Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Inselgenossen gegen Schmusekurs mit „Mutti“
Lokales Ostholstein Inselgenossen gegen Schmusekurs mit „Mutti“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:28 23.10.2013
Hans-Peter Thomsen: „Rot-rot-grün, das ist es!“ Quelle: Schwennsen
Burg a. F

Sie sind auf der Insel eine politische Macht. Nach zehn Jahren wieder stärkste Fraktion im Stadtparlament, dazu mit Peter Baldus der einzige Sozialdemokrat, der direkt in den Eutiner Kreistag gewählt wurde. Deshalb wurmt es die SPD Fehmarn auch ganz besonders, dass Bettina Hagedorn ihr Bundestags-Direktmandat ausgerechnet an den Insulaner Ingo Gädechens (CDU) verloren hat.

Innehalten bei den Inselgenossen: Andreas Herkommer, als neuer Stadtvertreter immerhin einer der Gewinner der Kommunalwahlen, ärgerte sich jetzt auf der Mitgliederversammlung in Burg. Er kritisierte — sich selbst eingeschlossen — den mauen Bundestagswahlkampf im Kreisnorden. Und fragte nach, ob Hagedorns Plakate in Zeiten von Internet und Social Media noch zeitgemäß gewesen seien.

Prompt lag das Reizwort „Zeitgeist“ in der Luft. „Mutti ist Mutti, der Zeitgeist liegt klar bei ihr. Merkel ist sozial, könnte genauso gut in der SPD sein“, so Gunnar Mehnert. Das empörte Marianne Unger, ebenfalls langjährige Stadtvertreterin: „Wenn Frau Merkel meine Mutti wäre, möchte ich in dieser Partei nicht sein. Wenn die Deutschen Mutti haben wollen, sollen sie hinter ihr hertrotten, aber ohne die SPD.“ Sie bekannte sich zu Kraft, Albig oder auch Stegner — „einem Mann mit klaren Aussagen“.

Die Mehrheiten unter den Inselgenossen waren unüberhörbar. Nur Mehnert plädierte schweren Herzens für eine Koalition auf Bundesebene — sofern Themen und Minister stimmen, mit denen sich die SPD profilieren könne. Ex-Fraktionschef Joachim Nottebaum warnte dagegen: „Wir werden in dieser Koalition keine Gewinner sein.“ Und Uwe Hardt wurmte es, dass die Basis bereits übergangen wurde: Ostholsteins SPD hatte eine Mitgliederbefragung nach der Sondierung gefordert — und damit vor den Koalitionsverhandlungen.

Die Stimmung im Saal blieb eindeutig. Rainer Schiwek verwahrte sich dagegen, „Mutti zu stärken und unter ihren Rock zu kriechen“, Marcel Westphal wollte lieber in die Opposition gehen als sich mit der „schwarzen Witwe“ einzulassen. Andernfalls würde die Linke „uns mit dem Nasenring durch die Arena führen“, so Herkommer. Willi Krebs forderte Neuwahlen. Eine vorzeitige Probe-Abstimmung zur Großen Koalition wurde knapp vermieden. Doch Ortsvorsitzender Hans-Peter Thomsen griff die Impulse aus der Versammlung auf — und frohlockte schon: „Rot-rot-grün, das ist es! Dann sitzt Ingo Gädechens in der Opposition!“

gjs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jahr für Jahr geben die Stadtwerke Neustadt nach eigenen Angaben Tausende Euro für die Beseitigung von Graffiti aus.

23.10.2013

Die Feuerwehr Marxdorf fordert seit Jahren ein neues wasserführendes Fahrzeug. Die Kameraden wandten sich bereits mehrfach an das Amt Ostholstein-Mitte.

23.10.2013

Schon jetzt fehlen in Ostholstein qualifizierte Fachkräfte in der Altenpflege. Um diesen Sektor für Arbeitnehmer attraktiv zu gestalten, ...

23.10.2013
Anzeige