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„Hupf“ hilft Polizisten nach Gewaltattacken

Eutin „Hupf“ hilft Polizisten nach Gewaltattacken

Polizisten werden beleidigt, bespuckt und aufs Übelste angepöbelt. Die Eutiner Direktion sammelte jetzt Spenden für betroffene Beamte. In 97 Fällen wurde bereits geholfen.

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Schlagen, beleidigen, spucken: Polizisten erleben im Dienst immer wieder Pöbeleien und gewalttätige Übergriffe.

Quelle: Foto: Dpa

Eutin. Sie werden beleidigt, bespuckt und aufs Übelste angepöbelt. Sie werden körperlich angegriffen, verletzt und das manchmal so schwer, dass sie bleibende Beeinträchtigungen davontragen. Allein in Schleswig-Holstein kam es zuletzt zu 1100 bis 1300 gewalttätigen Übergriffen gegen Polizeibeamte pro Jahr. Die Palette reicht von Bedrohungen und Widerstand bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. Die Öffentlichkeit nimmt das nicht selten achselzuckend zur Kenntnis nach dem Motto, das sei im Gehalt inbegriffen, dafür würden Polizisten ja auch bezahlt.

LN-Bild

Eutiner Direktion sammelte Spenden – Klaus Schlie holte jetzt den Scheck ab.

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„Hupf“ will betroffenen Beamten helfen. Das Kürzel steht für „Hilfs- und Unterstützungsfonds für Beschäftigte der Polizei und deren Familien in Not“. Vorsitzender des Vereins ist der frühere Innenminister, Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Gestern kam er auf die Hubertushöhe in Eutin. Die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei (PDAFB) überreichte ihm einen Scheck über 1274 Euro für Hupf.

Bei der Polizeidirektion wird traditionell zu Weihnachten für einen guten Zweck Geld gesammelt. Diesmal fiel die Wahl auf Hupf. „Es ist gut, dass es eine solche Organisation gibt, die Leid abfedern kann. Das Geld ist dort gut angelegt“, erläuterte der Leiter der PDAFB, Michael Wilksen.

Fast jede Beleidigung unter Nachbarn lande vor Gericht oder in einem Schlichtungsverfahren. „Wenn Polizisten bei Einsätzen mit schlimmsten Fäkalausdrücken überschüttet werden, passiert in der Regel nichts“, beklagte Schlie. Tätliche Angriffe zögen manchmal langfristige oder totale Dienstunfähigkeit nach sich. Schlie berichtete vom Fall eines Beamten, der von randalierenden Jugendlichen in einem Dornenbusch geworfen wurde und dabei komplizierte Verletzungen an der Hand erlitt, die ihm noch immer zu schaffen machen. Oder von einer Polizistin, die psychisch angeschlagen ist, nachdem sie und ihr Partner massiv bedroht wurden. „Psychische Beeinträchtigungen lassen sich manchmal schwer feststellen. Aber wir erleben oft, wie tief das sitzt“, sagte der Hupf-Vorsitzende.

Die Beamten werden trainiert, viel wegstecken zu können und auch in Grenzsituationen die Ruhe zu bewahren, berichtete Maren Freyher, stellvertretende Leiterin der PDAFD. Aber man dürfe nie vergessen: „Jeder Polizeibeamte ist auch ein Mensch.“

Hupf kann nur symbolische Unterstützung leisten neben den Hilfen, die den Beamten bei Übergriffen ohnehin zustehen. „Es geht um Anerkennung und gesellschaftliche Wertschätzung“, betonte Schlie. In der Regel finanziere der Verein Erholungsmaßnahmen gemeinsam mit Familienangehörigen oder Heil- und Hilfsmittel, für nicht der Dienstherr nicht aufkomme. 170 000 Euro hat Hupf seit der Gründung 2001 ausgeschüttet, in 97 Fällen wurde geholfen.

Der Ex-Innenminister nutzte seinen Besuch auch, um der Polizei im Allgemeinen und der Eutiner Direktion im Besonderen „eine tolle Arbeit“ zu bescheinigen. Entschieden trat er „irrationalen Diskussionen“ in der Politik entgegen, mit denen immer wieder der Eindruck erweckt werde, die Polizei betreibe eine Datensammelwut außerhalb des Rechtsstaates. Wer den Riesenaufwand von Überwachungen kenne, wisse: „So einen horrenden Unsinn kann nur jemand sagen, der überhaupt keinen Schimmer hat.“ Wilksen erklärte zu den Vorwürfen sexistischer und rassistischer Vorfälle in der Polizeiausbildung, es werde nichts vertuscht, sondern alles durch die zuständigen Gremien aufgeklärt. Schlie warnte vor einem Generalverdacht aus dem politischen Bereich.

 Arnold Petersen

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