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„Ich will das Kiten nicht verbieten“

Ostholstein „Ich will das Kiten nicht verbieten“

Umweltminister Robert Habeck verspricht: "ich will das Kiten nicht verbieten"! Nur in Naturschutzgebieten, die räumlich sehr begrenzt sind, soll kein Wassersport stattfinden so Habeck.

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Robert Habeck hat die Problemthemen in Ostholstein erkannt und sucht nach Lösungen.

Quelle: Fotos: Dpa, Fotolia

Ostholstein. Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck (Die Grünen) ist dieser Tage ein besonders gefragter und auch ein stark kritisierter Mann in Ostholstein. Es gibt gleich vier Problemfelder, die ihn und sein Ministerium betreffen.

LN-Bild

Umweltminister Robert Habeck im LN-Gespräch über Kite- und Angelverbote, die 380-kV-Trasse und Windkraft.

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Die von Ihnen angestrebten Kite- Verbote im Bereich Fehmarn/Heiligenhafen sowie freiwillige Vereinbarungen haben Protest hervorgerufen. Wie begegnen Sie dem?

Robert Habeck: Ich denke, ein Großteil des Protests beruht auf Missverständnissen. Es geht nicht um ein generelles Kite-Verbot. Nur in Naturschutzgebieten, die räumlich sehr begrenzt sind, soll kein Wassersport stattfinden. Wir erneuern damit einen Antrag, den die Vorgängerregierung 2011 bereits gestellt hatte. Es werden aber kaum mehr Argumente gehört.

Welche Argumente meinen Sie?

Habeck: Zum Beispiel, dass der Sinn von Naturschutzgebieten ja ist, die Natur zu schützen, es nicht um ein generelles Kite-Verbot geht, und dass wir bei den Rastgebieten analog zu der Vereinbarung mit den Fischern nur für kurze Zeiträume im Winter, auf kleine Spots beschränkt, auf Freiwilligkeit setzen. Es ist also ein Appell an den Anstand, aber keine weitere Verbotskulisse.

Touristiker befürchten in der Summe von Windkraft, fester Fehmarnbeltquerung (FFBQ), 380-kV-Ostküstenleitung sowie Angel- und Kite-Verboten nachhaltigen Schaden. Stimmen Sie dem zu?

Habeck: Beim Kiten nicht. Kiten ist ein naturnaher Sport. Hier sollten wir eher Synergien suchen. Bei den übrigen Infrastrukturprojekten ist das unstrittig, die bringen gravierende Einschnitte mit sich, eine Veränderung von Heimat.

Es soll kein Gutachten vorliegen, wonach das Kiten der Natur schadet. Stimmt das?

Habeck: Es ist umgekehrt. Es gibt eine Reihe von Gutachten, auch internationale, die die Folgen aufzeigen. Bitte noch einmal: Wir reden in der Ostsee nur über die Kulissen der Naturschutzgebiete.

Ein Vorwurf an Sie lautet: Kein Statement als Grüner gegen FFBQ, aber das Kiten verbieten . . .

Habeck: Ich will das Kiten doch gar nicht verbieten, sondern Lösungen für Konflikte finden. Zum Thema FFBQ muss ich auf den Koalitionsvertrag hinweisen, an den bin ich gebunden.

Beim Verbot der Freizeitfischerei im Belt unterstützen Sie die Touristiker, dafür heimsen Sie Kritik des Nabu ein. Wie ist der Belt naturschutzrechtlich zu retten?

Habeck: Ich freue mich außerordentlich, dass es die Naturschutzgebiete des Bundes geben soll. Und ich weiß auch, dass die Freizeitfischer viel Dorsch aus der Ostsee nehmen. Aber wenn das zu viel ist, dann ist der Regelungsrahmen die Quote für Fischentnahme. In den Naturschutzgebieten sehen wir keinen negativen Einfluss der Freizeitangler auf die Natur. Es kommt kaum zu Bodenberührungen, der Schiffsverkehr ist im Vergleich zu dem sonstigen nicht gravierend. . .

Themenwechsel: Windkraftprojekte in Ostholstein sind auf Eis gelegt. Erste Karten für die neuen Eignungsgebiete liegen vor. Wie viel wird sich daran noch ändern?

Habeck: Das ist ein ganz schwieriger Prozess. Und ja, es können sich kleine Teile der Pläne noch verändern, aber nicht die Grundsätze, die uns das Gericht vorgeschrieben hat. Und dabei kann der Bürgerwille nur in sehr engen Grenzen Berücksichtigung finden. Eine Umsetzung des Bürgerwillens quasi eins zu eins ist nicht möglich. Wir sind verpflichtet, die Landesplanung entlang von Kriterien auszurichten, die einer erneuten gerichtlichen Überprüfung standhalten. Die räumliche Steuerung von Windkraftanlagen ist ein hoch komplexes Geschäft, aber es ist besser, sich diesem Prozess zu stellen, als einen Wildwuchs zuzulassen.

In Kabelhorst gibt es gar keine Eignungsfläche mehr, obwohl dort ein Windpark steht, auch in Riepsdorf hat sich Gravierendes an den Flächen geändert.

Habeck: Ich kann den Frust nachvollziehen, aber wir müssen uns der Gerichtsentscheidung beugen. Wir versuchen jetzt zu moderieren und die neuen Gegebenheiten allen Betroffenen zu erklären. Da ist aber ohne Frage viel Druck und viel Frust vorhanden. Ich hoffe, zum Sommer haben wir alle Probleme halbwegs gemeinsam gelöst.

Nächster Themenwechsel, 380-kV- Leitung. Wird nun der Bereich Ratekau bis Neustadt für eine Teilerdverkabelung geprüft?

Habeck: Ja, das ist ein Thema. Bei den Vor-Ort-Gesprächen wird geprüft, ob es alternativ sinnhafte Teilerdverkabelung geben kann.

Dabei ist die Gemeinde Ratekau zum Beispiel sehr glücklich über die angedachte Vorzugstrasse.

Habeck: Die Vorzugstrasse bei Ratekau wird wahrscheinlich bleiben. Für Ratekau wäre das optimale Ergebnis, dass die Bestandstrassen auch aus dem Ort verschwinden. Ich setze mich für eine solche Lösung ein.

Wie halten Sie all diese massive Kritik aus?

Habeck: Ich begreife es halt als meinen Job, Konflikten nicht auszuweichen. Ich versuche Lösungen zu finden, die allen Seiten einen großen Nutzen bringen. Gelingt dies, habe ich Kraft für das nächste Problem. Frustrierend ist nur, etwa beim Thema Kiten, wenn Argumente nicht mehr gehört werden. Deshalb kommen wir auch am Dienstag nach Heiligenhafen, um unsere Position zu erläutern.

 Gespräch: Peter Mantik

Kreistag in Eutin und Habeck kommt nach Heiligenhafen

Klimaschutzkonzept und Haushalt sind Thema im Kreistag in Eutin. Los geht es am Dienstag, 15. März, um 16 Uhr im Ostholsteinsaal des Kreishauses. Auch stehen ein Antrag der SPD-Fraktion zu den geplanten Einschränkungen beim Freizeitangeln und Kite-Surfen an der ostholsteinischen Küste sowie ein Antrag der ufoh-Fraktion zum Beitritt des Kreises zu den Beltrettern auf der Tagesordnung. Nähere Informationen gibt es im Kreistagsinformationssystem unter www.kreis-oh.de.

Heiligenhafen: Umweltminister Robert Habeck (Grüne) kommt zeitgleich in den Veranstaltungspavillon nach Heiligenhafen, um mit Touristikern, der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein und Wassersportverbänden über die angedachten Kiteverbote sowie freiwillige Vereinbarungen zu sprechen.

LN

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