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Ostholstein Hutzfelder Ortsdurchfahrt bald nur noch mit Tempo 30
Lokales Ostholstein Hutzfelder Ortsdurchfahrt bald nur noch mit Tempo 30
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00:00 18.10.2012
Sie alle klagen über den schlechten Zustand der Landesstraße 176 in Hutzfeld: Bürgermeister Mario Schmidt (von links), Noah Meyer, Lars Schütte-Felsche mit Jette (2), Holger Schwien und der Hutzfelder Dorfvorsteher Helmut Schröder.
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Ostholstein

Sicherlich kann jeder der etwa 830 Einwohner in Hutzfeld eine Geschichte erzählen, die etwas mit dem Zustand der Landesstraße (L) 176 zu tun hat. Und garantiert sind es keine schönen oder positiven Erzählungen.Rund um den Zustand dieser Straße, die seit Jahren immer maroder wird, gab es einen Schriftverkehr zwischen Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) und dem Kieler Verkehrsministerium (die LN berichteten). Da es dafür kein Geld in der Landeskasse gibt, kann die Strecke nicht saniert werden, erfuhren die Verantwortlichen der Gemeinde Bosau. Schmidt hat daraufhin beim Kreis Ostholstein und bei der Straßenmeisterei die Einführung von Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt beantragt. Wie berichtet, wird sich der Bauausschuss der Gemeindevertretung mit dieser Thematik beschäftigen. Nach den Vorstellungen von Schmidt sollen die beiden zuständigen Landtagsabgeordneten Peter Sönnichsen (CDU) und Regina Poersch (SPD) zu einem Ortstermin eingeladen werden.Derweil laufen beim Hutzfelder Dorfvorsteher Helmut Schröder nahezu täglich Beschwerden über den schlechten Straßenzustand ein. So wird Holger Schwien (58) den 2. Mai 2012 wohl niemals vergessen. Mit akuten Rückenproblemen und einem schweren Bandscheibenvorfall war der Bosauer mit einem Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe auf dem Weg ins Eutiner Krankenhaus. „Am Ortseingang von Hutzfeld haben die Sanitäter die Trage im Wagen höher gestellt, und der Fahrer hat versucht, die Schlaglöcher zu umkurven. Trotzdem bekam ich durch die Erschütterungen noch mehr Schmerzen. Sie trieben mir Tränen in die Augen“, beschreibt Schwien diese Tour. Angesichts des sich verschlimmernden Gesundheitszustandes hätten die Sanitäter sogar überlegt, am Hutzfelder Ortsausgang den Rettungshubschrauber herbeizurufen. Tag für Tag fährt der Fünftklässler Noah Meyer (10) durch den Ort. Auf seinem Weg zum Unterricht erlebt er oft gefährliche Situationen. „Einmal fuhren vor und hinter mir Lastwagen, und vor mir war ein Schlagloch. Ich musste auf den Fußweg ausweichen“, sagt er. Der Forstingenieur Lars Schütte-Felsche (35) lebt mit seiner Familie seit zwei Jahren in einem eigenen Haus an der L 176. Ihn stört nicht nur die enorme Lärmbelästigung, die besonders von unbeladenen Lkw auf der „Buckelpiste“ verursacht werde, sondern auch die Risse an seinem Gebäude. Wahrscheinlich, so seine Vermutung, wurden sie durch die Erschütterungen der schweren Fahrzeuge, die die marode Straße befahren, verursacht.Auch der Polizeibeamte Thomas Gerber, der häufig mit dem Fahrrad von seinem Wohnort Sarau nach Hutzfeld fährt, erlebt immer wieder, wie gefährlich die Straße ist. Bürgermeister und Dorfvorsteher sind sich mit den Hutzfeldern einig: „Gerade zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer muss unbedingt etwas geschehen.“ Schmidt gibt auch zu bedenken, dass es in Bosau pro Jahr etwa 80 000 Übernachtungen von Urlaubern gebe. Viele von ihnen wählten als Anfahrtsweg die L 176. Und Schröder verweist auf eigene Zählungen, nach denen etwa 1000 Fahrzeuge pro Tag die Straße frequentieren.Im Internet, bei „Youtube“ unter dem Stichwort „Hutzfeld“, hat die L 176 schon Berühmtheit erlangt. Wer sich einmal richtig durchschaukeln lassen will, sollte mal reinschauen.

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