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Ostholstein Hutzfelder Edeka-Prozess geht auf die Zielgerade
Lokales Ostholstein Hutzfelder Edeka-Prozess geht auf die Zielgerade
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20:43 12.10.2017

Es sind viele Baustellen in diesem Verfahren. Angeklagt sind Behar T. (28) und Kastriot K. (27) wegen besonders schweren Raubes. Waren sie die beiden Männer, die im Oktober 2015 den Edeka-Markt überfielen, eine Mitarbeiterin mit einem Messer bedrohten, aber nur 73 Euro Münzgeld erbeuteten, weil in der Nacht zuvor bereits Einbrecher alles mitgenommen hatten? Eine Frage, der das Gericht nun bereits seit Januar und in einer Neuauflage des Prozesses seit April nachgeht. Die Angeklagten schweigen, bei der Wahrheitsfindung ist die III. Große Strafkammer am Landgericht Lübeck auf Indizien und Zeugen angewiesen.

Auf ihrem Weg nach Hutzfeld waren zwei Männer in einem blauen BMW M3 in Bockhorn (Kreis Segeberg) geblitzt worden. Unzweifelhaft saßen sie in dem Tatfahrzeug, das eine Zeugin wenig später zum Zeitpunkt des Überfalls vor dem Edeka-Markt sah. Aber wer waren die beiden Männer im Auto? Die Angeklagten? Einer von ihnen hat das bereits zugegeben, aber darauf beharrt, nur bis Segeberg gefahren zu sein und dort den bei einem offenbar fingierten Einbruch gestohlenen BMW an zwei ihm unbekannte Polen übergeben zu haben. Haben diese Unbekannten den Überfall begangen oder waren es doch die Angeklagten?

Die Annahme, es könnten ihre Mandanten gewesen sein, versucht die Verteidigung zu erschüttern. Gestern ging es dabei um einen Vergleich der Kleidung, angestellt durch eine Gutachterin des Landeskriminalamtes, der das Blitzerfoto und die Bilder der Überwachungskamera aus dem Edekamarkt vorlagen. Viel Erhellendes konnte die Frau, auch wegen der schlechten Qualität der Bilder, nicht beitragen. Es gebe an der Kleidung einige wenige Übereinstimmungen, Unterschiede könnten durch die Aufnahmequalität begründet sein. Oder wie es der Vorsitzende Richter Kai Schröder formulierte: „Es ist möglich oder auch nicht.“

Mit einem Kuriosum wartete der gestrige Verhandlungstag auch noch auf: Schöffen als Zeugen. Erneut ging es um ein Thema, das das Verfahren lange dominiert hat: die Glaubwürdigkeit eines Häftlings aus dem Lübecker Gefängnis. Er behauptet, gehört zu haben, wie sich einer der Angeklagten mit einem Untersuchungshäftling über den Hutzfelder Überfall unterhalten habe. Mehrfach war der Häftling, ein Betrüger, vom Gericht gehört worden. Waren seine diversen Aussagen frei von Widersprüchen? Darüber sollten die beiden Schöffen aus der ersten Auflage des Prozesses, der wegen eines erkrankten Richters geplatzt war, Auskunft geben. Sie konnten sich allerdings nicht mehr gut erinnern. Ebenfalls dazu befragt wurden die Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst sowie die Staatsanwältin und Anklagevertreterin im Hutzfeld-Prozess, Sabrina Parnitzke. Deren Erinnerungsvermögen war deutlich besser.

Die Kammer muss nun alle Verästelungen des Falles würdigen. Dabei könnten ihr die Plädoyers helfen, die möglicherweise am nächsten Verhandlungstag, am 1. November, gehalten werden.

Von Susanne Peyronnet

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