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Ostholstein Im Reich der Tomatenkönigin
Lokales Ostholstein Im Reich der Tomatenkönigin
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09:51 12.08.2017
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Schashagen

Die „Königin der Nacht“ ist fast reif, die „Venus- Brüstchen“ brauchen noch ein wenig Wärme und die „Orange Banana“ kann bald geerntet werden. All diese Tomatensorten stehen im Gewächshaus von Ljiljana Ehler, Mitinitiatorin der Aktion „Offener Garten“ aus Schashagen.

Hobby-Gärtnerin Ljiljana Ehler aus Schashagen fiebert der Ernte von 100 Tomatensorten entgegen.

Name: Orange Banana

Farbe: Die aus Russland stammende Sorte hat eine intensive orangene Farbe.

Geschmack: Die Früchte sind fest, haben einen süßen Geschmack und sollen sich gut zum Füllen eignen.

Name: Green Sausage

Farbe: Die Früchte sind dunkelgelb- bis grün-gestreift. Die Sorte kommt aus den USA.

Geschmack: Das Fleisch dieser Tomaten ist fest und nur wenig saftig. Sie schmecken milde und sind leicht anzubauen.

Name: Sweet Cassidy

Farbe: Diese Tomate ist zunächst grün, wird später immer röter.

Geschmack: Ihr Geschmack wird mit süß beschrieben. Die Pflanzen wachsen bis zu 2,50 Meter hoch.

Name: Königin der Nacht

Farbe: Ihre Farbe verändert sich. Mal erscheint sie schwarz, dann lila und später sogar rötlich.

Geschmack: Die Früchte sind fleischig. Das Aroma ist würzig.

Name: Johannisbeer-Tomate

Farbe: Rot. Die Früchte sind sehr klein und früh reif.

Geschmack: Die kleinen Tomaten gelten als sehr aromatisch. Ihre Schale ist relativ hart. Wer hineinbeißt, schmeckt ein tolles Tomatenaroma.

Name: Venus-Brüstchen

Farbe: Diese Tomaten sind gelb und zwiebelförmig. Es gibt auch rote Exemplare.

Geschmack: Die wohl aus Frankreich stammende Sorte hat feste, fleischige und süße Früchte mit nur wenigen Kernen.

Name: Black Zebra

Farbe: Die Kalifornierin trägt runde Früchte. Sie sind schwarz-rot-grün gestreift.

Geschmack: Es heißt, dass die Tomate, die erst sehr spät reif wird, etwas rauchig schmecken soll.

Die LN besuchen Ostholsteins Tomatenkönigin Anfang August. Sonne und Regen wechseln sich im Minutentakt ab – wie so oft in diesem Sommer. Die Unbeständigkeit macht Ljiljana Ehler zu schaffen. Die mehr als 100 Tomatensorten in ihrem Garten hängen zwei Wochen hinterher, werden kaum reif. Hinzu kommen Hunderte Schnecken, die Gemüse und Kräuter vernichten. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“, sagt Ehler.

Schlechte Laune hat sie dennoch nicht. Täglich ist sie im Gewächshaus aktiv, sortiert faule Früchte aus, sorgt dafür, dass die Pflanzen an Seilen entlang in die Höhe wachsen. Zwischendurch wird natürlich auch mal probiert. „Es gibt nichts schöneres als den ersten Tomatensalat des Jahres“, schwärmt sie.

Was nach einer innigen geschmacklichen Liebesbeziehung klingt, beginnt vor Jahrzehnten mit Ablehnung. Ljiljana Ehler wird 1961 in Kroatien geboren, wächst auf einem kleinen Hof inmitten der Natur auf. Ihre Oma hat damals einen kleinen Gemüsegarten, in dem auch Tomaten stehen. „Ich mochte sie nicht, wollte lieber Paprika haben“, erinnert sie sich.

Jahrzehnte später, längst mag sie Tomaten, kauft sie mit ihrem Mann ein Gewächshausgerippe in Tornesch. „Der Besitzer hatte in einer Ecke ganz viele Tomatenpflanzen. Das sah toll aus. So etwas wollte ich auch haben. Da hat es mich gepackt“, sagt Ehler. Sie beginnt Pflanzen aus Saat zu ziehen. Der Ablauf ist Jahr für Jahr der gleiche. Mitte Februar beginnt die Aussaat, Ende März kommen die Triebe in einzelne Töpfe. „Das Gewächshaus wird nachts beheizt. Tomaten sollten erst nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden“, betont die Hobby-Gärtnerin.

Wie viele Tomatensorten es weltweit gibt, ist unklar. Es sind Tausende. Einige Hundert hat Ljiljana Ehler bereits angepflanzt. Die Vielfalt ist enorm. Manche sind kaum größer als Johannisbeeren, andere erinnern an Spitzpaprikas und wieder andere sehen aufgeschnitten aus wie Ananas. Es gibt rote, gelbe, orange- und lilafarbene. Einige sind beharrt, andere Pflanzen wachsen fünf Meter hoch.

Ehler hatte sogar schon mehr als ein Kilogramm schwere Tomaten. „Da reicht eine für den ganzen Salat“, sagt sie.

Mit Tomaten aus Supermärkten hat das, was da im Gewächshaus in Schashagen gedeiht, wenig zu tun. „Ich habe Sorten aus Russland, der Schweiz und vielen anderen Ländern. Auch wachsen hier alte deutsche Sorten“, schwärmt Ehler. Dass es nicht nur Cherry- und Dattelstrauchtomaten gibt, sei Sammlern zu verdanken. „Hier geht es nicht nur um den Ertrag, es geht um unterschiedliche Geschmäcker und Erscheinungen“, verdeutlicht Ljiljana Ehler und greift nach einer reifen Tomate. „Das schmeckt doch toll“, sagt sie.

Tipps für Tomatenfans

Überdacht: Ljiljana Ehler rät, dass Tomatenpflanzen stets unter einem Dach wachsen sollten. So sind sie vor Sturm und Hagel geschützt.

Vorsichtig wässern: Die Blätter der Pflanzen sollten immer trocken bleiben. Dies verhindert Fäule.

Festbinden: Tomatenpflanzen sollten am besten an einem Band oder Stab nach oben wachsen. Wenn dies nicht möglich ist, kann auch Stroh auf dem Boden ausgelegt werden.

Kraftfutter für Tomaten: Ljiljana Ehler setzt auf Jauche und Pferdemist, chemische Produkte nutzt sie nicht.

Mehr Infos gibt es unter anderem auf www.tomaten-atlas.de und www.tomaten.de.

Sebastian Rosenkötter

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