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Ostholstein Hundebesitzer in Sorge: Tierquäler legen tödliche Köder
Lokales Ostholstein Hundebesitzer in Sorge: Tierquäler legen tödliche Köder
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08:47 28.04.2015
Aus Angst an der Leine: Thomas Brylka mit seinen Hunden „Kimba“ und „Bootsmann“. Quelle: Peter Mantik
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Heiligenhafen

Thomas Brylka ist in diesen Wochen besonders aufmerksam beim Gassi-Gehen. Der Hundehalter aus Heiligenhafen ist wie viele andere verängstigt, sorgt sich um seine beiden Vierbeiner „Kimba“ und „Bootsmann“. Der Grund: tödliche und bestialische Hundeköder, die gezielt von Unbekannten ausgelegt werden.

„Wir haben seit einigen Wochen das Problem, dass Fleisch- und Wurstköder mit Rattengift, aber auch mit Glasscherben gespickte Fische gezielt ausgelegt werden“, erklärt Brylka. Vor zwei Wochen erst habe ein Neufundländer auf dem Kirschberg bei der Stadtkirche einen Fleischköder gefressen und sei daran qualvoll verendet. Brylka nimmt einen beängstigenden Trend wahr: „Man hört immer mehr von solchen Vorfällen. Ob hier in Heiligenhafen, neulich in Neustadt oder aktuell auch in Lübeck und Schleswig. Überall werden Hunde zum Köder-Opfer.“ Er könne nicht verstehen, warum Menschen dies tun und gibt zu bedenken: „Es sind ja nicht nur die Hunde in Gefahr, sondern Kinder ja auch.“ Er selbst würde daheim mit seinen beiden Hunden trainieren, dass diese nichts anrühren, sondern nur aus dem Napf fressen oder aus der Hand von Herrchen.

Viele Hundehalter würden erwägen, ihren Lieblingen einen Maulkorb zu verpassen, damit die Tiere vor solchen Anschlägen geschützt sind. Stadtrat Stephan Karschnick (CDU), der in Heiligenhafen den kränkelnden Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) vertritt, erklärt: „Wir haben von diesen Vorfällen gehört und verurteilen Menschen, die so etwas tun, natürlich aufs Schärfste.“ Karschnick, der selbst Hundehalter ist, führt seine Labradorhündin „Joy“ im Stadtgebiet vorerst nur noch an der Leine.

Der Politiker appelliert an die Bürger, die Augen offen zu halten und Hinweise sofort an die Polizei weiterzuleiten. Diese ermittelt laut Aussage der Polizeipressestelle seit Kurzem. Die traurige Angelegenheit wird damit offiziell. Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes, erläutert auf LN-Anfrage: „Das mutwillige Auslegen von Giftködern, mit dem einzigen Zweck, Hunde oder Katzen damit zu töten, erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei und stellt unseres Erachtens einen eindeutigen Verstoß gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes dar, da für die Tötung dieser Tiere kein vernünftiger Grund gegeben ist.“ Zu berücksichtigen sei hier auch, dass durch die Giftköder nicht nur Tiere qualvoll verenden, sondern auch Menschen erheblich gefährdet werden können, wie beispielsweise spielende Kinder. Leider scheitere die strafrechtliche Verfolgung solcher Taten oft daran, dass in der Mehrheit der Fälle die Täter unbekannt seien und es den Strafverfolgungsbehörden ohne nähere Anhaltspunkte nahezu unmöglich sei, den oder die Täter zu ermitteln. Tierärztin Dr. Angela Spitz-Schulenburg aus Eutin sagt: „Was sich Menschen dabei ausdenken ist oft gruselig.“ 2007 habe es eine Giftwelle gegeben, wo es viele Tiere nicht mehr lebendig in die Praxis geschafft hätten. Mittlerweile vernetzen sich die Hundehalter. Wie bei Facebook in der Gruppe Giftköder-Radar. Dort gibt es sogar eine App fürs Smartphone.

Was tun?
Notfall: Bei Verdacht sofort eine Probe (Giftköder, Erbrochenes, Kot) zum Tierarzt bringen, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Je schneller, desto größer ist die Überlebenschance des Tieres. Je später die Behandlung beginnt, desto eher entstehen irreparable Organschäden. Rattengift wirkt absichtlich zeitverzögert, sehr langsam, unter Umständen erst nach 48 Stunden oder später — bis zu vier Wochen lang.

Peter Mantik

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