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Ostholstein Insel will im ländlichen Raum nicht zu den Verlierern zählen
Lokales Ostholstein Insel will im ländlichen Raum nicht zu den Verlierern zählen
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23:21 26.09.2013
„Durch den demo- grafischen Wandel wird es im ländlichen Raum Verlierer geben. Es muss unser Ziel sein, dass Fehmarn nicht dazu gehört, sondern zu den Gewinnern.“ Marianne Unger (SPD)

Aufbruchstimmung bei den Kommunalpolitikern auf der Insel. „Wir müssen gestalten, um attraktiv zu bleiben“, betonte Ausschuss-Vorsitzende Marianne Unger (SPD). Und formulierte das gemeinsame Anliegen über alle Parteigrenzen hinweg: „Durch den demografischen Wandel wird es im ländlichen Raum Verlierer geben. Es muss unser Ziel sein, dass Fehmarn nicht dazu gehört, sondern zu den Gewinnern.“

Die gemeinsame Runde, die in Burg tagte, war der Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales. Fehmarns Gleichstellungbeauftragte Giesa Wulf versorgte ihn unmittelbar danach mit den aktuellen Fakten. Erstens: 4400 der rund 13 000 Insulaner sind über 60 Jahre alt — also ein gutes Drittel. Und zweitens: Die Geburtsraten nehmen beständig ab. 2011 gab es 89 Neugeborene auf der Insel, 2012 nur noch 73. Und die Chancen für einen radikalen Umschwung in 2013 stehen schlecht. „Bis heute haben wir 37 Geburten“, so Wulf.

Deshalb versuchen die Innenpolitiker auch, positive Anreize zu schaffen — zumindest dort, wo es noch möglich ist. Denn die Grundschule Puttgarden wurde bereits 2012 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen. Und Petersdorf? Mit aktuell 46 Schülern — so die jüngste Erhebung — gilt diese Außenstelle der großen Grundschule Burg (312 Schüler) zwar ein wenig als das „Bullerbü auf Fehmarn“. Doch wie lange noch?

Mit einem finanziellen Kraftakt wurde jetzt das Angebot der evangelischen Kirchengemeinde Petersdorf für eine Nachmittagsbetreuung der Grundschüler in Petersdorf befürwortet. Pastor Dr. Martin Grahl überzeugte mit dem maßgeblich von ihm erarbeiteten Konzept, das in enger Absprache mit der Schulleitung aufgebaut werden soll, stärker als ein Angebot des Kinderschutzbundes. Fünf bis maximal zehn Kinder können danach betreut werden, zudem ist das Angebot auch flexibel für Bedürfnisse von Kita-Kindern aus Petersdorf. Zuletzt wurden einige Grundschüler nach Unterrichtsschluss nach Burg gefahren und dort am Ende der Nachmittagsbetreuung wieder abgeholt. Diese Fahrten entfallen jetzt. Der städtische Zuschuss für die künftige neue Lösung in Petersdorf wird voraussichtlich 16 500 Euro im Jahr betragen.

Dieser Vorstoß, der zunächst für ein Jahr gilt, war allen Kommunalpolitikern äußerst wichtig. Sie wollen dadurch vermeiden, dass noch mehr Schul- oder Kindergarten-Kinder von vornherein nach Burg oder Landkirchen abwandern — weil ihre Eltern befürchten, dass das Angebot in Petersdorf langfristig nicht ausreicht.

Mitte des Schuljahres soll dann eine erste Bilanz der Testphase gezogen werden, kündigte Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Schimpf an. Dann soll rechtzeitig die Marschroute für das Schuljahr 2014/15 abgesteckt werden.

Gerd-J. Schwennsen

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