Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Im Zeichen der Mitmenschlichkeit
Lokales Ostholstein Im Zeichen der Mitmenschlichkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:58 17.09.2017
Propst Dirk Süssenbach mit dem neuen Einsatzfahrzeug für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in Ostholstein.  Quelle: CD
Anzeige

Es waren nicht alle Plätze in der Kirche besetzt, als Süsels Pastor Matthias Hieber Vertreter von Polizei und Feuerwehr sowie mehrerer Hilfs- und Rettungsorganisationen begrüßte. Zu ihnen gehörte Löschmeisterin Silke Rüting, von Beruf Küsterin in Süsel. Sie hatte sich Spielzeug ihres inzwischen 16 Jahre alten Sohnes Tobias mitgebracht und den Kirchenvorraum sowie die Bänke mit kleinen Spielzeugautos und Plastikfiguren geschmückt.

Propst Dirk Süssenbach würdigte in seiner Predigt das wichtige ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer und erzählte die Bibel-Geschichte von Abraham und der Stadt Sodom, in der gute Menschen gesucht werden, die eine Katastrophe verhindern können. „Sie sind der Garant dafür, dass unsere Gesellschaft nicht untergeht“, wandte sich der Geistliche an die Retter und Helfer. Propst Süssenbach zitierte auch aus einer Studie, nach der Jugendliche und junge Erwachsene zwar bereit seien, ein Ehrenamt zu übernehmen, dass ihnen dafür aber ein „Zeitfenster“ fehle. Dies nicht zuletzt an den Gymnasien durch G 8, durch das Abitur nach acht Jahren, und durch den Unterricht an Ganztagsschulen.

Esther Timm von der Johanniter Unfallhilfe (JUH) und Kai Cyriacks vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) überreichten einen schon lange gewünschten Defibrillator an Pastor Matthias Hieber. „Die Kirche ist das Gebäude in Süsel mit den längsten Öffnungszeiten“, sagte er und dankte für das Gerät, das zum Teil von Arne Rieber gesponsert wurde.

Auf großes Interesse bei allen Besuchern stieß das zwar gebrauchte, aber neu lackierte neben dem „Baum des Dankes und der Bitte“ geparkte Einsatzfahrzeug der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Schon das amtliche Kennzeichen „OH-JC 112“ zeigt sowohl Bezug zu Jesus Christus als auch zur Notrufnummer. Der Wagen diente früher der Kriminalpolizei, bekam die Nofallseelsorge-Farbe Lila und wird zu großen Einsätzen gefahren. Ostholsteins Notfallseelsorger Christopher Noll: „Wir bieten mit dem Wagen Sicherheit und einen Anlaufpunkt für alle Hilfesuchenden. In ihm können Menschen betreut und begleitet werden.“

Angemeldet ist das neue Fahrzeug über den Kreisfeuerwehrverband. Der Kreis Ostholstein übernimmt die laufenden Kosten. „Sie leisten Erste Hilfe für die Seele“, würdigte der stellvertretende Landrat Timo Gaarz (CDU) die Arbeit der Notfallseelsorger. Wie alle anderen Helfer, Retter und Ehrenamtler auch gäben sie der Gesellschaft ein „warmes Gesicht“.

Christina Düvell-Veen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige