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Ostholstein Hutzfelder Polizeistation ist jetzt eine richtige Wache
Lokales Ostholstein Hutzfelder Polizeistation ist jetzt eine richtige Wache
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20:03 29.10.2013
Hell, freundlich und groß: Hauptmeister Thomas Gerber (links) und Polizeioberkommissar Ralf Hoffschildt haben jetzt jeder ein eigenes Büro, miteinander verbunden durch eine Tür. Quelle: Fotos: Peyronnet
Hutzfeld

Das, was gestern in der Polizeistation Hutzfeld geschah, hat Seltenheitswert. Das gab der Leitende Polizeidirektor Heiko Hüttmann unumwunden zu. Denn die Polizeistation Hutzfeld ist eine sogenannte „zweimännige Station“, und die werden eher geschlossen als erweitert. Aber genau das ist in Hutzfeld jetzt geschehen. Wobei erweitert das falsche Wort ist:

Aus einer winzigen Bude ist eine veritable Polizeistation geworden.

Die erweiterten Räume der Station wurden gestern offiziell eingeweiht. Fertig sind sie schon seit einigen Wochen. Diese Erweiterung war bitter nötig, mussten die beiden Hutzfelder Schutzmänner Thomas Gerber und Rolf Hoffschildt ihre Dienstgeschäfte doch bisher auf 16 Quadratmetern verrichten. Ihnen stand nicht mehr Platz zur Verfügung als ein einziges Büro plus eine Toilette und ein Flur, der diesen Namen nicht verdient. Das alles im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Wöbser Straße.

Immerhin handelt es sich um eine historische Polizeistation. Seit 59 Jahren residiert die Polizei in dem Haus, das eine Wohnungsbaugesellschaft einst nach ihren Wünschen baute. Die beiden Schutzleute hatten ihre Wohnungen neben und über dem Büro, das hieß damals Ermessensdienst und bedeutete, dass die Beamten immer im Dienst waren — oder eben nicht, ganz nach Ermessen und anfallender Arbeit.

1997 bekamen die Hutzfelder Polizisten geregelte Dienstzeiten. Sie wohnten nicht mehr über oder neben der Station, in die Polizeiwohnungen zogen andere Mieter ein. Was blieb, war die Mini-Station.

Eine von denen, die immer seltener werden. „Allein vier davon haben wir in Ostholstein aufgelöst“, sagt Hüttmann. „In Hutzfeld haben wir uns bewusst anders entschieden, als die Frage nach den Räumen immer drängender wurde.“

Hutzfeld durfte Polizeistandort bleiben, weil das Gebiet von keiner anderen größeren Station mitversorgt werden kann — schon wegen der Entfernungen, etwa nach Eutin. Genug zu tun gibt es in der Gemeinde Bosau. Hüttmann: „Hier spielt sich was ab, hier ist was los.“ 3500 Menschen würden von der Station betreut. Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) verweist darauf, dass noch Feriengäste mit 40 000 bis 50 000 Übernachtungen im Jahr hinzukommen. „Wir wollten dies nicht als weißen Fleck lassen. Wir wollten präsent sein, was nicht heißt, dass wir es rund um die Uhr sein können“, sagt Hüttmann. Die Tagespräsenz aber sollte bestehen bleiben. Und so wird Hutzfeld auch weiterhin eine richtige Wache haben, mit „Dienstgehöft“, wie das so schön heißt, und mit Streifenwagen. Und das alles auch noch am gewohnten Platz. Durch den Ausbau der bestehenden Station müsse sich niemand umstellen, sagt Hüttmann. „Es ist ein hohes Gut, bei den Menschen zu sein, für die wir Verantwortung tragen.“

Möglich wurde es, weil der Mieter der Nachbarwohnung auszog. Die Polizei griff sofort zu. Ein Durchbruch, ein paar Schönheitsreparaturen vom Vermieter, eine neue Küche — und fertig ist die neue Polizeistation. Ein Teil davon, der im ersten Stock der neu hinzugemieteten zweistöckigen Wohnung, steht noch leer. Sollte in Hutzfeld eine Beamtin eingesetzt werden, wären getrennte Umkleideräume vorhanden. Und noch einen Vorteil hat die neue, größere Wache, wie der Eutiner Stationsleiter Michael Martins anmerkt. „Für die Kollegen ist die Arbeit hier sicherer geworden“, sagte er und erinnert daran, wie einmal drei Beamte drei Verdächtige in einem Büro vernommen haben.

Wache mit Tradition
1954 zog die Polizei in die neue Wache an der Wöbser Straße in Hutzfeld ein. Die Polizeistation Hutzfeld entstand aus einer Fusion der damaligen Polizeiposten Bosau und Liensfeld.
16 Quadratmeter groß war die bisherige Polizeistation, in der zwei Beamte arbeiten. Das einzige Büro diente auch als provisorische Küche, Sozialraum und Abstellraum.
90 Quadratmeter ist die erweiterte Polizeistation groß. Sie erstreckt sich über zwei Stockwerke und hat auch einen Kellerraum.

Susanne Peyronnet

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