Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein In 365 Tagen um die Welt
Lokales Ostholstein In 365 Tagen um die Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:58 11.03.2018
Neustadt

Einmal rund um die Welt, ein komplettes Jahr Auszeit. Eine Tour rund um den Globus erfordert jede Menge Vorbereitung. Aber sie gibt auch Erfahrungen, die später kaum nachgeholt werden können. „Wir wussten, dass die Rückkehr in den Job und in den Alltag durchaus Probleme bereiten könnte“, sagt Viviane. Aber sie wollten es dennoch – auch wenn der folgende berufliche Werdegang ungewiss ist. Die 25-Jährige stammt aus Göppingen und ist gelernte Gemeindepädagogin und Erzieherin, ihr Mann Torben ist Neustädter, arbeitete in Gießen als IT-Fachmann, beide lebten in Marburg (Hessen).

365 Tage unterwegs, ein Dutzend Länder, 24 Stunden am Tag zusammen. Eine Weltreise zu zweit hat besondere Herausforderungen. Gerade wenn man so frisch verheiratet war wie Torben und Viviane Schröder. Jetzt sind die Neustädter zurück – und müssen sich neu einrichten im Alltag.

Mehr Informationen

Wer sich ausführlich mit der Weltreise von Viviane und Torben Schröder beschäftigen möchte, Tipps zur Vorbereitung oder Ratschläge für einzelne Länder sucht, erfährt mehr im

Internet-Blog der beiden Neustädter: http://our-life-journey.com.

Kontakt zu Viviane und Torben Schröder in Neustadt per Mail:

info@our-life-journey.com.

„Träume nicht vom Leben, lebe deine Träume!“ – dieses Motto ließ sie beide nicht los. „Wir haben jeden Cent beiseite gelegt, 34000 Euro so zusammengespart“, sagt der 27-jährige Torben. 2015 heirateten sie in Neustadt, verzichteten auf eine Hochzeitsreise, sparten.

Dann ging es an die konkrete Planung: Streckenverlauf (ostwärts oder westwärts), Bankenbesuche (für Kreditkarten), Behördenbesuche (für Pässe und Visa), Arztbesuche (für dutzendfache Impfungen von Gelbfieber bis Tollwut). „Wir hatten seitenlange Impfpläne, jede Woche stand eine Impfung an“, sagt Viviane. Das Prozedere zog sich über Monate hin.

Der perfekte Zeitpunkt zur Abreise war gekommen

Im Herbst hatten sie dann alles zusammen – Reisepass, Kreditkarten, internationalen Führerschein und Impfpässe. „Ich beendete noch meine Ausbildung. Aber dann musste ich tatsächlich nochmal zum Arbeitsamt und mich für den einen Monat arbeitssuchend melden“, sagt Viviane schmunzelnd. „Das ist eben typisch Deutschland. Ich habe das natürlich gemacht, auch wenn wir gleich sagten, dass für uns jetzt erst einmal die große Reise anstehen würde. Es war kein Problem.“ Die Wohnung wurde gekündigt, alle Möbel bei Torbens Vater in Neustadt untergestellt – der perfekte Zeitpunkt zur Abreise war gekommen.

Zunächst ging es südwärts: Südafrika stand als erstes Ziel auf ihrem Tourenplan. Dann immer gen Osten: es folgten Dubai, Thailand, Philippinen, Australien, Neuseeland, Fidschi-Inseln, Hawaii, Nord- und Südamerika. Über Portugal ging es zurück nach Deutschland. Mal blieben sie zwei Wochen, mal einen, mal zwei Monate. „Neue Länder und Kulturen kennenzulernen, das war natürlich spannend.

Aber auch, plötzlich 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche mit dem Partner zusammen zu sein. Eine Herausforderung, der man sich erstmal stellen muss“, sagt Viviane.

Und was war das Highlight ihrer Reise? Beide schauen sich im Neustädter Waterkant-Café kurz an, und sagen quasi unisono: „Dass wir sie überhaupt gemacht haben. Es war auch eine ganz persönliche Entdeckungstour. Denn die Liste der Dinge, die wir unbedingt einmal sehen wollten, konnten wir nahezu ,abarbeiten’ “.

Und was war die schlimmste Erfahrung? „Eindeutig Dubai!“, sagen sie. Ihre Airbnb-Unterkunft habe so weit außerhalb der Stadt gelegen („fast in der Wüste“, sagt Torben), alles sei verschmutzt gewesen, so dass beide nur noch weg wollten. „Wir haben uns dort erstmals richtig ,gestrandet’ gefühlt. Nach einer Nacht haben wir uns dann morgens aus dem Haus geschlichen. Der Weg in die Stadt zurück war weit und unheimlich“, erinnert sich Viviane.

365 Tage nach dem Aufbruch kehrten sie wieder zurück nach Deutschland. „Es lief eigentlich sehr gut an. Schon von unterwegs hatten wir uns Jobs organisiert“, sagt Torben. Einen Tag haben sie sich ausgeruht, dann startete Viviane am Montagmorgen bei der Neustädter Kirche für drei Monate ihre Arbeit als Gemeindepädagogin, heute arbeitet sie als Erzieherin im Kindergarten von Haffkrug.

Auf der Suche nach einem neuen Job

So viel Glück hatte der IT-Fachmann anfangs nicht. Für seinen Job im Consulting einer Lübecker Firma hatte er ein Bewerbungsgespräch per Skype (von Florida aus) geführt, die Zusage dann in Brasilien bekommen. Torben: „Doch es funktionierte nicht. Vor Ort gestalteten sich die Dinge anders, nach zwei Monaten habe ich gekündigt.“ Seitdem verdiente seine Frau die Brötchen, der 27-Jährige ordnete derweil den Haushalt, pflegte den Blog. Ende Februar hat es dann aber doch geklappt – am 1. März startete Torben Schröder in seinem neuen Job als Service-Ingenieur in einer großen IT-Abteilung.

Berichtet haben sie von ihrer Tour auch schon öffentlich. Unter dem Titel „Frauen, die sich trauen“ hatte Andrea Rathjen beide nach Grömitz zu einem Vortragsabend eingeladen. „Das hat richtig Spaß

gemacht, sehr viele Fragen kamen. Von dieser Reise würden wir auch gerne einmal in Neustadt oder anderswo erzählen“, sagen sie.

Zu sehen sind beide auch in einem kurzen Video auf www.facebook.com/LNOstholstein

Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im 60. Jubiläumsjahr hat der FC Dänschendorf sein Gründungsmitglied Hans Westensee zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er stand insgesamt 14 Jahre an der Vereinsspitze. Die Urkunde überreichten der Vorsitzende Andreas Wiese und sein neuer Stellvertreter Timo Barkow.

13.03.2018

Das gab es beim Sportverein Großenbrode (SVG) noch nie: Mit stehendem Applaus wurden zwei Mitglieder für ihre 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Dieter Koch (81) und Reinhold Blöß (76) wurden bei der Jahresversammlung vom Vorsitzenden Heiko Kähler ausgezeichnet.

11.03.2018
Ostholstein OSTHOLSTEINS SPORTLER Motiviert auf dem Platz und hinter den Kulissen - Wangels sagt Danke

Die Gemeinde Wangels hat Sportler und Ehrenamtler für ihren Einsatz ausgezeichnet. Beide Themenbereiche hätten einen hohen Stellenwert, betonte Bürgermeister Eckhard Klodt (BGW). Und sie hingen zusammen: Denn „ohne Ehrenamtler wäre der Vereinssport gar nicht möglich“.

11.03.2018