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Ostholstein Im Einsatz für Kinder in Afrika
Lokales Ostholstein Im Einsatz für Kinder in Afrika
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20:21 10.07.2018
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Heiligenhafen

Sie erzählt von entbehrungsreichen Nachkriegszeiten als Flüchtlingskind, von der Arbeit in Luxushotels bis hin zu ihrer zwölfjährigen Tätigkeit für SOS-Kinderdörfer im Ausland, überwiegend in Afrika, aber auch im Nahen Osten. Vor allem das Land Burundi habe sie in den 1970er Jahren „unheimlich fasziniert“, wie die 75-Jährige betont. Darüber hatte sie schon früher ein kleines Buch geschrieben.

Adelheid Totz freut sich über die Neuausgabe ihres Buches. Quelle: Foto: Mb

Als Adelheid Totz 2011 „In dieses Leben gekommen“ selbst herausgab, war sie nicht ganz glücklich damit und machte sich auf die Suche nach einem Verlag: „Ich habe lange gesucht, etwa 40 verschiedene Verlage angefragt und einige Manuskript verschickt.“ Es hätten ein paar Verlage Interesse gezeigt, doch die Umsetzung sei teilweise zu teuer gewesen, bis sie schließlich den Novum Verlag gefunden habe.

Adelheid Totz hat sich dann wieder ans Werk gemacht und jedes Kapitel überarbeitet. „So sind es am Ende rund 90 Seiten mehr geworden, als bei der ersten Fassung“, erzählt die Heiligenhafenerin. Von halben Sätzen bis zu ganzen Abschnitten habe sie Text zugefügt, hauptsächlich zu den Auslandsaufenthalten für die SOS-Kinderdörfer. Sie habe ehrlich und alleine geschrieben, betont Totz, eine Lektorin vom Verlag habe mit ihr die Texte nur noch einmal korrigiert.

Seit 1996 wohnt die Autorin in Heiligenhafen. „Ich habe noch nie so lange an einem Ort gelebt.“ In den 1970er und 80er Jahren hat sie SOS-Kinderdörfer aufgebaut und das einfache Leben erlebt, wie sie selbst, als sie nach der Flucht aus Pommern als Dreijährige 1946 auf Gut Koselau ankam. Bevor es in die Welt hinaus ging, war sie in großen Hotels wie dem „Atlantic“ in Hamburg oder dem „Majestic“ in Cannes beschäftigt. Doch dann suchte sie eine sinngebende Aufgabe und kümmerte sich fortan um ein Zuhause für Kinder.

„Es ist einerseits Vergangenheit, aber irgendwo auch Zeitgeschichte“, erzählt Adelheid Totz. Damals wie heute gab es unruhige Zeiten im Nahen Osten. Als ihr Chef bei den SOS-Kinderdörfern sie einst auf ihre erste Mission in den Libanon schickte, waren erst eine Woche zuvor Bürgerkriegskämpfe beendet worden. Als sie später nach mehreren Jahren in Afrika in der Hermann-Gmeiner-Akademie in Innsbruck arbeitete, kam der Ruf aus Bethlehem, um dort die Kinderdorf-Leitung zu übernehmen. „Ich habe die erste Intifada mitgemacht. Sieben Monate waren die Schulen geschlossen.“

Zwischen den beiden Stationen habe sie in Burundi nicht nur ein SOS-Kinderdorf, sondern auch den ersten Kindergarten in dem Staat aufgebaut, liebe Menschen getroffen, viele Erinnerungen gesammelt. Es folgten Stationen in Kenia, und in der Elfenbeinküste. „Ich dachte mir, all diese Geschichten über den Alltag dort muss man erzählen“, sagt Adelheid Totz. Nach zwölf Jahren war dann Schluss bei den SOS-Kinderdörfern. „Es war ein Fulltime-Job“, erzählt Totz. Die Umstellung, wieder in Deutschland zu leben, sei nicht einfach gewesen. Sie erinnert sich aber gerne an die spannenden und aufregenden Zeiten zurück, von denen sie heute mit viel Freude – auch gerne bei Lesungen – erzählt.

Von Markus Billhardt

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