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Ostholstein Hutzfelder Sportplatz: Für Trecker tabu?
Lokales Ostholstein Hutzfelder Sportplatz: Für Trecker tabu?
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20:10 21.09.2017
150 Trecker aller Marken und Farben standen im Juli beim jüngsten Treckertreff auf dem Hutzfelder Sportplatz. Quelle: Foto: Peyronnet
Hutzfeld

„Vereinbarung zur Durchführung des Treckertreffs durch die Dorfschaft Hutzfeld“ lautete der Tagesordnungspunkt auf der jüngsten Sitzung des Bosauer Sozial-, Schul-, Kultur- und Jugendausschusses. Ein Selbstläufer, hatten viele gedacht. Die Dorfschaft, Veranstalter des Treckertreffs, hatte beantragt, für den Sportplatz eine Nutzungsvereinbarung abzuschließen. Sie wollte Planungssicherheit für die Zukunft. Doch dazu kam es nicht. Jan Rohe, Gemeindevertreter der CDU, meldete Bedenken an.

Aufregung um den Treckertreff in Hutzfeld: Dürfen die historischen Schlepper auf den Sportplatz oder gehören sie besser auf eine benachbarte Wiese? Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt und die nach Meinung einiger gar nicht hätten gestellt werden müssen.

„Trecker und Wiese passen zusammen, Trecker und Sportplatz nicht. Jan Rohe CDU

„Trecker und Wiese passen zusammen, Trecker und Sportplatz nicht“, sagt Rohe. „Ich finde es nicht gut, wenn die Schlepper auf den Sportplatz fahren.“ Sie könnten den Boden verdichten, was wiederum dazu führe, dass Regenwasser schlecht abfließe und der Rasen nicht gut nachwachsen könne. „Bodenverdichtung ist ein ganz großes Thema.“ Rohe weiß, wovon er spricht. Er ist zwar kein Sportplatzbauer, aber stellvertretender Leiter des Baubetriebshofs Eutin.

Rohe selbst hat bereits mit einem eigenen Trecker am Treckertreff teilgenommen und lange beim Bosauer SV Fußball gespielt. Es ist auch nicht so, dass er den Treckerfreunden ihre Treckertreffen und sogar eine Vereinbarung über die Platznutzung nicht gönnen würde. Er fände es nur viel besser, wenn die Treckerfreunde ihre Veranstaltung auf die benachbarte Wiese verlegen würden. „Es gibt eine Superfläche neben dem Sportplatz“, sagt Rohe.

Gegenargument von Edelgard Suikat, der Vorsitzenden des Bosauer Sportvereins: Da trainieren die Bogenschützen. Wenn auf der Wiese Trecker führen und Fahrspuren hinterließen, könnten die Bogenschützen nicht mehr richtig mähen. Die aber bräuchten einen ganz kurzen Rasen, um ihre Pfeile wiederzufinden. „Die Wiese hat keinen Untergrund, der Sportplatz ist aufgebaut und verfügt über eine Drainage“, sagt die Vorsitzende und spricht sich für Schlepper auf dem Sportplatz aus.

Im Übrigen versteht Suikat die Aufregung nicht. Alle seien sich einig gewesen, Sportverein und Dorfschaft als Veranstalter des Treckertreffs hätten die Vereinbarung bereits unterschrieben. Nur die Politik musste sie noch genehmigen, weil die Gemeinde Bosau Eigentümerin des Sportplatzes ist. Sogar etliche Ausschussmitglieder hätten dafür plädiert, die Vereinbarung zu unterschreiben. Dann aber seien die Einwände über mögliche Spätschäden gekommen. Suikat: „Wie man die feststellen will, weiß ich auch nicht. Wir sind uns doch unserer Verantwortung bewusst. Wir werden unseren Sportplatz nicht kaputtgehen lassen.“ Ihr Fazit: „Es war viel Gerede um nichts. Wir waren uns alle einig.“ Dorfvorsteher Helmut Schröder war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Er soll vom Ausschuss später gehört werden.

Der Ausschussvorsitzende Burkhard Klinke (SPD) macht aus seiner Verärgerung über den Vorgang keinen Hehl. „In meinen Augen ist das alles an den Haaren herbeigezogen.“ Er sei in der Sitzung „kurz vor dem Siedepunkt“ gewesen. Nun soll, so habe der Ausschuss ohne Beschluss entschieden, die Verwaltung den Entwurf der Vereinbarung überarbeiten. Klinkes Standpunkt: „Von mir aus kann alles beim Alten bleiben. Wenn es Beschädigungen gibt, muss der Veranstalter des Treckertreffs das in Ordnung bringen, und gut ist.“

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Susanne Peyronnet

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