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Ostholstein Initiative will Kulturverein auf Fehmarn gründen
Lokales Ostholstein Initiative will Kulturverein auf Fehmarn gründen
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14:47 06.11.2018
Visionen und Hoffnungen: Dr. Imke Ehlers vom Kirchner-Verein Fehmarn. Quelle: Gerd-J. Schwennsen
Fehmarn

 Vier Sommer lang hat der heute weltweit anerkannte Expressionist Ernst Ludwig Kirchner auf Fehmarn gelebt und gemalt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vertrieb ihn jäh aus seinem „irdischen Paradies“ auf der Insel. Bis Anfang 2019 sollen jetzt Ideen reifen, Kirchners Wirken dort touristisch besser zu vermarkten. Sogar die Gründung eines Kulturvereines steht zur Diskussion.

Denn die Jahre 1908 und 1912 bis 1914 waren äußerst produktiv. Kirchner malte auf Fehmarn Öl-Gemälde, die auf Auktionen seit Jahren zweistellige Millionenerlöse erzielen – wenn sie auf dem Kunstmarkt überhaupt zur Versteigerung angeboten werden.

2019 in Burg geplant: Ausstellung Erich Heckel

Der Anstoß kommt vom Kirchner-Verein Fehmarn. Seit über einem Vierteljahrhundert engagiert er sich sehr aktiv – und erreicht vor allem durch die jährliche große Sommerausstellung ein überregionales Publikum. 2019 ist sogar eine Schau mit Werken des Expressionisten Erich Heckel geplant.

Schon vor 25 Jahren gab es auf Fehmarn die Vision eines Kirchner-Museums. „Das steht heute im schweizerischen Davos und lockt Millionen von Besuchern“, so die 2. Vorsitzende, Kunsthistorikerin Dr. Imke Ehlers.

Entwurf für eine Vermarktung von Kirchners Paradies. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Und Fehmarn? Es gibt eine Dokumentation mit hochwertigen Reproduktion, die aber nur über einen nicht-barrierefreien Treppenaufgang im Obergeschoss der Stadtbücherei zu erreichen ist. „Kunst im ländlichen Raum ist immer mit Schwellenangst behaftet“, so Ehlers. Doch andere kleine Orte wie Ahrenshoop auf dem Darß (Künstlerkolonie im Fischerdorf) oder Gaienhofen am Bodensee (Erich Heckel, Otto Dix und Hermann Hesse) machten es vor: Kultur könnte auch abseits der großen Metropolen zum Besuchermagnet wachsen.

Im Gespräch mit Kommunalpolitikern und Vertretern aus der Tourismuswirtschaft diskutierte der Kirchner-Verein zu Wochenbeginn mögliche kulturelle Impulse. So stünden laut Ehlers zum Beispiel EU-Gelder für einen Kunst-Brückenschlag zum Norden zur Verfügung, ebenso könnten die Museen auf der Insel von einer grenzübergreifenden Kooperation profitieren. Der Kirchner-Verein möchte vor allem die Vermieter auf der Insel für neue kulturelle Impulse begeistern, die sie dann den Urlaubsgästen schmackhaft machen sollen.

Flyer mit Kirchners Leuchtturm-Motiv

Angeregt wurde auch ein Kulturflyer, denkbar mit Kirchners Leuchtturm-Motiv als Blickfang: Er sollte, ähnlich wie auf der Webseite von „Fehmarn-Kultur“, die ganze Spannbreite der insularen Angebote abdecken.

Rund 35 000 Euro haben 2017 die von Sponsoren unterstützten Jubiläums-Wochen des Kirchner-Vereines gekostet. „Wir unterstützen die Burger Kunsttage, das SHMF und andere Kulturveranstaltungen. Doch Marktführer sind wir im Wassersport, beim Camping und Urlaub auf dem Bauernhof“, strich Tourismusdirektor Oliver Behncke heraus. Die Kultur ähnlich stark aufzuwerten, bleibe eine „Herkulesaufgabe“. Behncke zu den genannten finanziellen Dimensionen: „Für 35 000 Euro organisieren wir eine Großveranstaltung für 40 000 Besucher.“

Wie die Stadtvertreter Heinz Jürgen Fendt (SPD) und Werner Ehlers (CDU) machte er aber erste konkrete Vorschläge für eine engere Kooperation mit dem Kirchner-Verein und anderen Kultur-Initiativen. Der entscheidende Vorstoß kam von Klaus Treimer, dem bisherigen Vorstandssprecher der VR Bank: „Fehmarn hat nur eine Chance, wenn wir alle Vereine bündeln, die sich der Kunst, Kultur oder Geschichte widmen.“ Er plädierte für die Gründung eines Kulturvereines Fehmarn. Der Vorschlag stieß auf ein positives Echo und soll Anfang 2019 auf der nächsten Zusammenkunft weiterverfolgt werden.

Gerd-J. Schwennsen

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