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Ostholstein Im Notfall hilft Doktor Schaal
Lokales Ostholstein Im Notfall hilft Doktor Schaal
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20:10 23.09.2017
Die Niendorfer Seebrücke – einer der Lieblingsplätze von Dr. Michael Schaal. Quelle: Fotos: Janke-Hansen
Timmendorfer Strand

Nein, ein Schönwetter-Notarzt sei er nicht, sagt Dr. Michael Schaal und lacht. Seit 30 Jahren arbeitet der Leitende Oberarzt und Notfallmediziner aus Köln während seines Urlaubs ehrenamtlich im Ostseebad; auch in diesem September. Er mag den unterschiedlichen Arbeitsrhythmus von Stadt zu Land und schätzt die unkomplizierte Art der Nordlichter. An der Ostsee bekommt der 57-Jährige nach schwierigen Einsätzen den Kopf wieder frei, kann Kraft tanken für seine oft fordernde Lebensaufgabe.

Bei den Maltesern auf der Rettungswache an der B 76 in Timmendorfer Strand ist von Mitte Mai bis Mitte September Saison. Doch nicht nur viele Urlauber-Patienten kommen aus Nordrhein-Westfalen, auch der Notarzt.

Malteser zu sein bedeutet für den gläubigen Katholiken, der dieser Organisation bereits als Schüler beitrat und sich später zum Rettungssanitäter ausbilden ließ, viel. Das spätere Medizinstudium war eine logische Folge des bereits früh eingeschlagenen Weges, für Menschen da sein zu wollen. Was unterscheidet die Malteser von anderen Verbänden?

„Der Arbeiter-Samariter- Bund und das Deutsche Rote Kreuz sind vom Humanismus geprägt. Bei Johannitern und Maltesern kommt der christliche Glaube hinzu“, sagt Michael Schaal. Dieser begleitet und trägt ihn, lehrte ihn Demut und Dankbarkeit. Seine Aufgabe, Menschen zu helfen, ist für den vielseitig Interessierten „Teil des gelebten Glaubens“. Dennoch sei er „nicht überall als Weltverbesserer“ unterwegs. Und doch macht er in seinem Alltag gerade das: als Ärztlicher Leiter des Weltjugendtages ebenso wie bei dem alle acht Wochen stattfindenden sogenannten Wohlfühlmorgen. „Es ist immer ein Sonnabend Ende des Monats. Unsere Gäste kommen um 7.30 Uhr und gehen um 12.30 Uhr“, sagt Michael Schaal. Es seien Menschen, die von Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen wurden oder aus anderen Gründen gesellschaftlich abstürzten. Der Wohlfühlmorgen bringt ihnen neben Körperpflege und Essen vor allem Gespräche. Viele seien dankbar, einfach nur reden zu können.

Zuhören, da sein, sich Zeit nehmen – Patientengespräche machen einen wichtigen Teil seines Notarzt- und Klinikalltags aus. Die „Demut und Achtung vor dem, was ich tue“, treibt ihn an. Michael Schaal, der augenzwinkernd „ein Faible für gepflegte Damen von 65 Jahren an aufwärts hat“, freut sich, wenn sich allein seine beruhigende Art schon positiv auf ältere Menschen auswirkt.

Jungen Kollegen versucht er zu vermitteln, sich nicht blind auf die Apparatemedizin zu verlassen sondern selbst zu erkennen, was dem Kranken fehlen könnte. „Oft misst man Mist. Der Blick auf den Patienten ist wichtig.“ Manche seien aber gar nicht in der Lage zu erkennen, dass das, was das Gerät anzeigt, nicht stimmen könne.

Da ihre Ehe kinderlos geblieben sei, gründete Michael Schaal 2010 mit seiner Frau eine Stiftung zugunsten der Malteser-Palliativmedizin und -Hospizarbeit. „Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, in Würde gehen zu dürfen.“

Von Martina Janke-Hansen

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