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Ostholstein Ideen und Visionen für Malente
Lokales Ostholstein Ideen und Visionen für Malente
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21:52 09.01.2018
Das alte Bahnhofsgebäude und sein Umfeld müssen nach den Vorstellungen von Tanja Rönck wieder viel attraktiver werden. Quelle: Foto: Dirk Schneider

Eine gute Voraussetzung, um viele Ideen aus dem derzeit bereits vieldiskutierten Gemeinde-Entwicklungskonzept Malente 2030 umzusetzen, sei die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm, sagt Rönck (parteilos) erfreut. Um die Zuschüsse abrufen zu können, sollen 2018 drei Konzepte für die Attraktivitätssteigerung des Dorfkerns erstellt werden. Ein erster Erfolg: Bereits die Finanzierung dieser vorbereitenden Untersuchungen für rund 170000 Euro wird mit zwei Dritteln bezuschusst. Diese Quote gilt später auch für die Umsetzung der eigentlichen Maßnahmen.

Neben einer detaillierten Analyse der städtebaulichen Missstände müssen nun zunächst die Grenzen des Sanierungsgebiets festgelegt werden. „Im Gespräch sind die Bereiche Schönowgelände und Kurpark, Bahnhofstraße und Marktstraße sowie das Gewerbegebiet rund um Aldi in der Lütjenburger Straße“, so Rönck. Zudem soll ein neues Einzelhandelsgutachten Verbesserungspotenziale aufzeigen. „Wir haben zwar eines, aber das ist nicht so aussagekräftig“, unterstützt Rönck diese Forderung. So fehlten zum Beispiel Angaben über die vorhandene Kaufkraft in der Gemeinde. Zudem müssten auch die Bedürfnisse der Urlaubs- und Kurgäste in der Untersuchung berücksichtigt werden. „Und wir erhoffen uns auch Aussagen und Anregungen, welche Geschäfte und Dienstleistungen wir noch brauchen und welche Läden sich mittel- und langfristig halten könnten.“ So wolle man Ladenbesitzern zeigen, ob sie noch up-to-date sind und entsprechende Verbesserungsvorschläge machen. „Die Kommune kann Städtebauförderungsmittel auch weiterreichen“, betont Rönck.

Als besonders dringliches Projekt möchte Rönck die Aufwertung des Bahnhofs und des Vorplatzes zu einer Mobilitätsdrehscheibe vorantreiben. Für viele Urlauber und Kurgäste, aber auch für Besucher aus der Region und für Malenter Bürger sei dieser zentrale Ort die erste Anlaufstelle und damit die Visitenkarte der Gemeinde, so Rönck. Und der hinterlasse beim Anblick vieler Details nicht den besten Eindruck. Besonders traurig sei der Zustand der bahntechnischen Anlagen. Der Wildwuchs im Gleisbett und die verrosteten Geländer an den Übergängen seien theoretisch noch die am schnellsten zu lösenden Probleme, wenn es gelinge, die Bahn mit ins Boot zu holen. Dazu zähle auch die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu den Zügen. „An einem Bahnsteig müssen derzeit mobile Rampen eingesetzt werden, was die Voranmeldung bei einem Zugbegleiter erfordert“, kritisiert Rönck. Spontane Fahrten seien für Menschen mit Rollstühlen kaum realisierbar.

Ein Traum wäre es auch, das Bahnhofsgebäude wieder in die öffentliche Nutzung zu bekommen, so Rönck. Ein Vorbild sei Plön, wo die Touristinfo Großer Plöner See im Bahnhof beheimatet ist. „Das könnte ich mir für Mats (Malenter Tourismusservice) ab 2020 auch gut vorstellen“, blickt die Bürgermeisterin in die Zukunft. Der neue Eigentümer der Immobilie stehe einer solchen Lösung aufgeschlossen gegenüber.

Zu einer ganz persönlichen Chefsache erklärt Rönck die Entwicklung des Schönowgeländes, das sie gerne für ein Baumhotel und Wohnmobilstellplätze erschließen möchte. „Dieses grüne Herz von Malente mit seiner traumhaften Lage sollte touristisch genutzt werden, ohne dabei seinen individuellen Charme zu verlieren“, schwärmt Rönck. Um dieses baurechtlich unproblematische Vorhaben schnell anzuschieben – „Schönow ist kein Wald, sondern ein Park und kann entsprechend genutzt werden“ – hofft sie, einen Investorenwettbewerb ausschreiben zu können, um mit dem besten Konzept auch gleich einen Realisierungspartner zu gewinnen.

Und dann wäre da noch der geplante Schulneubau, für den 2018 die wichtigsten Fragen wie Standort und Größe geklärt werden müssten. Insgesamt rechne sie mit einer Planungsphase von vier Jahren. „Es wäre schön, wenn wir zum Ende meiner Amtszeit den ersten Spatenstich feiern könnten.“ Das wäre im August 2022.

 Von Dirk Schneider

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