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In Pönitz lebt die Steinzeit auf

Pönitz In Pönitz lebt die Steinzeit auf

Neue Ausstellung, neuer Innenhof und neue Bibliotheksleiterin: Im Museum hat sich einiges getan.

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Mehr als 2200 Besucher werden jährlich im Museum für Regionalgeschichte in Pönitz gezählt.

Pönitz. Keine Spur von Sommerferien im Pönitzer Museum für Regionalgeschichte. Dort, an der Lindenstraße, wurde mit Hochdruck gearbeitet. Jetzt gibt es eine neue Ausstellung, der Binnenhof ist rot gepflastert, und Karin Bühring hat ihre Arbeit als neue Leiterin der Museumsbibliothek aufgenommen.

LN-Bild

Neue Ausstellung, neuer Innenhof und neue Bibliotheksleiterin: Im Museum hat sich einiges getan.

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„Wir haben hier echte Schätze“, sagt der Vorsitzende Dr. Kersten Jungk vom Verein für Regionalgeschichte der Gemeinde Scharbeutz und Umgebung. Dabei meint er nicht nur den Bestand der viele Hundert Bücher zählenden Bibliothek, sondern auch die neue Ausstellung im Erdgeschoss des Museums. „Hier wird die lokale Geschichte der Steinzeit abgebildet“, erklärt der Hobby-Archäologe, der vor Jahren als Mitglied der Archäologischen Tauchgruppe Ostholstein selbst so manchen Fund an Land gebracht hat.

In Pönitz wird jetzt der Übergang von der steinzeitlichen Jäger- und Sammlerkultur hin zur steinzeitlichen Bauernkultur gezeigt. Es lasse sich genau ablesen, bis wann Wildtiere wie Auerochsen, Robben oder Kleinwale gejagt und ab wann Kühe, Schweine oder Rinder gehalten wurden, erläutert Jungk. Besonders stolz ist er auf ein Rentier-Geweih, das in einem Teich bei Sarkwitz gefunden wurde. Er datiert es auf die Zeit um 11000 vor Christi. Das Geweih entstammt der Ära Paläolithikum, also der Zeit von 12000 bis 10000 vor Christi. Zu sehen sind aber auch Exponate aus dem Mesolithikum (9000 bis 4000 v. Chr.) und dem Neolithikum (4000 bis 1800 v. Chr.). „Die Ausstellung ist jetzt aus einem Guss“, sagt Jungk und lässt auch die Unterwasserfilme, die gezeigt werden können, nicht unerwähnt.

Damit für die vielen Exponate an den Wänden und in Vitrinen aus der Jäger- und Sammlerzeit Platz ist, musste die Ausstellung mit alten Werkzeugmaschinen weichen. Die Teile wurden im Depot verstaut.

Wahre Schätze entdeckt auch Karin Bühring in der Museums-Bibliothek. Erst war es ein Rechenbuch aus dem Jahr 1845, vor wenigen Tagen begeisterte sie ein Stollwerck-Sammelalbum von 1898. Die 69-Jährige lebt seit 2012 in Haffkrug und war vorher Leiterin einer Grund-, Haupt- und Realschule in Hamburg. Erste Kontakte zum Pönitzer Museums-Team entstanden durch die Ferienpass-Aktion, als es um das Thema „Schule früher“ ging. „Ich bin jetzt dabei, alle Bücher einzeln so aufzunehmen, dass wir sie auf Nachfrage auch finden können“, beschreibt sie ihre Arbeit. Noch arbeitet sie mit kleinen Karteikarten. Das große Ziel aber ist die computermäßige Erfassung aller Werke.

Nicht nur im Inneren, sondern auch außen hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Etwa 30 000 Euro hat die Gemeinde Scharbeutz bereitgestellt, damit der Innenhof neu gepflastert werden konnte. „Oft stand hier das Wasser, und es war alles sehr unansehnlich“, berichtet Jungk. Daher wurde zunächst eine Drainage verlegt, ehe die etwa 150 Quadratmeter große Fläche neu gepflastert wurde.

Verwendet dafür wurden die Steine, die einst auf dem Roten Platz in Scharbeutz lagen. Jetzt hat Jungk nur noch einen großen Wunsch. Es ist der Museums-Anbau, dessen Pläne schon lange in den Schubladen liegen, dessen Bau seit Jahren aber immer wieder verschoben wurde. In zwei Jahren will sich der seit Gründung des Vereins amtierende Vorsitzende nach mehr als 30 Jahren in die zweite Vorstandsreihe zurückziehen. Der Anbau wäre ein schöner Schlusspunkt für ihn.

Ganzjährig offen

2003 eröffnete der Verein für Heimatgeschichte der Gemeinde Scharbeutz das Museum in der Lindenstraße 23 in Pönitz.

Öffnungszeiten sind ganzjährig an jedem Dienstag von 15 bis 18 Uhr sowie vom 15. Mai bis zum 30. September auch sonntags von 11 bis 13 Uhr.

Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Am Ausgang steht aber eine Truhe, in der Spenden gesammelt werden.

Christina Düvell-Veen

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