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Ostholstein In der Baustelle gewendet: Raser rammt Bagger auf der A 1
Lokales Ostholstein In der Baustelle gewendet: Raser rammt Bagger auf der A 1
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20:54 29.09.2017
Ein Auto wurde auf der A1 bei Sereetz zwischen einem Bagger und einer Lärmschutzwand eingeklemmt und brannte aus. Quelle: Felix König
Sereetz

So viel Wahnsinn erleben selbst erfahrene Autobahnpolizisten nicht oft. In der Baustelle zwischen Lübeck-Zentrum und dem Autobahndreieck Bad Schwartau wurde ein Streifenwagen mit laut Polizeisprecher Dierk Dürbrook „geschätzten 170 Kilometern pro Stunde“ überholt. Vorgeschrieben ist dort Höchsttempo 60. Als die Beamten den rasenden VW Passat stoppen wollten, scherte dieser auf den Rastplatz Sereetzer Feld aus. 

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von dem schweren Unfall auf der Autobahn 1 zu sehen.

Der Fahrer wendete und fuhr durch die Baustelle wieder zurück in Richtung Lübeck. Dort geriet er von der Fahrbahn ab und auf die durch Baken abgetrennte Baustelle, wo das Auto gegen einen dort abgestellten Bagger prallte. Der Passat geriet in Brand, das Feuer griff auf den Bagger über. Der Fahrer rettete sich noch selbst ins Freie, wo er von anderen Autofahrern in sichere Entfernung gebracht wurde. Der Rettungsdienst brachte den schwerverletzten Mann in eine Lübecker Klinik.

Dass er aus seiner Sicht allen Grund hatte, vor der Polizei davonzufahren, haben inzwischen die Ermittlungen ergeben. Es steht eine lange Liste von Straftaten im Raum. Der VW Passat war nicht zugelassen. Er trug zwar Nummernschilder, die auf den ersten Blick nicht von echten zu unterscheiden waren. Bei denen handelte es sich laut Dürbrook jedoch um eine „Totalfälschung“. Nach den Erkenntnissen der Polizei hat der Mann das Auto vor kurzem gekauft, es aber nicht angemeldet. Damit hatte es auch keinen Versicherungsschutz.

Der Ostholsteiner besitzt keinen Führerschein, außerdem stand er vermutlich unter dem Einfluss von Drogen. Die Polizei wollte keine näheren Angaben zur Art der Drogen machen. Alkoholisiert sei der Mann jedoch nicht gewesen. Gegen den Passatfahrer wird wegen Straßenverkehrsgefährdung, Fahren ohne Führerschein und ohne Versicherungsschutz und aufgrund der Kennzeichen wegen Urkundenfälschung ermittelt.

Dennis Puls, Gemeindewehrführer von Ratekau, vermutet als Brandursache auslaufende Flüssigkeiten des Fahrzeuges, die sich entzündet haben. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell gelöscht, außerdem suchten die Feuerwehrleute vorsorglich die nähere Umgebung der A 1 nach weiteren Verletzten ab. Die Polizei sperrte die A 1 ab dem Unfallzeitpunkt um 23.35 Uhr in beiden Richtungen zwischen Sereetz und Ratekau. Erst um 1.18 Uhr wurde die A 1 wieder freigegeben.

sas

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