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Ostholstein Ideen für den Grömitzer „Dünenpark“
Lokales Ostholstein Ideen für den Grömitzer „Dünenpark“
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21:55 29.04.2016
Rissmann & Spieß haben zusammen mit dem Planungs- und Ingenieurbüro Benthien einen Entwurf erarbeitet, bei dem sämtliche Gebäude von der Form her an Schiffe erinnern sollen. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Die touristische Offensive der Gemeinde Grömitz geht in die nächste Runde. Das Mega-Projekt „Dünenpark“ nimmt Gestalt an. In nicht-öffentlicher Sitzung wurden jetzt drei Entwürfe für das etwa 22000 Quadratmeter große Grundstück an der Strandpromenade vorgestellt.

Zwischen „Fischhus“ und Restaurant „Falkenthal“ möchte die Gemeinde Grömitz ab Herbst 2017 unter anderem einen Beach- Club, einen Abenteuerspielplatz, eine Bowling-Bahn, drei bis vier Ladeneinheiten und eine völlig neugestaltete Promenade entstehen lassen. Zudem soll das Haus des Kurgastes durch ein modernes Multifunktionsgebäude ersetzt werden. Auch der Neubau der DLRG-Wache inklusive Unterkünfte für 45 bis 49 Wachgänger ist vorgesehen.

Tourismuschef Olaf Dose-Miekley machte gegenüber den LN deutlich, dass die Planung bereits seit drei Jahren laufe. Ein Ideenwettbewerb mit Bürgern sowie die intensive Abstimmung zwischen Kommunalpolitik und Verwaltung habe zu einer Prioritätenliste geführt. Unter anderem sei entschieden worden, den Standort des früheren Freibads ohne eine Hotelansiedlung zu entwickeln. „Wir wollen natürlicher werden und eine Anziehungskraft entfalten. Aktuell sind die Menschen auf der Promenade meist in Richtung Süden unterwegs. Das soll ein Gegenpol werden“, so Dose-Miekley.

Um die Planung voranzutreiben habe man sich entschlossen, einen architektonischen Ideenwettbewerb zu veranstalten. „Wir haben nun ein Raumkonzept und konkrete Gebäudegrößen. Mit diesen Daten können wir weitere Gespräche mit der Landesplanung führen“, so der Tourismuschef. Dass das gerade erst vom Kieler Landtag verabschiedete novellierte Landesnaturschutzgesetz (LN berichteten gestern) das Projekt gefährde, glaubt man in Grömitz nicht. Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) habe bereits intensive Gespräche geführt. Fest steht, dass die derzeit bebaute Fläche von rund 6000 Quadratmeter keinesfalls überschritten werden soll.

Alle drei Entwürfe sehen vor, die Promenade zu verschwenken und das Areal so zum Strand hin zu öffnen. Die vorhandenen Bäume dürften erhalten bleiben. Zudem soll eine künstliche Dünenlandschaft entstehen. Ein Planer regt sogar an, Gebäude in die Düne zu bauen. Ein anderer trumpft mit einer fast runden Seebrücke auf (mittlerer Entwurf; nicht sichtbar). „Wir können uns aus den Konzepten einzelne Bausteine herausnehmen“, so Dose-Miekley.

Dass das Haus des Gastes und die DLRG-Wache abgerissen werden müssen, ist sicher. Die Bauwerke sind marode, feucht und keinesfalls mehr zeitgemäß. Vorteil eines Neubaus wäre, dass die DLRG-Kräfte in Zukunft nicht mehr dezentral untergebracht werden müssen. „Das kostet die Gemeinde rund 50000 Euro pro Jahr“, so Dose-Miekley. Zudem könnten die Räume von Oktober bis April als Hostel genutzt werden.

Unklar ist bislang, wer die einzelnen Gebäude und Außenanlagen errichten und betreiben wird. Laut Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) sei es denkbar, dass sich ein Investor einklinke.

Fest steht hingegen, dass die Grömitzer Bürger weiterhin miteingebunden werden sollen. Olaf Dose- Miekley kündigt an, dass die Entwürfe zur weiteren Diskussion ins Internet eingestellt werden sollen.

Ausschuss tagt

Einen Bericht zum „Dünenpark“ soll

 es am Dienstag, 3. Mai, im Grömitzer Tourismusausschuss geben. Zudem soll es um das ehemalige Jugendzeltlager „Wetzlar“ am Lensterstrand gehen. Dieses hat seit einigen Wochen einen neuen Besitzer und läuft unter dem Namen „Baltic Sea International Campus“. Eigentümer ist Prof. Dr. Peter Jochimsen aus Eckernförde. Ebenfalls auf der Tagesordnung: Bouleplatz, Seebrücke und Promenadenbeleuchtung.

Sitzungsbeginn ist um 19.30 Uhr im Rathaus.

Von Sebastian Rosenkötter

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