sind glücklich, für die Hörner eine neue Heimat gefunden zu haben“, sagt Brigitta Herrmann, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin.

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Im zweiten Obergeschoss des Eutiner Schlosses sind 100 Instrumente ausgestellt, ergänzt von 25 Hörstationen.

Die Entwicklung des Horns vom einfachen Signal- und Kommunikationsmittel bis zum Konzertinstrument wird in den ehemaligen Lagerräumen des Schlosses auf anschauliche Weise nachvollziehbar. „Die Ausstellung ist thematisch eng gebündelt“, erklärt Kuratorin Susanne Petersen, die sich als Kunsthistorikern erst in der Welt des Instruments zurechtfinden musste. „Aber Professor Bartels hat mir dabei sehr geholfen“, sagt die 37-Jährige. Auch Manfred Hein stand ihr vor allem bei Fragen zu Militärhörnern zur Seite.

In Teamarbeit entstand so eine Ausstellung, die in verschiedene Bereiche unterteilt ist. Die tibetanischen Tempelhörner, das Kudu-Horn aus Afrika und das Querhorn aus Elfenbein aus dem späten 18.

Jahrhundert stehen alle in einem virtuellen und religiösen Kontext. Mit dem Triton-Schneckenhorn wurde beispielsweise in Indien und Sri Lanka zu religiösen Zusammenkünften gerufen. In Böhmen glaubte man im 19. Jahrhundert, mit diesen Hörnern Gewitter vertreiben zu können.

Im zweiten Raum sind Hörner ausgestellt, die zur Jagd genutzt werden. Das einwindige Cor de Chasse trugen die Reiter in Frankreich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor allem bei der Hetzjagd – auch Parforcejagd genannt – hoch zu Ross. Neben der üblichen Nahrungsbeschaffung erhielt die Jagd auch immer mehr eine gesellschaftliche Funktion. „Das Musikalische bei der höfischen Jagd wurde immer wichtiger“, erklärt Petersen. Auf das Cor de Chasse folgten nun längere, mehrfach gewundene Hörner mit größerem Tonumfang. Das Parforcehorn in Deutschland ist der Vorreiter des im Orchester gebräuchlichen Waldhorns.

„Soldaten müssen zu Bette gehen“, steht an der gegenüberliegenden Wand des lichtdurchfluteten Raumes. Hier hängen Instrumente aus dem Militär wie der Sauerländer Halbmond, das Marschinstrument ist hinter einer Vitrine gebettet. „Die Signale von der Jagd wurden ins Militär übertragen“, sagt die Kuratorin. Seit dem 18. Jahrhundert ist das Horn als Befehlsinstrument unverzichtbar. 1899 wurde das Fürst-Pless-Horn, benannt nach dem Oberstjägermeisters Hans Heinrich XI. Fürst von Pless, eingeführt. Es ist auch seit dem 19. Jahrhundert das Gebrauchsinstrument für Jäger im deutschsprachigen Raum.

Neben dem Themengebiet Feuerwehr sind auch Posthörner zu sehen. „Musik hatte einen großen Stellenwert bei der Post“, betont Petersen. Wer damals nicht die sechs Signale auf dem Horn beherrschte, wurde entlassen.

Das beherrschende Thema der Ausstellung ist aber die Musik. Ordentlich aneinandergereiht hängen „die Seelen des Orchesters“ an der Wand. Petersen zeigt ein verziertes Instrument aus dem Barock. „Durch die Bemalung ist das Horn etwas ganz Besonderes“, schwärmt die 37-Jährige. Wie die Hörner klingen, können die Besucher übrigens an 25 Hörstationen testen. Die Klangbeispiele wurden von Bartels und der Hornistin Anke Saxinger extra für die Ausstellung eingespielt. Und wer nach dem Bewundern der Hörner noch nicht genug hat, kann sich sein eigenes Musikstück basteln.

Besuch bei den Hörnern

Die Dauerausstellung „Die klangvolle Welt des Horns“ mit etwa 100 ausgewählten Exponaten und 25 Hörstationen mit Klangbeispielen ist im Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und im November sowie Dezember freitags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

Führungen finden am 22. Oktober, 19. November und 17. Dezember jeweils um 16 Uhr statt.

Weitere Infos: www.schloss-eutin.de

 Beke Zill

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