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Ostholstein Insel Fehmarn bekommt eine zweite Rettungswache
Lokales Ostholstein Insel Fehmarn bekommt eine zweite Rettungswache
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Eigentlich gebaut für eine dreiköpfige Besetzung: die Rettungswache in Burg. Drinnen ist Platz für zwei Fahrzeuge, das dritte steht draußen. Quelle: Fotos: Gjs

Das beengte Provisorium hält schon seit über vier Jahren. Im April 2012 wurde die neue Inselklinik Fehmarn eröffnet – ganz nahe an der E 47. Doch die Rettungswache blieb am alten Burger Standort des Fehmarnschen Krankenhauses, das 2008 wegen Einsturzgefahr geschlossen wurde. Inzwischen sind dort sogar zwei ASB-Teams mit bis zu sieben Kräften für zwei Rettungswagen mitsamt Notarzt untergebracht, obwohl es nur für eine dreiköpfige Besetzung gebaut wurde.

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Das ehemalige Sparkassen-Gebäude in Petersdorf soll weiterer Standort werden – Einsatzfahrzeug für Inselwesten muss nicht durch die im Sommer verstopfte Innenstadt.

ASB-Rettungseinsätze: Bilanz 2015

3227 Rettungseinsätze hat der Arbeiter-Samariter- Bund (ASB) mit Sitz in Heiligenhafen 2015 gefahren. Erfasst sind damit die Einsätze im Raum Fehmarn, Großenbrode und Heiligenhafen.1600 Notarzteinsätze fielen 2015 an.

2750 Krankentransporte fanden im vergangenen Jahr statt.

Doch jetzt ist endlich eine Lösung in Sicht: Fehmarn bekommt eine zweite Rettungswache. Standort ist das ehemalige Sparkassen-Gebäude in Petersdorf. Frühere Pläne, sie auf dem Gelände von Edeka und Aldi direkt an der L 209 zu bauen, haben sich zerschlagen. Dafür hatte der Bau- und Umweltausschuss 2015 sogar schon den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan 125 gefasst. Dennoch: Nach jahrelangem Hin und Her ist das für Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) eine gute Nachricht.

Der größte Pluspunkt: Wenn der zweite Rettungswagen im Inselwesten stationiert ist, muss er sich im Einsatzfall – es sei, er wird ebenfalls nach Burg gerufen – nicht länger durch die verstopfte Innenstadt quälen. Es gibt für ihn aber einen „ärgerlichen“ Punkt: Das Grundstück für die neue Inselklinik wurde damals von der Stadt „unter ganz anderen Voraussetzungen“ gekauft.

Konkret: Für rund 1,3 Millionen Euro stellte der Stadt Fehmarn den Sana Kliniken ein neues Grundstück vor den Toren Burgs bereit. Ein wesentlicher Eckpfeiler war: Es sollte genügend Platz für eine neue Rettungswache bieten. Doch die kam nicht. Dabei ging Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) selbst ein Jahr später weiter von der „logischen Konsequenz“ aus, den Rettungsstandort an den neuen Klinikstandort zu verlegen. Es folgten langwierige Verhandlungen mit den Krankenkassen als Kostenträger für den Rettungsdienst.

Der Kreis Ostholstein gab ein Gutachten in Auftrag. Oberste Messlatte war, Zahl und Standorte für „bedarfsgerechte Rettungswachen“ so zu bestimmen, dass eine flächendeckende Versorgung von Rettungsdienst und Notfallrettung innerhalb einer Hilfefrist von zwölf Minuten gewährleistet ist.

Das Ergebnis: Burg und der Inselosten könnten weiterhin von der alten Rettungswache aus versorgt werden. Jenseits der E 47, vor allem westlich der Linie Gammendorf-Petersdorf-Gollendorf, sei laut Gutachter dagegen die Versorgung nur mit einem Rettungswagen „häufig nicht sichergestellt“. Er legte für die Mindestversorgung nicht nur im Sommer zwei Rettungswagen fest. Ein Erfolg für Fehmarn. Für eine optimale Versorgung forderte er, die Rettungswagen auf zwei Standorte zu verteilen.

Jetzt hängt es nur noch von den Verhandlungen mit dem Mieter ab, wann die neue Lösung kommt. „Der ASB kauft und baut um“, so Udo Glauflügel: Es entstehen im hinteren Bereich ein Bereitschafttrakt, vorne Fahrzeughalle und Desinfektionsmöglichkeiten. Für die Bürger bleibt der SB-Terminal erhalten. Glauflügel: „Diese Lösung ist für uns die beste. Das entzerrt den Rettungsdienst.“ Zugleich dankte er dem Team für ihre „jahrelange Leistung auf engstem Raum“.

 Gerd-J. Schwennsen

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