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Ostholstein Inklusion muss gelebt werden
Lokales Ostholstein Inklusion muss gelebt werden
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23:14 04.05.2016
Im Gespräch: Mechthild Mäsker (von links), Anke Dose, Gerda Behrends, Bernd Rubelt, Edda Rahlf und Torsten Geerdts. Quelle: Benthien

Von Anfang an seien Barrierefreiheit und Inklusion bei der Planung der Landesgartenschau mitberücksichtigt worden. „Das ist ein gesellschaftliches Thema, das uns beschäftigt, und ein Muss bei den Gedanken an eine solche Veranstaltung“, sagte der LGS-Geschäftsführer und Eutiner Bauamtsleiter Bernd Rubelt gestern bei einer Podiumsdiskussion. Auf der Hauptbühne am Schloss ging es am LGS-Inklusionstag um das Thema „Teilhabe für alle“. Sozialministerin Kerstin Alheit (SPD), die für diesen Tag die Schirmherrschaft übernommen hatte und mit in der Runde sitzen sollte, sagte allerdings kurzfristig ab.

Vor rund 40 Zuhörern nahmen am von Mechthild Mäsker (NDR-Regionalstudio Lübeck) moderierten Gespräch außerdem teil: Gerda Behrends (Lebenshilfe Schleswig-Holstein), Anke Dose (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband), Edda Rahlf (Beirat für Menschen mit Behinderung des Kreises Ostholstein) und Torsten Geerdts (Vorstand DRK-Landesverband).

Ihr Praxistest für die LGS stehe noch aus, sagte Gerda Behrends, die gestern zunächst nur von ihrer Anfahrt berichten konnte: „Es war schwierig, einen Parkplatz zu finden, die Strecke zum Eingang bestand aus viel Kopfsteinpflaster. Die harten Sandwege auf dem Gelände sind aber gut zu befahren.“ Warum die LGS Menschen mit Einschränkungen an diesem speziellen Tag keinen freien oder zumindest ermäßigten Preis gewährt habe, wollte Mechthild Mäsker wissen. Bernd Rubelt: „Wir bieten für den Eintritt doch einen Gegenwert.“ Es sei aber gelungen, dank Spenden von Betrieben 300 Karten zu finanzieren, bemerkte Edda Rahlf, die darauf aufmerksam machte, dass viele Eingeschränkte wirtschaftlich nicht gut gestellt seien.

Durch eine Behinderung bedingte Mehrkosten sollten den betroffenen Menschen von der Hand gehalten werden, wünschte sich Gerda Behrends. „Menschen müssen erst verarmen, damit sie Unterstützung vom Staat erhalten“, kritisierte sie. Das müsse politisch anders gelöst werden. Anke Dose sagte: „Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt. Aber ich möchte, dass Menschen das Wort Inklusion nicht nur lesen, schreiben und buchstabieren können, sondern dass sie es leben.“

Vor 20 Jahren sei die Wortwahl in Bezug auf Menschen mit Behinderung noch ganz anders gewesen, erinnerte Torsten Geerdts. Um ihnen das Leben zu erleichtern, sei damals eine Holzrampe schon das Äußerste gewesen. Dennoch: „Barrierefreiheit und Inklusion müssen Themen für die gesamte Gesellschaft werden“, forderte er. Mit einem kleinen Seitenhieb sagte er: „Wir müssen demokratische Parteien wählen, auch das ist wichtig für Inklusion.“

Zum Thementag gehörten die „Straße der Vielfalt“ an der Stadtbucht, geboten von Vereinen, Verbänden und Organisationen sowie mehrere Musikdarbietungen. ben

LN

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